Presseerklärung vom 27. März 2004

Beim Fischkauf - Augen auf!

Greenpeace informiert über bedrohte und empfehlenswerte Fischarten

Stuttgart, 27.03.2004 - Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart informiert am Samstag, den 27.03.2004 in der Königstraße / Ecke Bolzstraße von 11 bis 16 Uhr über bedrohte und empfehlenswerte Fischarten. Aktivisten, die Masken in Form von Augäpfeln über den Kopf gestülpt haben und Tafeln mit der Aufschrift "Augen auf beim Fischkauf!" tragen, machen Passanten auf den Infostand aufmerksam. Dort befindet sich ein Banner mit der Aufschrift "Leere Meere, leere Teller – Nachhaltige Fischerei jetzt!". Die Aktivisten verteilen den Greenpeace-Fischführer, in dem die Verbraucher über Überfischung und ökologisch emp-fehlenswerte Fischarten informiert werden.

"Ein Großteil der Fischbestände steht kurz vor dem Zusammenbruch," sagt Klaus Pres, Meeresexperte der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Das ist eine ökologische Katastrophe! Die Fischerei wird nicht nur kaum kontrolliert, sie wird auch mit riesigen Summen subven-tioniert. Diese unverantwortliche Politik, die die Überfischung tatkräftig unterstützt, muss sich dringend ändern!“. Greenpeace fordert die Einrichtung von Meeresschutzgebieten, in denen der Fischfang strikt verboten ist, und ein nachhaltiges Fischereiprinzip, nach dem strenge Kontrollen die Überfischung der Bestände verhindern. Außerdem soll die Überfi-schung nicht mehr subventioniert und die weltweite Fischereiflotte um die Hälfte verklei-nert werden.

Die Greenpeace-Aktivisten wenden sich am Samstag an die Verbraucher, denn sie kön-nen durch ihr Kaufverhalten das Fischangebot beeinflussen. Die Umweltschützer verteilen deshalb den Greenpeace-Fischführer, in dem die Bestandslage, die Haltung und die Fangmethoden der bekannten Speisefischarten knapp beschrieben sind. Die Arten sind in drei Kategorien eingeteilt, je nachdem, ob ihre Lage als akzeptabel, kritisch oder katastro-phal beurteilt wird. Greenpeace empfiehlt den Verbrauchern, nur Fisch der Kategorie "ak-zeptabel" zu kaufen. "Dies sind zurzeit leider nur Karpfen, Makrele und Hering", sagt Klaus Pres, "sowie Fische aus Bio-Aqua-Kultur. Von allen anderen Fischarten sollte man die Finger lassen."

Etwa drei Viertel aller Fischarten, die vom Menschen genutzt werden, sind nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO bereits überfischt oder stehen am Rand der Überfi-schung. Gleichzeitig ist in den letzten Jahrzehnten die Fischereiflotte weltweit stark ange-wachsen. Fischereisubventionen, die sich auf etwa 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr belau-fen, sind für diese Entwicklung mitverantwortlich. Wenn nichts dagegen unternommen wird, werden sich die Bestände vieler Fischarten nicht erholen können und aussterben. Auch andere Meerestiere sind von der intensiven Fischerei bedroht. Jedes Jahr werden rund 30 Millionen Tonnen Meerestiere, darunter Schildkröten, Fische und Wasservögel, als Beifang wieder über Bord geworfen.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 30.03.2004