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Presseerklärung vom 03. November 2001 Puten-Doping für Diät-Marke "Du darfst"Greenpeace protestiert gegen Missstände bei deutscher PutenproduktionStuttgart, 03. 11. 2001 - Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart werden am Samstag, 3.11.2001 gegen die Massentierhaltung von Puten protestieren. Dazu werden sie in der Stuttgarter Fußgängerzone eine drei Meter große Pute aus Pappmaché aufstellen, in deren Rücken eine große Spritze steckt mit der Aufschrift "Antibiotika" und "Schmerzmittel". Außerdem werden die Passanten mit Handschildern und einem kleinen Transparent auf die Marke "Du darfst" des Nahrungsmittelkonzerns Unilever hingewiesen, in deren Produkten Putenfleisch aus deutscher Massentierhaltung verarbeitet ist. Greenpeace hatte in den letzten Wochen aufgedeckt, unter welch miserablen Bedingungen Puten in Deutschland gehalten werden, die Unilever für seine Produkte der Marke "Du darfst" einkauft. Die Infoaktion findet am 3.11.2001 von 12 bis 16 Uhr, Ecke Königstraße/Bolzstraße, statt. "Wenn Verbraucher wüssten, wie die Du darfst'-Puten gehalten werden, würden sie sofort keine Putenwurst mehr essen", sagt Marie-Luise Zeitler von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Die Tiere stehen dicht an dicht in riesigen dreckigen Mastställen. Dadurch verbreiten sich Infektionskrankheiten besonders schnell. Damit die Tiere die Mast überhaupt bis zum Schlachttermin durchhalten, werden sie nachweislich von den Unilever-Lieferanten mit Aspirin und Antibiotika gedopt. Greenpeace fordert von Unilever, kein Fleisch mehr aus Massentierhaltung zu verarbeiten." Die Ursachen für die Erkrankungen der Puten liegen in der Enge im Stall, der intensiven Fütterung und einer falschen Zucht. Die Tiere gehören zu einer weit verbreiteten Puten-Rasse mit dem Namen "Big 6", deren Muskeln so stark wachsen, dass sich die schwachen Gelenke und Knochen entzünden. Die Verabreichung weiterer Medikamente ist die zwingende Folge. Der massive Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung bewirkt, dass Bakterien mit der Zeit widerstandsfähig gegen Antibiotika werden. Diese resistenten Bakterien können beim Fleischverzehr auf den Menschen übertragen werden. Lungenentzündungen oder Salmonellenerkrankungen können daher tödlich enden, wenn lebensrettende Antibiotika nicht mehr wirken. Marie-Luise Zeitler weiter: "Wir informieren die Verbraucher heute, dass die scheinbar so gesunde Marke "Du darfst" für massiven Medikamenten-Einsatz und miserable Tierhaltung steht. Greenpeace hingegen setzt sich für eine naturnahe Landwirtschaft ohne Massentierhaltung, Antibiotika oder Gentechnik ein. Lebensmittel müssen gesund und sicher sein!" Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 02.11.2001 |