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Stuttgarter Zeitung vom 21. Juli 2000 Maskierte Hühner stürmen Mc Donald'sBei Mc Donald's hat es gestern nicht nur frittierte, sondern auch verkleidete Hühner gegeben. Zwölf Greenpeace-Mitglieder haben mit Hühnermasken vor Risiken beim Verzehr von Produkten der Fast-Food-Kette gewarnt. Von Nicole Höfle Mit dem neuen Werbeslogan auf Flugblättern und Transparenten marschierten die Umweltaktivisten gestern zur besten Mittagessenszeit in die Filiale in der Königstraße: "Los Genos - Gentechnik-Wochen bei Mc Donald's.'' Was die Greenpeace-Mitglieder umtreibt, sind gentechnisch veränderte Futtermittel. Vor allem gentechnisch verändertes Soja werde Hühnern vorgesetzt, die später in Chicken-Mc-Nuggets oder anderen frittierten Happen landen. "Das ist rein rechtlich gesehen zwar in Ordnung, birgt für den Verbraucher aber Gefahren'', erklärte Tierarzt und Greenpeace-Mann Frank Matthies, der es vorgezogen hatte, eine Krawatte an Stelle der Plastikmaske zu tragen. Der Verzehr der mit Gentechnik gefütterten Tiere könne zu Allergien und Antibiotika-Resistenz führen. Die Greenpeace-Aktivisten warnten, aber keiner wollte auf den schnellen Burger verzichten. Ein 15 Jahre alter Schüler freute sich unvermindert auf die kalorienhaltigen Hühnerteile, Pommes und Cola: "Das Essen ist in Ordnung, ich glaube nicht, dass irgendetwas meiner Gesundheit schadet.'' Und seine gleichaltrigen Begleiter bestellten gleich noch einen Hühnerburger zusätzlich. Auch die Personalberaterin an der Nebenkasse ließ sich von Transparenten und warnenden Worten den Appetit nicht verderben: "Wenn man genau hinschaut, findet man in allen Lebensmitteln bedenkliche Anteile.'' Die besorgten Umweltschützer bissen sich an den Fast-Food-Fans die Zähne aus. Nervös von dem unerwarteten und friedlichen Besuch wurde einzig Restaurantleiter Oliver Stumpp, der sich um das Wohl seiner zahlreichen Gäste sorgte. Ob er die Polizei gerufen hatte, die nach knapp 15 Minuten die Aktivisten vor die Tür setzte, wollte Stumpp nicht verraten. Dafür wusste er etwas anderes zu berichten: Er ernähre sich seit zwei Jahren fast ausschließlich von Produkten seines Hauses, fühle sich wohl und sei nie ernsthaft krank gewesen. "Unsere strengen internen Kontrollen sorgen für höchste Qualität.'' Von Gentechnik verstehe er nichts, dafür zeigte er sich als vollendeter Gastgeber: Vor dem Rauswurf servierte er den Maskenträgern gentechnisch unbehandeltes Wasser im Pappbecher.
Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 07.01.2009 |