Presseerklärung vom 29. Mai 2004

Stuttgarter Sterneköche warnen vor Überfischung

Vincent Klink und Bernhard Diers unterstützen das Greenpeace-Projekt "Rezepte gegen Überfischung" für eine nachhaltige Fischerei

Stuttgart, 29.05.2004 – Prominente Stuttgarter Spitzenköche unterstützen das Projekt "Rezepte gegen Überfischung" der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. Darunter sind auch die Sterneköche Vincent Klink (Restaurant Wielandshöhe) und Bernhard Diers (Restaurant Zirbelstube im Hotel am Schlossgarten). Hintergrund ist die Warnung der Welternährungsorganisation FAO, dass weltweit drei Viertel aller kommerziell genutzten Fischarten an der Belastungsgrenze stehen oder bereits überfischt sind. Berufsköche, aber auch normale Verbraucher, fragen sich daher, ob sie auch noch in zehn Jahren die gleichen Fischgerichte wie heute servieren können.

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart will nicht grundsätzlich vom Fischkauf und -verzehr abraten. "Es kommt vielmehr darauf an, welchen Fisch man isst," sagt Klaus Pres, Meeresexperte der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Wir fordern 'Augen auf beim Fischkauf!', damit der Raubbau an den Ozeanen aufhört." Um Verbraucher auf das Problem der weltweiten Überfischung aufmerksam zu machen, hat Greenpeace die Stuttgarter Spitzenköche um ihr persönliches "Rezept gegen Überfischung" gebeten. Dabei durften sie aber nur ökologisch unbedenkliche Fischarten verwenden – nämlich Hering, Karpfen, Makrele und Seelachs (Köhler) sowie Fisch aus Bio-Aquakultur.

Die Sterneköche Vincent Klink und Bernhard Diers waren von dieser Idee sofort angetan. Schließlich werden in ihren Restaurants nicht bloß exquisite, sondern auch nachhaltig erzeugte und schonend zubereitete Speisen aufgetischt. Fischstäbchen, die aus dem stark überfischten Alaska-Seelachs hergestellt werden, oder Gen- und Junkfood kommen nicht in Frage. "Prominente Sterneköche können durch ihr Engagement für den Umweltschutz eine Vorbildfunktion für alle Verbraucher übernehmen," sagt Klaus Pres. "Damit es nicht bald 'Leere Meere – leere Teller' heißt, müssen Verbraucher, Politiker und Fischindustrie rasch umdenken."

Greenpeace fordert, die weltweite Fischereiflotte um die Hälfte zu verkleinern. Die Fangmethoden müssen so auf die gewünschte Fischart zugeschnitten werden, dass Beifang vermieden wird. Außerdem müssen Schutzzonen in ökologisch sensiblen Seegebieten eingerichtet werden, damit sich die Fischbestände erholen können. Fischerei muss nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit betrieben werden, damit es gar nicht erst zu einer Überfischung der Bestände kommt.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 01.12.2004