Demeter stoppt Irreführung mit Fisch
Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart hatte darauf hingewiesen, dass
Fisch aus konventioneller Erzeugung als Demeter-Ware bezeichnet wurde.
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| Irreführende Preisschilder |
| Wir hatten in mehreren Stuttgarter Bio-Geschäften irreführende
Beschriftungen an Kühlregalen gefunden. Dort stand die
Bezeichnung "Demeter" auf Preisschildern von Produkten
der Marke "Wild Ocean", obwohl diese konventionellen Seefisch
enthalten.
Nach unserer Ansicht wurde durch die Beschriftungen bei Kunden
der falsche Eindruck erweckt, es handele sich um Bio-Fisch. Auch
Demeter sah diese Gefahr und griff nach unserem Hinweis ein.
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© Hermes
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| Der Kabeljau, Schellfisch oder Seelachs der Marke
"Wild Ocean" stammt nicht von Demeter selbst, sondern
von einer "Demeter Felderzeugnisse GmbH ". Diese ist ein
Vertragsnehmer von Demeter und vertreibt auch konventionellen Nicht-Bio-Fisch.
Für Verbraucher ist dieser Unterschied aber nicht erkennbar,
denn sie setzen den Namen "Demeter" mit Bio-Produkten
gleich und erwarten bei Fisch mit dieser Bezeichnung entsprechende
Öko-Ware.
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© Hermes
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Demeter vertreibt jedoch gar keinen Seefisch, und der Verband hat
nach eigenen Angaben auch keine Richtlinien für Meeres-Produkte.
Außerdem darf laut Demeter-Kriterien kein wildgefangener Fisch
als Demeter-Ware bezeichnet werden.
Trotz dieser strengen Demeter-Kriterien wurde unserem Testkunden
in einem Bio-Laden sogar versichert, man könne wildgefangenen
Seefisch in Demeter-Bio-Qualität liefern.
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© Hermes
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| Irreführende Preislisten |
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Der Verkäufer nannte sogar gefährdete Arten wie Schwarzen
Heilbutt und Dornhai (Schillerlocken). Als Beleg gab er unserem
Testkunden eine Demeter-Preisliste von Jahr 2003 mit vermeintlichem
Bio-Fisch.
Auch diese Preisliste ist irreführend. Wie das Foto
zeigt, trägt die Liste auf der Vorderseite das Demeter-Logo.
Beim Fisch-Angebot auf der Rückseite fehlt jedoch der Hinweis,
dass diese Ware aus konventioneller Erzeugung ist.
(Sie können das Bild vergrößern, indem Sie darauf
klicken. Die Pfeile wurden von uns zur Verdeutlichung angebracht.
Zudem können Sie sich hier die vollständige Preisliste
(PDF-Datei, 558 kB) ansehen.)
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© Hermes
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Um es zu betonen: Demeter trifft keine Schuld! Die von uns
beanstandeten Irreführungen wurden nach unserem Hinweis von
Demeter sofort gestoppt. Außerdem fanden wir nur irreführende
Preisschilder mit dem Namen "Demeter", auf der Verpackung
selbst ist der Fisch korrekt als konventionelle Ware ausgezeichnet.
Trotzdem sollten Sie als Verbraucher folgendes beachten: Bio-Fisch-Produkte
müssen auf der Verpackung das Zeichen anerkannter Öko-Verbände
(wie Demeter oder Naturland) tragen oder zumindest die geschützte
Bezeichnung "Bio" oder "Öko". Einen
Überblick über das Angebot an Bio-Fisch in Stuttgart bietet
Ihnen unsere aktuelle Bio-Fisch-Liste.
Wenn Sie ökologisch unbedenklichen Fisch suchen, können
Sie sich auch im Greenpeace-Verbraucherführer
"Fisch & Facts" informieren.
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| Ergebnis |
| Nachdem wir Demeter auf die beschriebenen
Irreführungen hingewiesen hatten, erklärte uns ein Vertreter
von Demeter Felderzeugnisse: "Dies ist weder von uns veranlasst
noch in unserem Sinne. Wenn Sie uns mitteilen könnten, um welche
Läden es sich handelt, werden wir dies mit den Inhabern sofort
klären. Die Preisschilder werden von den Läden selbst erstellt.
Wir selbst haben darauf keinen Einfluss. Wir deklarieren die Produkte
weder als "Bio" und erst recht nicht als "Demeter".
Auf diesen Produkte kürzen zudem unseren Firmennamen "D.-Felderzeugnisse
GmbH" ab, um nicht indirekt "Demeter" oder "Demeter-Qualität"
zu suggerieren. Ich könnte mir aber denken, dass die Läden
nicht die Absicht hatten, diese Produkte so zu deklarieren, sondern
dass es sich dabei um einen unglücklich gewählten Kürzel
für den Lieferanten der Produkte handelt." |
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| Download |
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Im aktuellen Flugblatt "Leere
Meere - leere Teller" (PDF-Datei, 62 kB) finden Sie
eine Liste mit Beispielen, welche Bio-Fisch-Produkte man in
Stuttgart kaufen kann und wo man sie findet. |
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Im Verbraucherführer
"Fisch & Facts" (PDF-Datei, 318 kB) können
Sie nachlesen, welche Fischarten aus ökologischer Sicht
als "akzeptabel", "kritisch" oder "katastrophal"
einzuordnen sind. |
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In einem älteren "Fisch & Facts", der Rückseite
des Fischführers 2003 (PDF-Datei, 235 kB), finden Sie
Hintergrund-Informationen zu den Themen "Kabeljaukrise",
"Tiefsee-Fischerei" und "Chemie im Fisch". |
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Unser Infoblatt "Die
Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei,
525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen
und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. |
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Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
13.02.2006
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