Presseerklärung vom 20. Juni 2005

800 Stuttgarter fordern Schutz für Wale

Island soll Harpunen wieder auf den Schrott werfen

Stuttgart, 20.06.2005 - Zeitgleich mit dem Beginn der Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) in Ulsan/Südkorea will die Greenpeace-Gruppe Stuttgart dem isländischen Konsulat in Stuttgart (Motorstr. 51) am Montag, den 20. Juni 2005 um 14:30 Uhr rund 800 gesammelte Protest-Unterschriften gegen die isländische Waljagd übergeben. Die Unterzeichner fordern Konsulin Emmy Hartmann auf, sich für den Schutz der Wale einzusetzen.

Trotz des seit knapp 20 Jahren geltenden Waljagd-Moratoriums konnten die Waljagd-Nationen ihr Treiben fortsetzen mit dem Hinweis auf eine Klausel im Vertragstext, welche die Tötung von Walen zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Im August 2003 hat auch Island die Waljagd unter diesem Deckmantel wieder aufgenommen. Seitdem starben 61 Großwale durch isländische Harpunen - und das, obwohl der Waltourismus (Whale-Watching) zu einer Haupteinnahmequelle für den Fremdenverkehr Islands geworden ist. Blau-, Sei-, Finn- und Buckelwale halten sich in den Küstengewässern Islands auf, die furchtlosen Minkewale kommen sehr nahe an Boote heran. Jedes Jahr besuchen über 60.000 Touristen die isländischen Fjorde, um Wale in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, und lassen dafür bis zu acht Millionen Euro im Land.

Schon ohne Waljagd fallen jedes Jahr mehrere hunderttausend Wale den Folgen menschlicher Aktivitäten zum Opfer, beispielsweise durch die massive Meeresverschmutzung oder einfach als ungewollter Beifang in den Fischernetzen. Dessen ungeachtet versuchen die Waljagd-Nationen auf der diesjährigen IWC-Tagung, mit der Einführung eines so genannten „Bewirtschaftungssystems“ (englisch: „Revised Management Scheme“) das Waljagd-Moratorium abzuschaffen.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 03.07.2005