Schützt die verborgene Vielfalt der Tiefsee!

Greenpeace Deutschland kämpft seit 25 Jahren für den Schutz der Meere

Hintergrund

Vor 25 Jahren trat die deutsche Sektion von Greenpeace zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Aktivisten hinderten am 13. Oktober 1980 und in den folgenden Tagen den Frachter "Kronos" mit einer spektakulären Aktion daran, den Hafen von Nordenham zu verlassen und Dünnsäure in der Nordsee zu verklappen. Auch zweieinhalb Jahrzehnte nach dieser ersten Aktion kämpft Greenpeace Deutschland weiter für den Schutz der Meere.
Neben der Vergiftung ist die Überfischung der Ozeane eines der Hauptprobleme beim Meeresschutz. Weil die üblichen Fanggebiete ausgebeutet sind, weichen die Fischfangflotten immer mehr in die Tiefsee aus. Dabei werden große Seegebiete durch riesige Grundschleppnetze leergefischt, die über den Meeresboden gezogen werden. Greenpeace wendet sich mit einer Unterschriften-Sammlung gegen diese brutale Fangmethode, durch die auch die einzigartige Artenvielfalt der Tiefseeberge (Seamounts) bedroht ist.

Unterschriften-Aktion

Um diesen Raubbau zu stoppen, sammelten wir am 01.10.2005 in der Stuttgarter Königstraße Unterschriften, die Greenpeace der Europäischen Kommission übergeben wird. Unterstützt wurden wir dabei wieder von einer Meerjungfrau, die uns schon im März 2005 besucht hatte. Die "Tiefsee-Expertin" erzählte Passanten und Presse aus eigener Erfahrung, wie ihre Freunde die Fische ausgerottet werden.

Lesen Sie auch unser Infoblatt "Tiefseeberge: Oasen in Gefahr" (PDF-Datei, 155 kB) und unsere Presseerklärung.


© Kostüm: Jasmin Kohlöffel
© Flierl


Die Fischbestände der Tiefsee können sich im Fall der Überfischung kaum wieder erholen. Tiefseetiere vermehren sich wegen ihrer extremen Umweltbedingungen in absoluter Dunkelheit und unter hohem Wasserdruck nämlich nur langsam. Besonders gefährdet ist die Artenvielfalt an Tiefseebergen (Seamounts), die Lebensraum von Fischen, Korallen, Schwämmen und zahlloser weiterer Tierarten sind. Grundschleppnetze zerstören hier in kürzester Zeit, was über Jahrtausende gewachsen ist.

Helfen Sie mit, die verborgenen Vielfalt der Tiefsee zu retten. Sie können auch selbst Unterschriften sammeln! Alle notwendigen Angaben und weitere Informationen über die Grundschleppnetz-Fischerei finden Sie auf der Unterschriftenliste (PDF-Datei, 241 kB).


© Flierl

"Rezepte gegen Überfischung"

Bei unserer Unterschriften-Aktion fanden auch unsere "Rezepte gegen Überfischung" viel Interesse, die uns die prominenten Stuttgarter Sterneköche Vincent Klink und Bernhard Diers zur Verfügung gestellt haben.

Um Verbraucher zu Umweltbewusstsein beim Fischkauf anzuregen, hatten wir bekannte Köche gebeten, mit ihrem persönlichen Rezept eine Alternative zum Raubbau an den Fischbeständen aufzuzeigen. Sie durften für diese Fischrezepte jedoch nur die unbedenklichen Arten Hering, Karpfen, Makrele und Seelachs (Köhler) verwenden.

Die Rezepte von Vincent Klink und Bernhard Diers sowie zahlreiche weitere "Rezepte gegen Überfischung" finden Sie hier...


© Flierl

Greenpeace-Verbraucherführer

Interessierte Passanten erhielten auch den neuen Verbraucherführer "Fisch & Facts" (Download siehe unten). Er zeigt, welche Fischarten aus ökologischer Sicht unbedenklich sind - und welche Sie besser nicht kaufen sollten!

Zum einen können Sie ökologisch unbedenkliche Fischarten kaufen, wie Hering, Karpfen, Makrele und Seelachs (Köhler).
Und zum anderen finden Sie in Bioläden, aber auch in normalen Supermärkten, immer häufiger Fisch aus Bio-Aquakultur.


Grundschleppnetz-Fischer
© Greenpeace


Greenpeace fordert,
...Grundschleppnetze sofort zu verbieten,
...für jegliche Fischerei das Vorsorge-Prinzip festzuschreiben und
...ein globales Netz von Meeresschutzgebieten zu schaffen, das weltweit mindestens 40 Prozent der Ozeane umfasst.

Ergebnis

Trotz Dauerregen konnten wir immerhin 200 Unterschriften sammeln und mehrere hundert Flugblätter und Verbraucherführer "Fisch & Facts" verteilen.
Die Stuttgarter Nachrichten berichteten am folgenden Dienstag mit einem Foto-Artikel über unsere Aktion und über die Greenpeace-Forderungen für eine nachhaltige Fischerei.


Download
Im Infoblatt "Tiefseeberge: Oasen in Gefahr" (PDF-Datei, 155 kB) finden Sie Hintergrund-Informationen darüber, wie das Leben in der Tiefsee durch Grundschleppnetz-Fischerei gefährdet wird.
Unser Infoblatt "Die Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei, 525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.
Im Verbraucherführer "Fisch & Facts" (PDF-Datei, 582 kB) können Sie nachlesen, welche Fischarten aus ökologischer Sicht als "akzeptabel", "kritisch" oder "katastrophal" einzuordnen sind.
In einem älteren "Fisch & Facts", der Rückseite des Fischführers 2003 (PDF-Datei, 235 kB), finden Sie Hintergrund-Informationen zu den Themen "Kabeljaukrise", "Tiefsee-Fischerei" und "Chemie im Fisch".
Auf der Überblicksseite zu unserem Projekt "Rezepte gegen Überfischung" finden Sie Fischrezepte mit ökologisch unbedenklichen Arten zum Herunterladen - darunter auch Rezepte, die die prominenten Stuttgarter Sterneköche Vincent Klink und Bernhard Diers exklusiv für uns geschrieben haben.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 24.11.2006