| Stuttgart: Greenpeace setzt sich mit
einer Unterschriften-Sammlung für die Schaffung von Meeresschutzgebieten
ein. Aktivisten der Greenpeace-Gruppe Stuttgart warben am Samstag,
den 14. Oktober 2006 von 11 bis 16 Uhr in der unteren Königstraße
von Stuttgart für die Einrichtung von Meeresschutzgebieten.
Sie sammeln Unterschriften, die der Bundeskanzlerin Merkel überreicht
werden sollen, damit sie sich auf EU-Ebene für solche Schutzgebiete
einsetzt.
„Schutzgebiete an Land sind heute eine Selbstverständlichkeit“,
sagt Winfried Urner, Meeresexperte der Greenpeace-Gruppe Stuttgart.
„Auf See können wertvolle Ökosysteme dagegen immer
noch rücksichtslos ausgebeutet und zerstört werden.“
Greenpeace fordert deshalb, mindestens 40 Prozent der Weltmeere
dauerhaft unter Schutz zu stellen. Hierdurch sollen unter anderem
die Laichgebiete von Fischen, empfindliche Korallenriffe und artenreiche
Tiefseeberge geschützt werden.
„Die Weltmeere sind in Seenot, weil sie immer mehr mit Schadstoffen
wie Chemikalien und Erdöl vergiftet werden“, erklärt
Winfried Urner. „Auch der weltweite Klimawandel belastet die
Meere, weil er durch Erwärmung und Strömungsänderung
empfindliche Lebensräume wie Korallenriffe absterben lässt.“
Die Oberfischung ist eine der größten Bedrohungen für
die Meere. Mittlerweile sind drei Viertel aller kommerziell genutzten
Fischarten überlastet. Besonders rücksichtslos ist die
Fischerei mit Grundschleppnetzen, durch die der Meeresboden umgepflügt
und artenreiche Ökosysteme wie Tiefseeberge zerstört werden.
Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart warb deshalb um Passanten, die sich
mit ihrer Unterschrift für eine EU-Meeresstrategie-Richtlinie
einsetzen. Mit ihr bietet sich die einmalige Gelegenheit (Chance),
den Schutz und die Nutzung der Meere zu verbinden. Auch durch ihr
Kaufverhalten können Bürger zum Schutz der Weltmeere beitragen.
So verteilten die Umweltschützer den neuen Greenpeace-Verbraucherführer
„Fisch & Facts“ 2006, mit dessen Hilfe man beim
Einkauf erkennen kann, welche Fischarten aus ökologischer Sicht
empfehlenswert sind.
Den neuen Verbraucherführer „Fisch & Facts“
bekommt man auch im Internet als Download unter www.greenpeace-stuttgart.de.
Weitere Informationen über den Schutz der Weltmeere sind unter
www.greenpeace.de/sosweltmeer zu finden.
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