Presseerklärung vom 1. Juni 2006

Harpunen zum Schrott!

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart fordert von der norwegischen Regierung: "Schutzgebiete statt Waljagd!"

Stuttgart, Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart sammeln am Samstag, den 3. Juni 2006 ab 10 Uhr in der oberen Königstraße Unterschriften gegen die norwegische Waljagd. Mit ihrer Aktion unter dem Motto "Harpunen zum Schrott!" fordern die Umweltschützer die Regierung in Oslo auf, Schutzgebiete für die bedrohten Wale einzurichten. Anlass der Unterschriften-Aktion ist die Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC), die in zwei Wochen auf der Inselgruppe St. Kitts und Navis in der Karibik beginnt.

"Schon heute verdient die norwegische Wirtschaft mit Wal-Beobachtungstouren für Urlauber mehr, als die Waljagd finanziell einbringt", erläutert Katja Ludwig, Wale-Expertin der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Die Tötung der Meeressäuger ist deshalb auch aus wirtschaftlicher Sicht unsinnig." Walfleisch lässt sich in Norwegen kaum vermarkten, weil es wegen seines hohen Fettgehalts von den meisten Verbrauchern abgelehnt wird. Außerdem ist es stark mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet.

Trotzdem hat Norwegen angekündigt, in diesem Jahr bis zu 1.052 Zwergwale zu töten. Das ist mehr als je zuvor seit Wiederaufnahme der kommerziellen norwegischen Waljagd vor 13 Jahren. Norwegen erkennt das Waljagd-Verbot der IWC nicht an. Ludwig sagt: "Wir fordern daher die norwegische Regierung auf, die Waljagd sofort zu beenden und Walschutz-Gebiete einzurichten. Wir werden die gesammelten Unterschriften dem norwegische Konsul in Stuttgart, Holger Härter, überreichen mit der Bitte, sie weiterzuleiten.

Die drei letzten verbliebenen Waljagd-Nationen Norwegen, Island und Japan werden nach Informationen von Greenpeace auf der IWC-Jahrestagung vom 16. bis 20. Juni 2006 in St. Kitts und Navis erneut versuchen, die seit 1986 verbotene kommerzielle Waljagd wieder legalisieren zu lassen. Außerdem bemühen sich Norwegen, Island und Japan seit Jahren bei den Vertragsstaatenkonferenzen des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES), den weltweiten Handel mit Wal-Produkten wieder zuzulassen.

Greenpeace verlangt von Norwegen, Island und Japan, die Bestimmungen der Internationalen Walfang-Kommission und des Washingtoner Artenschutzabkommens einzuhalten und die vom Aussterben bedrohten Wale wirksam zu schützen. Hierzu sollen die Waljagd sofort eingestellt und ein weltweites Netzwerk von Meeresschutzgebieten geschaffen werden. Laut Greenpeace müssen mindestens 40 Prozent der Meere dauerhaft unter besonderen Schutz gestellt werden!



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 03.06.2006