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Presseerklärung vom 29. September 2005 Schützt die verborgene Vielfalt der Tiefsee!Greenpeace fordert Verbot der Grundschleppnetzfischerei auf hoher See Stuttgart, 29.09.2005 - Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart protestieren am Samstag, den 1. Oktober 2005 zwischen 11 und 16 Uhr gegen Grundschleppnetzfischerei und die Zerstörung von Tiefseebergen. In der oberen Königstraße informieren sie gemeinsam mit einer Meerjungfrau über die noch weitgehend unerforschten Ökosysteme der Tiefsee. Passanten können sich an einer Unterschriften-Sammlung beteiligen, mit der Greenpeace die Europäische Kommission zu einem effektiven Schutz der Tiefsee auffordert. „Da viele küstennahe Seegebiete bereits ausgebeutet sind und für die Fangflotten dort nichts mehr zu holen ist, wird nun die Tiefsee systematisch leergefischt. Die Fischerei mit Grundschleppnetzen zerstört faszinierende, kaum erforschte Ökosysteme und muss daher sofort verboten werden“, sagt Thorsten Peters, Fischerei-Experte bei Greenpeace Stuttgart. Neben einem Verbot der Grundschleppnetzfischerei auf hoher See fordert Greenpeace die Einrichtung eines globalen Netzwerks von Meeresschutzgebieten, das weltweit mindestens 40 Prozent der Ozeane umfasst, sowie eine nachhaltige Fischerei. Nur wenn nach dem Vorsorgeprinzip gefischt wird, kann man die Ausrottung vieler Fischarten noch verhindern. Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) stehen weltweit drei Viertel aller Fischarten an der Belastungsgrenze oder sind überfischt. Die Fangflotten weichen daher von den küstennahen Gewässern auf die hohe See und in größere Meerestiefen aus. Bei der Jagd auf Tiefseefische werden mit Gewichten bestückte Fangnetze über den Meeresboden gezogen, wo sie alles Leben zerstören. Besonders gefährdet sind Tiefseeberge oder Seamounts, die Höhen von über tausend Metern erreichen, sich aber vollständig unter der Meeresoberfläche befinden. Diese Ökosysteme sind Lebensraum von Korallen, Schwämmen und tausender weiterer Tierarten, darunter auch viele Fische, die sich im Schutz der Seeberge ausruhen oder laichen. „Innerhalb kürzester Zeit zerstören die Schleppnetze, was über Jahrtausende gewachsen ist“, so Greenpeace-Meeresexperte Thorsten Peters. „Endemische und bisher unbekannte Arten gehen für immer verloren. Daher muss die Europäische Union jetzt handeln: Nur sie ist in der Lage, ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei auf hoher See durchzusetzen und die Ökosysteme der Tiefsee wirkungsvoll zu schützen.“ Greenpeace wird die bundesweit gesammelten Unterschriften an EU-Fischerei-Kommissar Joe Borg übergeben. Verbraucher können eine nachhaltige Fischerei unterstützen, indem sie nur Fisch von Arten kaufen, die nicht bedroht sind und nicht mit zerstörerischen Methoden gefangen werden. Weitere Informationen dazu enthält der Verbraucherführer „Fisch & Facts“, den man auch im Internet auf der Homepage der Greenpeace-Gruppe Stuttgart unter http://www.greenpeace-stuttgart.de findet.
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