"Rezepte gegen Überfischung"

Hintergrund

Die Welternährungsorganisation (FAO) hat ermittelt, dass die Hälfte der kommerziell genutzten Fischarten an der Belastungsgrenze steht; 15 Prozent sind überfischt und acht Prozent völlig erschöpft. Verbraucher müssen deshalb aber nicht auf Fischgerichte verzichten - es kommt nur darauf an, den richtigen Fisch zu kaufen! Aus ökologischer Sicht sind zurzeit nur vier Fischarten unbedenklich - Hering, Karpfen, Makrele und Seelachs (Köhler). Außerdem können wir Fischprodukte aus Bio-Aquakultur empfehlen.
Lesen Sie hierzu auch unseren Verbraucherführer "Fisch & Facts" (Download siehe unten).

"Rezepte gegen Überfischung"

Um Verbraucher zu mehr Umweltbewusstsein beim Fischkauf anzuregen, baten wir prominente Stuttgarter Köche, mit ihrem persönlichen "Rezept gegen Überfischung" eine Alternative zum Raubbau an den weltweiten Fischbeständen aufzuzeigen.

Für diese Fischrezepte durften sie aber nur Hering, Karpfen, Makrele und Seelachs (Köhler) verwenden. Überfischte Arten, wie Alaska-Seelachs, Kabeljau oder Rotbarsch, waren tabu. Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärungen vom Mai 2004 und August 2004.

Logo "Rezepte gegen Überfischung", © Steffi Flierl
© Flierl


Der Sternekoch Vincent Klink war von unserer Idee sofort angetan. Schließlich hat er sich in seinem "Restaurant Wielandshöhe" an der Alten Weinsteige in Stuttgart-Degerloch nicht allein der exquisiten, sondern auch der umweltschonenden Küche verschrieben. Für seine Kochkunst wurde Klink mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Als sein persönliches "Rezept gegen Überfischung" kocht Vincent Klink für uns Karpfenfilet mit Kardamom und Piment.

Vincent Klink
© Klink/Gensch


Auch der Sternekoch Bernhard Diers war gern bereit, unser Projekt "Rezepte gegen Überfischung" zu unterstützen. Er fühlt sich nämlich auch im Beruf dafür verantwortlich, zum Schutz der Umwelt beizutragen. Diers kocht im Stuttgarter Hotel am Schlossgarten im "Restaurant Zirbelstube", das ebenfalls einen Michelin-Stern trägt.

Das persönliche "Rezept gegen Überfischung" von Bernhard Diers ist Makrele in Koriander-Würzbutter mit Tomaten-Olivenrisotto.

Bernhard Diers
© Diers


"Rezepte gegen Überfischung" unserer Leser:
Neben diesen prominenten Stuttgarter Profiköchen folgten auch Hausfrauen und -männer unserem Aufruf vom Sommer 2004 und schickten uns Fischrezepte, die aus ökologischer Sicht unbedenklich sind. Alle Rezepte sind für eine Person berechnet.
Falls auch Sie uns Ihr persönliches "Rezept gegen Überfischung" zuschicken möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail: mail@greenpeace-stuttgart.de


  Hering:
Lisa Hermes: Hering in Senfsoße nach schwedischer Art
Doris Künzel: Matjes in Sahnesoße
Gisela Peters: Heringssalat nach Schwäbischer Art
Marga Rathmann: Matjes mit Bohnen und Bratkartoffeln
  Karpfen:
Stefanie Flierl: Karpfen in Bierpanade nach Oberpfälzer Art
Katja Ludwig: Meißner Karpfen im Gemüsebett
Klaus Pres: Frittierter Karpfen mit Tomatensoße nach chinesischer Art
Ursula Pres: Geschmorter Karpfen mit Tofu nach chinesischer Art
Erni Steigerwald: Karpfen mit Tomaten und Basilikum
Christoph Trautwein: Karpfen blau mit Schwips
  Makrele:
Uta Berninghaus: Makrelen in pikanter Tomatensoße
Andrej Kuttruf: Makrelen in Käsesoße
Michael Riechers: Makrelen mit Kräuter-Speck-Füllung
Nathalie Schaewitz: Makrelen im Ofen
Lisa Schreiber: Makrelen in Papier
  Seelachs (Köhler):
Bettina Biero: Köhler-Frikassee mit Kapern
Jörg Hähn: Köhler-Röllchen in Weinsoße
Renate Haugke: Köhler in Knoblauch
Frank Knöfel: Köhlerfilet auf Safranspargel
Bernd Wicklein: Köhler-Auflauf mit Champignons und Zucchini
Weitere "Rezepte gegen Überfischung"

Auch Greenpeace hat "Rezepte gegen Überfischung". Es sind keine Patentrezepte, aber einfache Maßnahmen, mit denen der Raubbau an den Ozeanen leicht beendet werden könnte.

Verbraucher können durch eine bewusste Auswahl beim Fischkauf einen wichtigen Beitrag zur Schonung der weltweiten Fischbestände leisten:
Fragen Sie Ihren Lebensmittelhändler, woher sein Fisch stammt und wie er gefangen wurde!
Kaufen Sie nur unbedenkliche Arten oder verlangen Sie Produkte aus Bio-Aquakultur!

Fischereiwirtschaft und Politik müssen zum Schutz der Weltmeere ebenfalls handeln.
Die industriellen Fischfangflotten müssen weltweit auf die Hälfte verringert werden.
Alle Bestände müssen nach dem Vorsorgeprinzip bewirtschaftet werden, damit es gar nicht erst zu Überfischung kommt.
Die Fangmethoden müssen so auf die gewünschte Fischart zugeschnitten werden, dass Beifang vermieden wird.
In ökologisch sensiblen Seegebieten müssen Meeresschutzzonen eingerichtet werden, damit sich die Fischbestände erholen können.

Köche des 'Verbandes der europäischen Spitzenköche' (Eurotoques) bei einer Greenpeace-Aktion im Mai 2004 in München.
© Listl/Greenpeace

Ergebnis

Durch das Projekt "Rezepte gegen Überfischung" konnten wir neben Berufsköchen auch viele Verbraucher auf das Problem der Plünderung der Weltmeere aufmerksam machen.

Unser Aufruf an die Leser, uns Fischrezepte zu schicken, wurde in den Stuttgarter Nachrichten und in den Greenpeace-Nachrichten veröffentlicht. Auch bei SWR 4 Baden-Württemberg (RealAudio-Datei, 2:33 min, 2 kB/s) wurde unser Projekt vorgestellt. Wenn Sie den RealPlayer ab Version 8 installiert haben (Download unter: http://www.real.com), können Sie sich den Radio-Bericht online anhören.
Außerdem berichtete die Zeitschrift SüdZeit in einem langen Artikel über das Projekt "Rezepte gegen Überfischung" (und über unser Bio-Fisch-Projekt).

Im Jahr 2005 gewann die Greenpeace-Gruppe Stuttgart für das Projekt "Rezepte gegen Überfischung" (und für ihr Gartenmöbel-Projekt) und bei einem internen Wettbewerb unter den deutschen Greenpeace-Gruppen den Preis für die beste Öffentlichkeitsarbeit.


Download
Im Verbraucherführer "Fisch & Facts" (PDF-Datei, 582 kB) können Sie nachlesen, welche Fischarten aus ökologischer Sicht als "akzeptabel", "kritisch" oder "katastrophal" einzuordnen sind.
In einem älteren "Fisch & Facts", der Rückseite des Fischführers 2003 (PDF-Datei, 235 kB) finden Sie Hintergrund-Informationen zu den Themen "Kabeljaukrise", "Tiefsee-Fischerei" und "Chemie im Fisch".
 
Alle "Rezepte gegen Überfischung":
  Hering:
Lisa Hermes: Hering in Senfsoße nach schwedischer Art (PDF-Datei, 46 kB)
Doris Künzel: Matjes in Sahnesoße (PDF-Datei, 46 kB)
Gisela Peters: Heringssalat nach Schwäbischer Art (PDF-Datei, 46 kB)
Marga Rathmann: Matjes mit Bohnen und Bratkartoffeln (PDF-Datei, 46 kB)
  Karpfen:
Stefanie Flierl: Karpfen in Bierpanade nach Oberpfälzer Art (PDF-Datei, 46 kB)
Vincent Klink: Karpfenfilet mit Kardamom und Piment (PDF-Datei, 183 kB)
Katja Ludwig: Meißner Karpfen im Gemüsebett (PDF-Datei, 46 kB)
Klaus Pres: Frittierter Karpfen mit Tomatensoße nach chinesischer Art (PDF-Datei, 46 kB)
Ursula Pres: Geschmorter Karpfen mit Tofu nach chinesischer Art (PDF-Datei, 46 kB)
Erni Steigerwald: Karpfen mit Tomaten und Basilikum (PDF-Datei, 46 kB)
Christoph Trautwein: Karpfen blau mit Schwips (PDF-Datei, 46 kB)
  Makrele:
Uta Berninghaus: Makrelen in pikanter Tomatensoße (PDF-Datei, 46 kB)
Bernhard Diers: Makrele in Koriander-Würzbutter mit Tomaten-Olivenrisotto (PDF-Datei, 249 kB)
Andrej Kuttruf: Makrelen in Käsesoße (PDF-Datei, 46 kB)
Michael Riechers: Makrelen mit Kräuter-Speck-Füllung (PDF-Datei, 46 kB)
Nathalie Schaewitz: Makrelen im Ofen (PDF-Datei, 46 kB)
Lisa Schreiber: Makrelen in Papier (PDF-Datei, 46 kB)
  Seelachs (Köhler):
Bettina Biero: Köhler-Frikassee mit Kapern (PDF-Datei, 46 kB)
Jörg Hähn: Köhler-Röllchen in Weinsoße (PDF-Datei, 46 kB)
Renate Haugke: Köhler in Knoblauch (PDF-Datei, 47 kB)
Frank Knöfel: Köhlerfilet auf Safranspargel (PDF-Datei, 47 kB)
Bernd Wicklein: Köhler-Auflauf mit Champignons und Zucchini (PDF-Datei, 47 kB)


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 14.01.2010