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Presseerklärung vom 24. April 1999 Keine Gentechnik in Lebensmittel!Greenpeace-Gruppe Stuttgart ruft bei Earth-Day-Aktivitäten Verbraucher zur Mithilfe aufStuttgart, 24.4.1999 - Am Samstag, dem 24.4.1999 startet die Greenpeace-Gruppe Stuttgart eine groß angelegte Verbraucher-Aktion gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel. Anläßlich des "Earth Day 1999" verteilen die Umweltschützer an ihrem Infostand auf dem Schloßplatz schwarze Listen und gelbe Karten an interessierte Bürger. Die schwarzen Listen enthalten Produkte, die mit gentechnisch veränderten Stoffen versehen und dahingehend gekennzeichnet sind. Mit den gelben Karten können die Menschen bei ihrem Supermarkt gegen Gentech-Nahrung protestieren. "Führende Handelsketten versuchen, Erzeugnisse mit gentechnisch veränderten Bestandteilen in ihr Sortiment aufzunehmen. Diese Bestrebungen gibt es bereits seit Anfang 1997. Mit unserer Verbraucher-Aktion wollen wir den Bürgern zeigen, wie weit gentechnisch veränderte Nahrung bereits bei den Supermärkten verbreitet ist. Gleichzeitig geben wir ihnen die Möglichkeit, mit einer gelben Karte gegen Gentech-Nahrung zu protestieren", sagt Hannelore Hühne, Gentechnik-Expertin der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. Die Verbraucher sollen ihre Gentech-Funde an die Stuttgarter Greenpeace-Gruppe weiterleiten. Die Informationen müssen den Produktnamen und die Anschrift des Supermarktes enthalten. Frau Hühne weiter: "Die Mithilfe der Verbraucher ist uns sehr wichtig. Dadurch bekommen wir ein umfassendes Bild der Situation in Stuttgart. Die Bürger erfahren so auch, daß jeder einzelne aktiv werden kann." Die britische Lebensmittelkette Sainsbury - vor kurzem noch gentechnikfreundlich - ist bereits umgeschwenkt. Sie hat zusammen mit anderen europäischen Handelsketten eine Vereinigung gebildet. Dazu gehören: Marks & Spencer (GB), Carre Four (F), Delhaize (B), Effelunga (I), Migros (CH) und Superquinn (IR). Ziel dieser Vereinigung ist es, die Gentechnik aus Anbau und Produktion ganz verschwinden zu lassen. Dies muß in Deutschland auch möglich sein! Nur durch Druck der Umweltverbände kam es überhaupt zu einer Kennzeichnung. Inzwischen ist der Widerstand gegen Gentechnik in Lebensmitteln weiter gewachsen, besonders in Lädern wie Österreich, Frankreich, Dänemark und Großbritannien. Nach einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung im Jahr 1996 lehnen drei Viertel aller Deutschen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Die gentechnischen Veränderungen bieten dem Verbraucher keine Qualitätsvorteile, sondern erfolgen hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen der Hersteller: Bessere Lagerfähigkeit und künstliche Herstellung von Aromastoffen sind nur zwei Beispiele. Genmanipulierte Lebensmittel können gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Die Vorschriften für Untersuchungen auf Nebenwirkungen sind nur unzureichend. Die Sicherheit des Verbrauchers kann nicht garantiert werden. Z.B. enthält der Novartis-Mais ein Antibiotika-Resistenz-Gen. Dieses Gen kann von Bakterien im Darm von Mensch und Tier aufgenommen werden. Wichtige Antibiotika können so ihre Wirkung verlieren. Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 03.08.2000 |