Presseerklärung vom 10. Dezember 2004

Leere Meere - leere Teller

Greenpeace empfiehlt: Kaufen Sie Fisch von unbedenklichen Arten oder mit Bio-Siegel, um die Überfischung zu stoppen!

Stuttgart, 10.12.2004 - Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart werben am kommenden Samstag, den 11. Dezember 2004 in der unteren Königstraße von 11 bis 15 Uhr für Fisch aus Bio-Aquakultur. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO stehen weltweit drei Viertel aller Fischarten an der Belastungsgrenze oder sind bereits überfischt. "Damit es nicht bald 'Leere Meere - leere Teller' heißt, wollen wir Alternativen aufzeigen," sagt Thorsten Peters, Fischerei-Experte der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Wir empfehlen, nur unbedenkliche Arten wie Hering oder Makrele zu verwenden oder Fisch mit Bio-Siegel zu kaufen."

Greenpeace-Aktivisten in Fischhändler-Kostümen verteilen Flugblätter mit einer Liste von Beispielen, welche Bio-Fisch-Produkte man in Stuttgart kaufen kann und wo man sie findet. Fisch aus Bio-Aquakultur wird mit ökologisch erzeugtem Futter aufgezogen und nur in geringen Besatzdichten gehalten. Außerdem wird auf den Einsatz von Gentechnik und vorbeugenden Medikamenten verzichtet. "Die Fischerei-Flotten hinterlassen in den Weltmeeren so große Lücken, dass sie inzwischen auf Tiefseearten ausweichen," sagt Thorsten Peters. "Das ist kurzsichtig und verantwortungslos! Tiefseefische wachsen nur langsam, werden spät geschlechtsreif und haben nur wenig Nachwuchs. Bereits jetzt zeigen sinkende Erträge, dass die Fischer am Ast sägen, auf dem sie sitzen, und damit ihre Arbeitsplätze zerstören."

Die ehrenamtlichen Umweltschützer verteilen unter dem Motto 'Leere Meere, leere Teller - nachhaltige Fischerei jetzt!' auch den Greenpeace-Verbraucherführer "Fisch & Facts". Dieser informiert, welche Fischarten aus ökologischer Sicht unbedenklich sind und welche man besser nicht kaufen sollte. Zu jeder Fischart werden die Bedrohung des Bestandes sowie die Umweltauswirkungen der Fangmethoden erläutert. Zu den vier unbedenklichen Arten Karpfen, Makrele, Hering und Seelachs (Köhler) verteilen die Umweltschützer auch "Rezepte gegen Überfischung". Diese Kochrezepte stammen unter anderem von den prominenten Sterneköchen Vincent Klink und Bernhard Diers, die sie exklusiv für die Greenpeace-Gruppe Stuttgart geschrieben haben, um auf das Problem der Überfischung aufmerksam zu machen.

Den Greenpeace-Verbraucherführer "Fisch & Facts" und alle "Rezepte gegen Überfischung" kann man auch von der Homepage der Greenpeace-Gruppe Stuttgart unter http://www.greenpeace-stuttgart.de abrufen.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 13.12.2004