Irreführung mit Bio-Fisch-Pastete aufgedeckt
Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart hatte festgestellt, dass Bio-Lachs
mit gefährdetem Alaska-Seelachs vermischt und fälschlich als
Naturland-Ware bezeichnet wurde.
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| Bio-Lachs mit gefährdetem Alaska-Seelachs |
| Wir hatten in mehreren Stuttgarter Bio-Geschäften Pasteten
der Sorte "Bio-Lachs mit Dill-Spitzen" des Anbieters "Fontaine"
gefunden (siehe Foto rechts), bei denen der Bio-Lachs mit Alaska-Seelachs
vermischt ist.
Laut Zutaten-Liste enthält die Pastete nämlich neben
40 Prozent Bio-Lachs auch 17 Prozent konventionellen Alaska-Seelachs
(siehe nächstes Foto rechts). Diese Fischart ist wegen rücksichtsloser
Fangmethoden und teilweise starker Überfischung gefährdet.
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© Hermes
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| Greenpeace empfiehlt deshalb, auf den Verzehr von Alaska-Seelachs
zu verzichten. In einer Bio-Lachs-Pastete sollte diese Fischart
nach unserer Ansicht erst recht nicht verarbeitet werden. Verbraucher
dürfen erwarten, dass einer Bio-Lachs-Pastete kein konventioneller
und zudem gefährdeter Fisch beigemischt wird.
Hinzu kommt, dass der Anbieter "Fontaine" den falschen
Eindruck erweckt, der Bio-Lachs in dieser Pastete sei vom Öko-Verband
Naturland zertifiziert.
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© Hermes
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| Bio-Lachs von Naturland? |
| "Fontaine" verwendet auf der Verpackung der Pastete
"Bio-Lachs mit Dill-Spitzen" die irreführende Formulierung
"Bio-Lachs ist ein von Naturland vergebenes Warenzeichen..."
(siehe Foto rechts).
Das stimmt nicht! Der Begriff "Bio-Lachs" ist kein
Warenzeichen von Naturland! Vielmehr sind die Bezeichnungen
"Bio" und "Öko" gesetzlich geschützt
- ihre Verwendung wird durch deutsche und europäische Gesetzgebung
geregelt und nicht durch Öko-Verbände. Die Verbände
haben aber eigene, strengere Richtlinien. Allerdings sind Fontaine-Produkte
bislang nicht von Naturland zertifiziert.
Für Verbraucher ist das aber nicht erkennbar, denn
sie erwarten, dass der Begriff "Naturland" auf der Verpackung
die Richtlinien und Qualitätskontrollen durch den Öko-Verband
garantiert.
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© Hermes
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| Um es zu betonen: Naturland trifft keine Schuld! Nachdem
wir Naturland über die von uns beanstandeten Irreführungen
informiert hatten, nahm der Verband mit dem Hersteller Kontakt auf,
um diese Praxis zu stoppen.
Trotzdem sollten Sie als Verbraucher folgendes beachten: Einen
Überblick über das Angebot an Bio-Fisch in Stuttgart bietet
Ihnen jeweils unsere aktuelle Bio-Fisch-Liste.
Wenn Sie ökologisch unbedenklichen Fisch suchen, können
Sie sich auch im Fisch-Ratgeber
von Greenpeace (Download siehe unten) informieren.
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| Ergebnis |
Nachdem wir Naturland auf die beschriebenen Irreführungen
hingewiesen hatten, erklärte uns ein Vertreter des Bio-Verbandes:
"Nur wo Naturland drin ist, steht Naturland drauf und umgekehrt!
Das heißt, dass in diesem Fall nicht Naturland drin ist, bzw.
wir keinerlei Zertifizierungsverfahren bei Fontaine durchführen
(...). Dieser Verweis ist nicht zulässig, und wir
werden die Firma auffordern, ihn zu entfernen. Auch eine Mischung
von Öko-Aquakulturprodukten mit solchen aus der Wildfischerei
ohne Zertifizierungsstatus würden wir in Naturland zertifizierten
Produkten nicht akzeptieren."
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| Download |
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Im aktuellen Flugblatt "Leere
Meere - leere Teller" (PDF-Datei, 62 kB) finden Sie
eine Liste mit Beispielen, welche Bio-Fisch-Produkte man in
Stuttgart kaufen kann und wo man sie findet. |
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Im neuen Greenpeace-Fisch-Ratgeber
(PDF-Datei, 538 kB) können Sie nachlesen, welche Fischarten
aus ökologischer Sicht als "vertretbar" oder
"nicht vertretbar" einzuordnen sind. |
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Unser Infoblatt "Die
Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei,
525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen
und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. |
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Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
23.09.2008
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