Presseerklärung vom 6. Juni 2008

Schutzgebiete statt Waljagd

Greenpece fordert von der dänischen Regierung, sich in der Walfang-Kommission wieder für Walschutz einzusetzen.

Stuttgart, 06.06.2008 - Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart sammeln am Samstag, den 7. Juni 2008 bei einem Infostand am Umwelttag auf dem Stuttgarter Schlossplatz Unterschriften für einen besseren Walschutz. Mit ihrer Aktion unter dem Motto "Harpunen zum Schrott – Schutzge-biete statt Waljagd!" fordern die Umweltschützer die dänische Regierung auf, sich international für die bedrohten Wale einzusetzen. Anlass der Unterschriften-Aktion ist die Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC), die in zwei Wochen in Chile beginnt.

Ein Thema der IWC-Jahrestagung ist die deutliche Ausweitung des Walschutzgebietes im Südatlantik. Dänemark weigert sich als einziger Staat der Europäischen Union, dem Schutzgebiet zuzustimmen. "Das dänische Verhalten in der Walfang-Kommission ist skan-dalös", sagt Katja Ludwig, Wale-Expertin der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Die Dänen sind durch europäische Gesetzgebung zum Schutz der Wale verpflichtet. Jetzt müssen sie ihre internationalen Verpflichtungen auch erfüllen!"

Die Mitgliedsstaaten der IWC hatten sich 1986 auf ein weltweites Jagdverbot für Wale geei-nigt. Auch Dänemark stimmte damals für den Jagdstopp und unterstützte 1994 ein Schutz-gebiet in der Antarktis. Mit dem Regierungswechsel in Dänemark im Jahr 2001 wechselte das Land allerdings ins Lager der Waljagd-Befürworter. Greenpeace hat den dänischen Umweltminister bereits in einem Brief aufgefordert, sich für einen besseren Walschutz und für die Ausweitung des Walschutzgebietes im Südatlantik einzusetzen. Um dieser Forde-rung Nachdruck zu verleihen, hat Greenpeace eine internationale Unterschriften-Sammlung gestartet, für die jede Stimme gebraucht wird.

"Schon heute wird mit Wal-Beobachtungstouren für Urlauber weltweit mehr Geld verdient, als die Waljagd finanziell einbringt", erläutert Katja Ludwig. "Walfleisch lässt sich kaum vermarkten, weil es wegen seines hohen Fettgehalts von den meisten Verbrauchern abge-lehnt wird. Außerdem ist es stark mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet.

Greenpeace verlangt von den letzten Waljagd-Nationen Norwegen, Island und Japan, die Bestimmungen der Internationalen Walfang-Kommission einzuhalten und die vom Ausster-ben bedrohten Wale wirksam zu schützen. Hierzu sollen die Waljagd sofort eingestellt und ein weltweites Netzwerk von Meeresschutzgebieten geschaffen werden. Laut Greenpeace müssen mindestens 40 Prozent der Meere unter besonderen Schutz gestellt werden!



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 03.06.2008