Das Stuttgarter Bio-Fisch-Projekt

Hintergrund

Laut Welternährungsorganisation FAO stehen 85 Prozent aller kommerziell genutzten Fischarten an ihrer Belastungsgrenze oder sind bereits über­fischt. Verbraucher müssen deshalb aber nicht auf Fisch verzichten! Zum einen kann man sich bei Fisch aus Wildfang nach dem Greenpeace-Fischratgeber richten. Zum anderen findet man in Bio-Läden und Supermärkten immer öfter Fisch aus Bio-Aquakultur. Dessen Verzehr kann helfen, die überfischten Wildbestände zu entlasten.
Um die Verbraucher vor allem auf diese zweite umweltfreundliche Möglichkeit aufmerksam zu machen, hat Greenpeace Stuttgart im Jahr 2005 ein Bio-Fisch-Projekt begonnen. Seitdem haben wir jedes Jahr recherchiert, wo man in Stuttgart Bio-Fisch kaufen kann, und unsere Ergebnisse veröffentlicht.

Recherche-Ergebnisse

Wenn Sie einen Beitrag gegen die weltweite Überfischung leisten wollen, müssen Sie nicht auf Fischgerichte verzichten. Neben ökologisch unbedenklichen Fischarten gibt es auch immer mehr Fisch aus Bio-Aquakultur. Die Ergebnisse unserer Recherchen der vergangenen Jahre finden Sie hier:

Stuttgarter Bio-Fisch-Liste 2012
Stuttgarter Bio-Fisch-Liste 2011
Stuttgarter Bio-Fisch-Liste 2010
Stuttgarter Bio-Fisch-Liste 2009
Stuttgarter Bio-Fisch-Liste 2008
Stuttgarter Bio-Fisch-Liste 2007
Stuttgarter Bio-Fisch-Liste 2006
Stuttgarter Bio-Fisch-Liste 2005


Logo des Bio-Fisch-Projekts
© Gekle

Wie erkennen Sie Bio-Fisch?

Bio-Fisch-Produkte erkennt man am EU-Biosiegel oder den Zeichen anerkannter Öko-Verbände, wie zum Beispiel Naturland. Sie tragen zudem in der Regel die geschützten Begriffe "Bio" oder "Öko" im Produktnamen.

Vorsichtig ist dagegen angebracht bei Fisch mit unklarer Herkunftsangabe. So sind beispielsweise Produkte aus "kontrolliertem" oder "nachhaltigem" Fang kein Bio-Fisch, sondern Wildfang! Da diese Begriffe nicht geschützt sind, sagen sie in der Regel wenig über die tatsächliche Nachhaltigkeit des Produkts aus. Bio-Fisch stammt dagegen immer aus Biologischer oder Ökologischer Aquakultur.

Kunden müssen außerdem wissen: Nicht alle Fisch-Produkte aus Bio-Läden sind Bio-Fisch! Tatsächlich wird dort auch viel Fisch aus Wildfang verkauft! Der Fisch ist zwar in der Regel formal korrekt gekennzeichnet - also ohne die Begriffe "Bio" oder "Öko". Den meisten Kunden ist aber nicht bewusst, dass sie für teures Geld herkömmlichen Fisch kaufen.

Wir sind sogar auf eine Pastete gestoßen, bei der Bio-Fisch mit einer konventionellen, bedrohten Fischart vermischt ist. In diesem Fall ist Bio-Lachs nämlich mit Alaska-Seelachs versetzt, dessen Bestände von Greenpeace wegen rücksichtsloser Fangmethoden und teilweise starker Überfischung als kritisch eingestuft werden.

Darüber hinaus müssen Fischkäufer aufpassen, da sich bei manchen Produkten die Angabe "Bio" oder "Öko" nicht auf den Fisch selbst bezieht, sondern nur Beilagen abdeckt, wie Gemüse oder Panade!

Zunehmend wird Fisch mit dem Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) im Handel angeboten. Der Nachhaltigkeitsgedanke des MSC ist prinzipiell richtig. Allerdings erlauben die schwachen Kriterien auch die Zertifizierung beifangbelasteter Fischereien oder überfischter Bestände, wie dies zum Beispiel beim Nordsee-Hering teilweise der Fall ist. Der Kauf von MSC-zertifiziertem Fisch ist damit nur eingeschränkt empfehlenswert.

Fisch-Ratgeber

Neben Bio-Fisch-Produkten können Verbraucher zum Schutz der Weltmeere auch beitragen, indem sie den richtigen konventionellen Fisch kaufen.

Welche Arten wir aus ökologischer Sicht empfehlen können und welche Sie lieber nicht nehmen sollten, zeigt Ihnen unser neuer Fisch-Ratgeber (Download siehe unten). Zurzeit ist leider nur der Konsum von wenigen Fischarten vertretbar.


© Kornstädt/Kehnschärper/GP

Erfolge

2009:
Unser Bio-Fisch-Projekt ist auch Vorbild für ähnliche Greenpeace-Projekte in anderen Städten. So haben inzwischen Greenpeace Mainz / Wiesbaden und Greenpeace München ein eigenes Bio-Fisch-Projekt begonnen.

2008:
Die Zeitschrift SüdZeit berichtete in einem langen Artikel über das Bio-Fisch-Projekt (und über unser Projekt "Rezepte gegen Überfischung").

2007:
Bei Recherchen stießen wir auf eine Bio-Lachs-Pastete, bei der der falsche Eindruck entstand, der Lachs sei von Naturland zertifiziert. Außerdem wurde der Bio-Lachs mit gefährdetem, konventionellem Alaska-Seelachs vermischt. Nachdem wir Naturland hierüber informiert hatten, nahm der Öko-Verband mit dem Hersteller Kontakt auf, um diese Praxis zu stoppen. mehr...

2005:
Bei unseren Recherchen stellten wir in mehreren Bio-Läden fest, dass Fisch aus konventioneller Erzeugung als Demeter-Ware bezeichnet wurde. Nachdem wir Demeter hierüber informiert hatten, nahm der Öko-Verband mit den Laden-Inhabern Kontakt auf und stoppte diese Praxis. mehr...

2004:
Über unsere erste Bio-Fisch-Liste informierte der Südwestrundfunk (SWR) gleich zweimal. mehr... Neben dem SWR-Fernsehen berichtete über das Projekt auch das Hörfunk-Programm SWR 4 Baden-Württemberg (RealAudio-Datei, 2:33 min, 2 kB/s). Wenn Sie den RealPlayer ab Version 8 installiert haben (Download unter: http://www.real.com), können Sie sich den Radio-Bericht online anhören.

Download
In unserem "Supermarkt-Ranking Fisch" (PDF-Datei, 555 kB) listen wir auf, wie sehr die deutschen Supermärkte und Discounter zum Schutz der weltweiten Fischbestände beitragen.
Im neuen Greenpeace-Fisch-Ratgeber (PDF-Datei, 619 kB) können Sie nachlesen, welche Fischarten aus ökologischer Sicht als "vertretbar" oder "nicht vertretbar" einzuordnen sind.
Unser Infoblatt "Der Mensch und das Meer" (PDF-Datei, 8,5 MB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.


Webmaster, Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung: 02.12.2011