Der neue Fisch-Ratgeber von Greenpeace!

Hintergrund

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO ist die Hälfte aller kommerziell genutzten Fischbestände an der Belastungsgrenze. Weitere 15 Prozent sind überfischt und acht Prozent der Bestände sogar völlig erschöpft.

Das bedeutet, fast drei Viertel der gängigsten Fischarten dürfen nicht wie bisher ausgebeutet werden. Wenn nichts dagegen unternommen wird, droht eine der wichtigsten Nahrungsquellen der Menschheit vernichtet zu werden.

Goldbrasse
Rotbarsch und Makrele
© Kornstädt/Kehnschärper/GP

Welchen Fisch sollten Sie kaufen?

Verbraucher müssen deshalb aber keineswegs auf Fischgerichte verzichten - es kommt bloß darauf an, den richtigen Fisch zu kaufen. Welche Süßwasser- und Meeres-Fischarten wir aus ökologischer Sicht empfehlen können und welche Sie lieber nicht nehmen sollten, zeigt Ihnen unser neuer Fisch-Ratgeber (Stand: Februar 2012, PDF-Datei, 1 MB).

Leider ist der Konsum nur bei zwei Fischarten uneingeschränkt vertretbar. Dies sind derzeit Karpfen und Forellen (siehe Foto rechts).

Regenbogen-Forelle
Regenbogen-Forelle
© Kornstädt/Greenpeace



Heringe
© Kornstädt/Greenpeace

Andere Fischarten sind nur noch vertretbar, wenn man auch die Fanggebiete und -methoden berücksichtigt.

Das sind zurzeit unter anderem Hering (siehe Foto links), Makrele (siehe Foto rechts) und Zander.


Makrelen
© Kornstädt/Greenpeace


Aus ökologischer Sicht kann unter bestimmten Bedingungen auch der Konsum von Kabeljau (siehe Foto rechts), Lachs (siehe nächstes Foto rechts), Heilbutt, Sardelle, Sardine, Schellfisch, Seelachs (Köhler), Shrimps, Tilapia, Tunfisch, Wolfsbarsch und anderen Fischarten noch vertretbar sein.

Bitte lesen Sie aber in unserem Fisch-Ratgeber nach, auf welche Fanggebiete und -methoden Sie bei diesen Fischarten achten solten. Wenn auf dem Produkt das Fanggebiet nicht angegeben ist, sollten Sie den Fisch nicht kaufen!


Kabeljau
© Kornstädt/Greenpeace


Auch durch den Kauf von Fisch aus Bio-Aquakultur können Sie einen Beitrag gegen das Problem der Überfischung leisten. Solche Produkte finden Sie nicht nur in Bio-Läden, sondern inzwischen auch immer öfter in normalen Supermärkten.

Aus Bio-Aquakultur erhältlich sind beispielsweise Shrimps und Garnelen (siehe nächstes Foto rechts). Einen Überblick, welchen Bio-Fisch man wo in Stuttgart kaufen kann, bietet Ihnen jeweils unsere aktuelle Bio-Fisch-Liste.


Lachs
© Kornstädt/Greenpeace

Fisch - beliebt, aber bedroht

Alle anderen Fischarten sind aus ökologischer Sicht leider nicht vertretbar. So ist die früher noch recht häufige Seehecht inzwischen leider stark überfischt.

Schlecht bestellt ist es auch um den Alaska-Seelachs, der in Deutschland einen Marktanteil von fast 30 Prozent hat. Er darf jedoch nicht mit dem Köhler verwechselt werden, der oft unter dem Namen Seelachs vermarktet wird und dessen Konsum teilweise noch vertretbar ist.


Garnelen
© Kornstädt/Greenpeace


Goldbrasse (Dorade) (siehe Foto rechts) ist im Mittelmeer so selten geworden, dass sie inzwischen überwiegend aus Fischfarmen kommt. Wie bei jeder Massentierhaltung gibt es dort Probleme durch enge Haltung, was wiederum den Einsatz von Medikamenten erfordert und zu große Fäkalienmengen führt.

Bei Fischfarmen in den Tropen (beispielsweise für Scampi) kommt hinzu, dass häufig ökologisch wertvolle Mangroven-Wälder zerstört, um Zuchtfarmen anzulegen.


Goldbrasse (Dorade)
© Kornstädt/Greenpeace


Fische aus großen Meerestiefen wie Granatbarsch und Rotbarsch (siehe Foto rechts) sind schnell überfischt, weil sie nur sehr langsam wachsen und spät geschlechtsreif werden. Die Bestände brauchen so lange Zeit, um sich wieder zu erholen.

Hinzu kommt, dass in der Tiefsee häufig mit Grundschleppnetzen gefischt wird, die über den Meeresboden gezogen werden. Durch diese brutale Fangmethode werden empfindliche Lebensräume mit einer einzigartigen Artenvielfalt zerstört - wie die Tiefseeberge (Seamounts).


Rotbarsch
© Kornstädt/Greenpeace

Überfischung und andere Gefahren

Die Bedrohung zahlreicher Fischarten ist also nicht nur auf eine rein mengenmäßige Überfischung zurückzuführen, sondern häufig auch auf unangemessene Fangmethoden.

So wird beim Fang von Plattfischen wie Seezunge oder Scholle (siehe Foto rechts) der Meeresboden mit so genannten Baumkurren umgepflügt und zerstört. Außerdem entsteht ein ungenutzter Beifang unerwünschter Meerestiere von rund 40 Prozent, der wieder tot über Bord gekippt wird.


Scholle
© Kornstädt/Greenpeace


Ein weiteres Problem ist, dass die starke Verschmutzung der Meere zur chemischen Verseuchung von Speisefischen führt. Allgemein sind fetthaltige Fische stärker belastet als magere.

So sollten Kleinkinder, Schwangere und Stillende unter anderem Flussaal (siehe Foto rechts) nicht nur meiden, weil sie überfischt sind, sondern auch weil sie stärker mit Giftstoffen belastet sind. Der Aal steht nicht zuletzt vor der Ausrottung, weil zahllose Tiere in den Turbinen von veralteten Flusskraftwerken sterben.


Fluss-Aale
© Kornstädt/Greenpeace

Was können Sie tun?

Um es erneut zu betonen: Sie müssen nicht auf Fischgerichte verzichten - es kommt nur darauf an, den richtigen Fisch zu kaufen! Umweltschonend gefangener Fisch aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen ist ein gesundes Lebensmittel und für eine ausgewogene Ernährung zu empfehlen!

Kaufen Sie also vertretbare Fischarten wie Karpfen, Regenbogen-Forelle, Hering, Makrele oder Zander. Oder kaufen Sie Fisch aus Bio-Aquakultur - einen Überblick über das Angebot an Bio-Fisch in Stuttgart bietet Ihnen jeweils unsere aktuelle Bio-Fisch-Liste.


Kaisergranat
© Kornstädt/Greenpeace

Download:
In unserem neuen Fisch-Ratgeber (PDF-Datei, 1 MB) können Sie nachlesen, bei welchen Fischarten der Konsum aus ökologischer Sicht "vertretbar" oder "nicht vertretbar" ist.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 18.04.2012