"Initiative Pro Walfleisch" - unser Aprilscherz 2006

Hintergrund

Die japanische Waljagd-Flotte ist auch in der Saison 2005/2006 wieder im Südpolarmeer unterwegs, um dort hunderte Minkewale zu töten. Diesmal sollen 935 Minkewale geschossen werden - das sind doppelt so viele wie in der vergangenen Saison. Japan missachtet damit das von der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) 1986 erlassene Waljagd-Verbot und das 1994 eingerichtete Walschutz-Gebiet im Südpolarmeer.

Am 01.04.2006 hat die Initiative Pro Walfleisch, eine Lobbyorganisation der japanischen Waljagd-Industrie, im Rahmen ihrer Württembergischen Walfleisch-Woche in der Stuttgarter Königstraße den Passanten Walfleisch-Häppchen zum Probieren angeboten.
Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart protestierte direkt neben dem Probierstand gegen die Verkostung und gegen die japanische Waljagd. Zuvor hatten wir in einer Presseerklärung vor der Initiative Pro Walfleisch gewarnt - in einer zweiten Pressemitteilung klärten wir dann schließlich unseren Aprilscherz auf. :o)



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Scherz mit ernstem Hintergrund

Manche Passanten fielen auf unseren Aprilscherz und die angebliche "Initiative Pro Walfleisch" herein und probierten "Minkewal-Pastete". Einige freuten sich auch über das "Rezept" für die Pastete, das von den beiden "Mitarbeitern" der Initiative verteilt wurde.

Die Meinungen über den Geschmack reichten von "geschmacklos" bis "fade" - kein Wunder, denn bei den Probier-Stückchen handelte es sich in Wirklichkeit um mit Roter Bete gefärbten Tofu!!! ;o)


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Passanten, die die Walfleisch-Pastete entrüstet ablehnten, kamen nebenan zu unserer Protest-Aktion - spätestens hier klärten wir sie über unseren Aprilscherz auf. Zugleich erfuhren die Passanten vom ernsten Hintergrund der Aktion:

Neben Island und Norwegen tötet auch Japan in dieser Saison wieder hunderte Wale. Und das Land will in diesem Jahr erneut versuchen, das Jagd-Verbot der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) aufheben zu lassen.


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Die meisten Passanten lehnten die Jagd der Japaner auf Wale klar ab und ließen sich von uns zum Thema informieren. Unsere Broschüren über die Arbeit von Greenpeace zum Schutz der Meere und der Wale stießen auf großes Interesse (Download siehe unten).

Außerdem verteilten wir unser Flugblatt "Japanische Fangflotten auf der Jagd nach Walen" (PDF-Datei, 118 kB).


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Unterschriften-Sammlung

Die IWC kommt vom 16. bis 20. Juni 2006 im karibischen Insel-Staat St. Kitts & Navis zu ihrer Jahrestagung zusammen. Die japanische Regierung wird sich auf der Tagung wie schon in den vergangenen Jahren dafür einsetzen, dass das seit 1986 geltende Waljagd-Verbot aufgehoben wird. Ungeachtet dessen rechtfertigt Japan den illegalen Abschuss hunderter Wale in jeder Saison mit einer angeblich "wissenschaftlichen" Waljagd. mehr...

Greenpeace hat deshalb eine Unterschriften-Sammlung gegen die japanische Waljagd gestartet, an der sich am 01.04.2006 auf dem Stuttgarter Schlossplatz hunderte Menschen beteiligten. Greenpeace wird sich gestützt durch diese Unterschriften auf der IWC-Jahrestagung dafür einsetzen, dass das seit zwanzig Jahren geltende Waljagd-Verbot erhalten bleibt.


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Neben der Waljagd werden Wale und Delfine auch durch zahlreiche andere Gefahren bedroht:

So verlieren sie durch Überfischung der Weltmeere ihre Nahrungsgrundlage, zehntausende Kleinwale ertrinken als Beifang in Fischerei-Netzen, durch Umweltgifte werden Immunsystem und Fortpflanzung der Wale geschädigt und menschlicher Unterwasserlärm stört die Orientierung der Meeressäuger.


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Greenpeace-Forderungen

Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Wale hat Greenpeace eine Reihe von Forderungen aufgestellt:
Japan, Norwegen und Island müssen sofort und endgültig ein Ende der Waljagd verkünden.
Das weltweite Handelsverbot für Wal-Produkte muss aufrecht erhalten werden.
Rund 40 Prozent der Meere müssen unter Schutz gestellt und weltweit müssen Walschutz-Gebiete eingerichtet werden.
Die Internationale Walfang-Kommission (IWC) muss sich von einer Walnutzungs- zu einer Walschutz-Organisation wandeln.

Walschutz-Gebiet
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Ergebnis

Wir konnten am 1. April mehr als 900 Unterschriften gegen die japanische Waljagd sammeln sowie rund 500 Flugblätter und Broschüren zum Thema verteilen. Viele Menschen freuten sich (trotz des ernsten Hintergrunds) über unseren Aprilscherz und lobten die ungewöhnliche Art, wie wir auf das Problem aufmerksam machten.

Noch am Tag unserer Aktion in Stuttgart konnte Greenpeace einen Teilerfolg erzielen: Der japanische Konzern Nissui erklärte nach internationalen Protesten, dass er aus dem Geschäft mit Walfleisch aussteigt. Nissui war einer der größten Anteilseigner des Unternehmens Kyodo Senpaku, das die japanischen Waljagd-Flotte betreibt. Die Waljäger haben damit einen ihrer wichtigsten privaten Geldgeber verloren. Allerdings springt jetzt der japanische Staat als Geldgeber ein.

Übrigens: Falls Ihnen unser Aprilscherz 2006 mit der angeblichen "Initiative Pro Walfleisch" irgendwie bekannt vorkommt - vor sechs Jahren hatten wir mit einer ähnlichen Aktion schon einmal auf die illegale Waljagd aufmerksam gemacht. mehr... (Auch damals hatten wir schon ein leckeres "Walfleisch-Rezept", nämlich "Gefüllter Wal".) Seither ist es Greenpeace jedes Jahr neu gelungen, die von Japan geforderte Aufhebung des Waljagd-Verbots durch die Internationale Walfang-Kommission (IWC) zu verhindern.


Download
In unserem Flugblatt "Japanische Fangflotten auf der Jagd nach Walen" (PDF-Datei, 118 kB) erläutern wir, welche Auswirkungen die "wissenschaftliche" Waljagd Japans auf die Meeressäuger hat.
Im Infoblatt "Wissenschaftliche Kritik an japanischem Walfang" (PDF-Datei, 26 kB) sind die Ergebnisse einer neuseeländischen Studie über "wissenschaftliche" Waljagd zusammengefasst.
Das Film-Dokument "Grausame Waljagd" (AVI-Datei, 8,9 MB) zeigt, wie brutal die "wissenschaftliche" Waljagd der Japaner ist. Diese Bilder können für Betrachter seelisch belastend sein!
In unserer bebilderten Broschüre "Wale - geliebt, bedroht, gejagt. Weltpark für Wale statt Fangquoten" (PDF-Datei, 1.760 kB) finden Sie ausführliche Hintergrund-Informationen über Walarten und Waljagd.
Das Greenpeace-Infoblatt "Die Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei, 525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 05.04.2006