Protest vor isländischem Konsulat gegen Waljagd

Hintergrund

Ende Juni 2005 kam im südkoreanischen Ulsan die Internationale Walfang-Kommission (IWC) zu ihrer Jahrestagung zusammen. Auf der Konferenz versuchten einige Staaten (geführt von Island, Norwegen und Japan) erneut, das seit 1986 geltende Jagdverbot für Wale aufzuweichen.
Island hatte die Jagd erst 2003 wieder aufgenommen. Greenpeace will durch gezielten Druck auf die isländische Regierung erreichen, dass das Land die Gruppe der drei Waljagd-Nationen in der IWC wieder verlässt.


© Peters

Unterschriften-Aktion

Am 20.06.2005, am Tag als die IWC-Tagung in Südkorea begann, besuchten wir die isländische Konsulin in Stuttgart, um einen Protestbrief und hunderte Unterschriften gegen die Waljagd in Island zu übergeben. Sie war zwar zu einem kurzen Gespräch bereit, weigerte sich allerdings, die Unterlagen an ihre Regierung weiterzuleiten. Die Konsulin sagte wörtlich: "Ich fühle mich nicht zuständig."

Die isländische Regierung verstößt mit ihrer "wissenschaftlichen" Waljagd seit Jahren gegen die Bemühungen der meisten IWC-Staaten, Wale vor der Ausrottung zu bewahren. Wenn diese Missstände angeprangert werden, erklären sich ihre Vertreter aber frech für "nicht zuständig". Doch Greenpeace fühlt sich für den Schutz der Wale zuständig! Wir werden deshalb weiter gegen die illegale Waljagd von Island, Norwegen und Japan protestieren.


© Peters

Unterschriften-Sammlung

So haben wir bereits am 11.06.2005, gut eine Woche vor Beginn der IWC-Jahrestagung, am Stuttgarter Schlossplatz Unterschriften gegen die isländische Waljagd gesammelt. mehr...

In nur wenigen Stunden unterstützten knapp 800 Menschen die Greenpeace-Forderung an die isländische Regierung, die Waljagd sofort zu beenden. Eine vernünftige Alternative wäre, rund um Island Walschutzgebiete zu schaffen und damit um Touristen zu werben.


© Hermes


"Harpunen zum Schrott - Schutzgebiete statt Waljagd" war auch das Motto, unter dem wir nach unserem Besuch im isländischen Konsulat vor dem Gebäude protestierten. Für Island ist die Waljagd völlig unsinnig, da sie der Tourismus-Branche schadet. Erjagtes Walfleisch dagegen ist fast wertlos, weil es in Island kaum gegessen wird und das Fleisch nicht exportiert werden darf.

Lesen Sie hierzu auch unser Flugblatt "Schutzgebiete statt Waljagd" (PDF-Datei, 109 kB) und unsere Presseerklärung.


© Flierl      Walschutzgebiete jetzt!

Ergebnis

Da sich die isländische Konsulin in Stuttgart weigerte, unseren Brief und die Protest-Unterschriften von rund 800 empörten Bürgern anzunehmen und weiterzuleiten, haben wir das für sie übernommen. Wir schickten unser Unterschriften-Paket an die isländische Botschaft in Berlin, wo in diesen Tagen auch tausende weitere Unterschriften von anderen Greenpeace-Aktionen eintrafen.

Der weltweite Protest gegen die illegale Waljagd von Island, Norwegen und Japan zeigt Wirkung. Die Mehrheit der Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) lehnte es auf der diesjährigen Tagung erneut ab, das seit 1986 geltende weltweite Verbot der Waljagd aufzuheben. Dessen ungeachtet und entgegen internationales Recht kündigte die japanische Regierung an, ihre so genannte "wissenschaftliche" Waljagd auf mehr als tausend Tiere im Jahr zu verdoppeln.


Download
In unserem Flugblatt "Schutzgebiete statt Waljagd" (PDF-Datei, 109 kB) erläutern wir am Beispiel von Island, wie sich ein Verzicht auf Waljagd nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch lohnt.
Das Greenpeace-Infoblatt "Die Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei, 525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.
In unserer bebilderten Broschüre "Wale - geliebt, bedroht, gejagt. Weltpark für Wale statt Fangquoten" (PDF-Datei, 1.760 kB) finden Sie ausführliche Hintergrund-Informationen über Walarten und Waljagd.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 04.07.2005