Irreführung mit Bio-Fisch-Pastete aufgedeckt

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart hatte festgestellt, dass Bio-Lachs mit gefährdetem Alaska-Seelachs vermischt und fälschlich als Naturland-Ware bezeichnet wurde.

Hintergrund

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart hat im Herbst 2007 das vierte Jahr in Folge recherchiert, wo man in Stuttgart welchen Bio-Fisch kaufen kann. Die Ergebnisse haben wir im Dezember 2007 bei einem Info-Stand und in unserer aktuellen Bio-Fisch-Liste veröffentlicht.

Bei unseren Recherchen stellten wir fest, dass in mehreren Läden eine Fisch-Pastete verkauft wurde, bei der Bio-Lachs mit gefährdetem Alaska-Seelachs vermischt wurde. Zudem entstand der falsche Eindruck, der Lachs sei von Naturland zertifiziert. Nachdem wir Naturland hierüber informiert hatten, nahm der Öko-Verband mit dem Hersteller Kontakt auf, um diese Praxis zu stoppen.


Logo des Bio-Fisch-Projekts
© Flierl

Bio-Lachs mit gefährdetem Alaska-Seelachs

Wir hatten in mehreren Stuttgarter Bio-Geschäften Pasteten der Sorte "Bio-Lachs mit Dill-Spitzen" des Anbieters "Fontaine" gefunden (siehe Foto rechts), bei denen der Bio-Lachs mit Alaska-Seelachs vermischt ist.

Laut Zutaten-Liste enthält die Pastete nämlich neben 40 Prozent Bio-Lachs auch 17 Prozent konventionellen Alaska-Seelachs (siehe nächstes Foto rechts). Diese Fischart ist wegen rücksichtsloser Fangmethoden und teilweise starker Überfischung gefährdet.


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Greenpeace empfiehlt deshalb, auf den Verzehr von Alaska-Seelachs zu verzichten. In einer Bio-Lachs-Pastete sollte diese Fischart nach unserer Ansicht erst recht nicht verarbeitet werden. Verbraucher dürfen erwarten, dass einer Bio-Lachs-Pastete kein konventioneller und zudem gefährdeter Fisch beigemischt wird.

Hinzu kommt, dass der Anbieter "Fontaine" den falschen Eindruck erweckt, der Bio-Lachs in dieser Pastete sei vom Öko-Verband Naturland zertifiziert.


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Bio-Lachs von Naturland?

"Fontaine" verwendet auf der Verpackung der Pastete "Bio-Lachs mit Dill-Spitzen" die irreführende Formulierung "Bio-Lachs ist ein von Naturland vergebenes Warenzeichen..." (siehe Foto rechts).

Das stimmt nicht! Der Begriff "Bio-Lachs" ist kein Warenzeichen von Naturland! Vielmehr sind die Bezeichnungen "Bio" und "Öko" gesetzlich geschützt - ihre Verwendung wird durch deutsche und europäische Gesetzgebung geregelt und nicht durch Öko-Verbände. Die Verbände haben aber eigene, strengere Richtlinien. Allerdings sind Fontaine-Produkte bislang nicht von Naturland zertifiziert.

Für Verbraucher ist das aber nicht erkennbar, denn sie erwarten, dass der Begriff "Naturland" auf der Verpackung die Richtlinien und Qualitätskontrollen durch den Öko-Verband garantiert.


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Um es zu betonen: Naturland trifft keine Schuld! Nachdem wir Naturland über die von uns beanstandeten Irreführungen informiert hatten, nahm der Verband mit dem Hersteller Kontakt auf, um diese Praxis zu stoppen.

Trotzdem sollten Sie als Verbraucher folgendes beachten: Einen Überblick über das Angebot an Bio-Fisch in Stuttgart bietet Ihnen jeweils unsere aktuelle Bio-Fisch-Liste. Wenn Sie ökologisch unbedenklichen Fisch suchen, können Sie sich auch im Fisch-Ratgeber von Greenpeace (Download siehe unten) informieren.

Ergebnis

Nachdem wir Naturland auf die beschriebenen Irreführungen hingewiesen hatten, erklärte uns ein Vertreter des Bio-Verbandes: "Nur wo Naturland drin ist, steht Naturland drauf und umgekehrt! Das heißt, dass in diesem Fall nicht Naturland drin ist, bzw. wir keinerlei Zertifizierungsverfahren bei Fontaine durchführen (...). Dieser Verweis ist nicht zulässig, und wir werden die Firma auffordern, ihn zu entfernen. Auch eine Mischung von Öko-Aquakulturprodukten mit solchen aus der Wildfischerei ohne Zertifizierungsstatus würden wir in Naturland zertifizierten Produkten nicht akzeptieren."

Download
Im aktuellen Flugblatt "Leere Meere - leere Teller" (PDF-Datei, 62 kB) finden Sie eine Liste mit Beispielen, welche Bio-Fisch-Produkte man in Stuttgart kaufen kann und wo man sie findet.
Im neuen Greenpeace-Fisch-Ratgeber (PDF-Datei, 538 kB) können Sie nachlesen, welche Fischarten aus ökologischer Sicht als "vertretbar" oder "nicht vertretbar" einzuordnen sind.
Unser Infoblatt "Die Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei, 525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 23.09.2008