Evangelischer Kirchentag 1999: Infostand auf dem Killesberg

Hintergrund
In Europa haben viele große Lebesmittelketten gegen Gentechnik Stellung bezogen: Führende Unternehmen aus England, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz garantieren ihren Kunden gentechnikfreie Ware. In Deutschland dagegen stellten sich zum Zeitpunkt des Kirchentages die meisten Handelsketten noch stur.

Mit einer Postkarte ermöglichten wir daher den Besuchern unseres Infostandes beim Markt der Möglichkeiten auf dem Killesberg, sich bei den Marktführern Edeka, Metro, Rewe und Tengelmann gegen Gentechnik auszusprechen.

Die Lebensmittelketten wurden aufgefordert, Gentechikprodukte jetzt aus den Regalen zu verbannen - zum Schutz von Umwelt und Verbrauchern!

 

Protestpostkarte


Besucherin vor Sammelbox
© von Herrmann
 

Die Resonanz auf die Protestpostkarte war sehr gut. Die Besucher nahmen die Gelegenheit gerne wahr, den großen Supermarktketten zu signalisieren, daß sie Gentechnik in Lebensmitteln ablehnen.

Die "Stimmabgabe" erfolgte, indem die Besucher des Kirchentages die ausgefüllten Postkarten gleich in unsere Sammelbox einwarfen. Wir leiteten alle gesammelten Protestpostkarten dann gemeinsam an die entsprechenden Firmen weiter.

Mittlerweile kann Greenpeace eine ganze Reihe Erfolge bei der Gentechnikfreiheit der Eigenmarken von Supermarktketten verbuchen.


Neben den Protestpostkarten an die Handelsketten haben wir auch Unterschriften von Leuten gesammelt, die unsere Resolution gegen Gentechnik in Lebensmitteln unterstützen wollten.

Wir hatten Unterschriftslisten an unserem Infostand ausliegen und...

 

Sammlung von Unterschriften
© von Herrmann


noch mehr Unterschriften
© von Herrmann
 

...wir gingen auch auf dem Markt der Möglichkeiten direkt auf die Menschen zu, um sie um eine Unterschrift zu bitten.

Damit eine Resolution auf dem Kirchentag verabschiedet werden kann, sind 3.000 Unterschriften nötig, wir erreichten 3.425 Stück. Damit war die Resolution vom 28. Evangelischen Kirchentag angenommen. Siehe hierzu auch unsere Presseerklärung.


Wir informierten am Infostand auch über den Bt-Mais von Novartis, den sogenannten Gen-Mais.

Auf die Gefahren durch Bt-Mais haben wir bereits beim Landwirtschaftlichen Hauptfest im Herbst 1998 hingewiesen.

Weiterhin wird dieser Mais heimlich angebaut, oft wissen die benachbarten Bauern gar nichts davon. Wenn Sie Informationen über Gen-Maisfelder haben, so teilen Sie uns dies bitte mit: Tel. 040-306180 (Mo-Fr 9-17 Uhr).

 

Plakat "Gen-Mais"


Gesamtansicht des Standes
© Zierke

 

Das Interesse an diesem Thema, aber auch die Verunsicherung, sind groß. Wir konnten viel Aufklärungsarbeit betreiben, Vorurteile aus dem Weg räumen und vor den Gefahren der "grünen" Gentechnik warnen.

Vielfach diskutierten wir mit den Besuchern des Kirchentags über Gentechnik in der Landwirtschaft und in Lebenmitteln.

  Diskussion mit Besucher
© von Herrmann
Ergebnis
Einige Monate später, im Spätsommer und Herbst 1999, erklärten nacheinander alle führenden Supermarktketten, dass sie bei ihren Eigenmarken auf Gentechnik verzichten werden. Diese schönen Erfolge haben wir für Sie auf der Seite "Supermarkt-Führungen bei neukauf / Edeka" aufgelistet.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 14.08.2000