Presseerklärung vom 19. März 2005

Helft der Meerjungfrau, stoppt Überfischung!

Greenpeace empfiehlt Verbrauchern, nur Fisch von unbedenklichen Arten oder mit Bio-Siegel zu kaufen.

Stuttgart, 19.03.2005 - Aktivisten der Greenpeace-Gruppe Stuttgart und eine Meerjungfrau protestieren am nächsten Samstag, den 19. März 2005 für eine nachhaltige Fischerei. An einem Stand in der unteren Königstraße informieren sie zwischen 11 und 16 Uhr über die Gefährdung vieler Fischarten durch Überfischung. Passanten können sich gemeinsam mit der Meerjungfrau und einer Schrifttafel mit der Aufschrift "Raubt uns nicht den letzten Fisch!" fotografieren lassen, um die Forderung nach einer nachhaltigen Fischerei zu unterstützen. Die Fotos werden anschließend auf der Homepage der Greenpeace-Gruppe Stuttgart unter http://www.greenpeace-stuttgart.de veröffentlicht

"Die rücksichtslose Fischerei wird bald auch den letzten Fischbeständen den Garaus machen, wenn die Fangflotten nicht bald auf die Hälfte reduziert werden und in ökologisch empfindlichen Gebieten nicht mehr gefischt werden darf", sagt Thorsten Peters, Fischerei-Experte der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. Darüber hinaus fordert er, durch angepasste Fischerei-Methoden den Beifang drastisch zu verringern und von jeder Art nur noch so viel zu fangen, dass der Bestand nicht gefährdet wird. Verbraucher können zum Erhalt bedrohter Fischarten beitragen, indem sie nur Fisch aus Bio-Aquakultur oder nicht akut gefährdeter Arten kaufen. Dazu zählen derzeit nur Makrele, Hering, Karpfen und Seelachs (Köhler). Letztgenannter darf nicht mit dem bedrohten Alaska-Seelachs verwechselt werden.

Wo es in Stuttgart Fisch aus Bio-Aquakultur gibt, steht auf einem Flugblatt, das die Greenpeace-Aktivisten verteilen. Außerdem geben sie den neuen Einkaufsratgeber „Fisch & Facts“ aus. Darin werden Bestand oder Haltungsbedingungen der einzelnen Fischarten sowie die Fangmethoden und die dabei entstehenden Schäden erläutert. "Für ein festliches Fischgericht muss nicht Schillerlocke oder Viktoria-Barsch aufgetischt werden", sagt Peters. Dass sich auch mit Makrele, Hering, Karpfen oder Seelachs leckere Gerichte zubereiten lassen, zeigen Rezepte der Stuttgarter Sterneköche Vincent Klink und Bernhard Diers, die beide exklusiv für Greenpeace geschrieben haben und welche die Umweltschützer am Stand verteilen.

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind drei Viertel aller kommerziell genutzten Fischarten am Rande ihrer Belastbarkeit oder überfischt. Neben der Überfischung sind unangepasste Fangmethoden die Hauptursache der Bedrohung. Bis zu 70 Prozent eines Fangs wird als Beifang tot wieder über Bord gekippt.

Als Bio-Aquakultur bezeichnet man eine Fischzucht nach ökologischen Richtlinien. Dazu zählen niedrige Besatzdichten, ökologisch produziertes Futter sowie das Verbot von vorbeugenden Medikamentengaben und Gentechnik. Fisch aus Bio-Aquakultur erkennt man an den Zeichen der Öko-Verbände Demeter und Naturland oder am staatlichen Bio-Siegel.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 24.03.2005