Presseerklärung vom 10. Februar 2004

Friedliche Meeressafari statt blutige Waljagd

Greenpeace fordert: Stellt den isländischen Walfang ein!

Stuttgart, 10.2.2004 – Am Dienstag, den 10. Februar 2004 informiert die Greenpeace-Gruppe Stuttgart die Besucher des Cinemaxx-Kinos im Bosch-Areal ab 19 Uhr über die Bedrohung der Wale. Die Aktivisten sammeln außerdem Unterschriften für die Einstellung der Waljagd in Island. Anlass des Infostandes vor dem Eingang des Filmsaals ist der Kinofilm „Deep Blue“, der zur Zeit im Cinemaxx gezeigt wird. Der Film bietet einen faszinierenden Einblick in das Leben im Meer, geht jedoch kaum auf dessen Bedrohung ein.

„Die Idylle täuscht. Zahlreiche Meeresbewohner, vor allem die Wale, stehen am Rande der Ausrottung.“, sagt Klaus Pres, Meeresexperte bei Greenpeace Stuttgart. „Dennoch hält Island an der Waljagd fest. Dieses Jahr will Island 250 Wale zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken töten. Doch das „Wissenschaftsprogramm“ ist eine Lüge - in Wahrheit handelt es sich um kommerzielle Waljagd. Damit muss nun Schluss sein!“

Die isländische Walfangflotte hat im letzten Jahr bereits 38 Minkewale getötet. In diesem Jahr soll die Waljagd auch auf die stark bedrohten Finn- und Seiwale ausgeweitet werden. Für das Jahr 2006 plant die isländische Regierung sogar, die kommerzielle Waljagd im großen Stil wieder aufzunehmen. Bisher wurden wissenschaftliche Gründe für das Töten der Wale vorgeschoben, obwohl jegliche Untersuchungen auch an lebenden Walen gemacht werden könnten und es seit 1986 ein Fangverbot der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) gibt.

Unterdessen hat sich in Island die friedliche Walbeobachtung, auch Whale-Watching genannt, zu einem starken Tourismuszweig entwickelt. „Die Walbeobachtung kann Island mehr Devisen einbringen als die Waljagd. Auch deshalb unterstützt ein Großteil der isländischen Bevölkerung unsere Forderung: Schluss mit dem grausamen Töten der Wale - Ja zum Whale-Watching!“, sagt Greenpeace-Meeresexperte Klaus Pres. Mit der Unterschriftenaktion fordern Greenpeace und die Unterzeichner den isländischen Botschafter in Berlin auf, sich bei seiner Regierung dafür einzusetzen, die geplante Waljagd zu verhindern.

„Die wunderbare Welt der Ozeane, die in „Deep Blue“ gezeigt wird, kann nur erhalten bleiben, wenn wir uns aktiv für ihren Schutz einsetzen“, so Klaus Pres. „Die faszinierenden Bilder machen klar, was wir zu verlieren haben.“ Bei den Dreharbeiten haben die Taucher Lebewesen entdeckt, die bislang unbekannt waren. Unzählige Arten werden vielleicht niemals entdeckt werden, wenn die Vernichtung des Ökosystems Meer nicht gestoppt wird.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 14.02.2004