Greenpeace fordert: "Harpunen zum Schrott!"

Unterschriften-Aktion will "Schutzgebiete statt Waljagd!"auch in Norwegen erreichen

Hintergrund

Die Internationale Walfang-Kommission (IWC) kam vom 16. bis 20. Juni auf der Inselgruppe St. Kitts & Navis in der Karibik wieder zu ihrer Jahrestagung zusammen. Auf der Konferenz versuchten einige Staaten (geführt von Norwegen, Island und Japan) erneut, das bereits seit 1986 geltende Jagdverbot für Wale aufzuweichen.
Norwegen hat angekündigt, in diesem Jahr bis zu 1.052 Zwergwale zu töten. Das sind mehr als je zuvor seit Wiederaufnahme der kommerziellen norwegischen Waljagd im Jahr 1993. Die norwegische Regierung erkennt das Waljagd-Verbot der IWC nicht an und vertuscht das Abschlachten nicht einmal (wie Japan) unter dem Deckmantel einer angeblich "wissenschaftlichen" Waljagd.

Unterschriften-Sammlung

Nachdem wir im April 2006 in der Stuttgarter Königstraße schon gegen die japanische Waljagd protestiert hatten, sammelten wir dort am 03.06.2006 erneut Unterschriften - diesmal gegen die Waljagd in Norwegen! Diese Unterschriften werden wir noch vor der IWC-Jahrestagung dem norwegischen Konsul in Stuttgart übergeben.

Lesen Sie auch unser Flugblatt "Harpunen zum Schrott!" (PDF-Datei, 589 kB) und unsere Presseerklärung.


© Hermes



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Auf unserem Banner war das Motto der Aktion und unserer Hauptforderung an die norwegische Regierung zu lesen: "Harpunen zum Schrott! - Schutzgebiete statt Waljagd!"

Viele Menschen können nicht verstehen, warum Norwegen, Island und Japan immer noch Wale jagen. Dabei ist längst klar, dass lebendige Wale auch aus wirtschaftlichen Gründen viel wertvoller sind als tote.

Walschutzgebiete jetzt!
© Flierl      Walschutzgebiete jetzt!

Schutzgebiete statt Waljagd

Die norwegische Tourismus-Branche verdient nämlich bereits jetzt durch so genanntes Whale-Watching, also Boot-Safaris zur Walbeobachtung, mehr als die Waljäger mit dem erbeuteten Fleisch. Erjagtes Walfleisch ist so gut wie wertlos, weil es in Norwegen selbst kaum nachgefragt wird und das Fleisch nicht exportiert werden darf.

Die norwegische Regierung sollte daher anstatt Wale zu jagen weitere Schutzgebiete für sie ausweisen, so wie sie es bei der Inselgruppe der Lofoten bereits getan hat.


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Neben der Waljagd werden Wale und Delfine auch durch viele andere Gefahren bedroht:

Durch die Überfischung der Weltmeere verlieren sie ihre Nahrungsgrundlage.
Jährlich ertrinken mehr als 300.000 Kleinwale als Beifang in Fischerei-Netzen.
In ihrer Fettschicht reichern sich Umweltgifte an, die Immunsystem und Fortpflanzung schädigen.
Außerdem stört menschlicher Unterwasserlärm ihre Orientierung und macht sie krank.
Darüber hinaus führt der Klimawandel zum Verlust der Lebensräume von Walen und Delfinen.


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Greenpeace-Forderungen

Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Wale hat Greenpeace eine Reihe von Forderungen aufgestellt:

Norwegen, Island und Japan müssen sofort und endgültig ein Ende der Waljagd verkünden.
Das weltweite Handelsverbot für Wal-Produkte muss weiterhin aufrecht erhalten bleiben.
Rund 40 Prozent der Meere müssen unter Schutz gestellt und weltweit müssen Walschutz-Gebiete eingerichtet werden.
Die Internationale Walfang-Kommission (IWC) muss sich von einer Walnutzungs- zu einer Walschutz-Organisation wandeln.


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Ergebnis

Wir konnten fast 890 Unterschriften gegen die norwegische Waljagd sammeln sowie rund 300 Flugblätter und hunderte Broschüren zum Thema verteilen. Am Tag unserer Aktion wiesen die Stuttgarter Nachrichten in ihren "Kleinen Stadtnotizen" auf unsere Unterschriften-Sammlung in der Königstraße hin.
Am 14.06.2006 übergaben wir die Unterschriften und einen Protestbrief im norwegischen Konsulat in Stuttgart, wo man uns versprach, sie an die norwegische Botschaft in Berlin weiterzuleiten. mehr...

Der weltweite Protest gegen die illegale Waljagd von Norwegen, Island und Japan zeigte Wirkung. Die Internationale Walfang-Kommission (IWC) lehnte es auf der diesjährigen Tagung erneut ab, das seit zwanzig Jahren geltende weltweite Verbot der Waljagd aufzuheben. Allerdings konnte Japan durch den Kauf der Stimmen ärmerer Staaten erstmals einen Abstimmungserfolg verbuchen. Mit 33 gegen 32 Stimmen wurde eine unverbindliche Erklärung verabschiedet, wonach Wale künftig wieder kommerziell gejagt werden sollen. Das generelle Waljagdverbot bleibt aber bestehen, weil für dessen Abschaffung eine Drei-Viertel-Mehrheit der Mitgliedstaaten notwendig wäre.


Download
In unserem Flugblatt "Harpunen zum Schrott! Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart fordert von der norwegischen Regierung: "Schutzgebiete statt Waljagd!" (PDF-Datei, 589 kB) sind unsere Argumente gegen das Abschlachten der Meeressäuger noch einmal zusammengefasst.
In unserer bebilderten Broschüre "Wale - geliebt, bedroht, gejagt. Weltpark für Wale statt Fangquoten" (PDF-Datei, 1.760 kB) finden Sie ausführliche Hintergrund-Informationen über Walarten und Waljagd.
Das Film-Dokument "Grausame Waljagd" (AVI-Datei, 8,9 MB) zeigt, wie brutal die "wissenschaftliche" Waljagd der Japaner ist. Diese Bilder können für Betrachter seelisch belastend sein!
Das Greenpeace-Infoblatt "Die Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei, 525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 21.06.2006