Greenpeace-Erfolg bei Kantinen-Fisch

Das Kasino des Südwestrundfunks in Stuttgart achtet künftig auf ein nachhaltiges Fischangebot.

Hintergrund

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind weltweit drei Viertel aller kommerziell genutzten Fischarten an der Belastungsgrenze oder überfischt. Um einen Beitrag gegen die Überfischung zu leisten, muss man aber nicht auf Fischgerichte verzichten - es kommt nur darauf an, den richtigen Fisch zu verwenden! Aus ökologischer Sicht sind zurzeit nur einige Fischarten vertretbar. Außerdem können wir Fischprodukte aus Bio-Aquakultur empfehlen.
Um breite Bevölkerungsgruppen zu mehr Umweltbewusstsein beim Fischessen anzuregen, haben wir die Kantinen von verschiedenen Stuttgarter Behörden und Unternehmen angeschrieben, um sie für dieses Thema zu sensibilisieren. Wir baten sie, ihre Mitarbeiter durch die Umstellung des Fischangebots auf Alternativen zum Raubbau an den weltweiten Fischbestände hinzuweisen.

Lobbyarbeit

Die Leitung vom Kasino des Südwestrundfunks (SWR) in Stuttgart war für unserere Vorschläge sofort aufgeschlossen. Nach Beratung durch uns erklärte sich der öffentlich-rechtliche Sender bereit, in seiner Kantine künftig auf ein nachhaltiges Fischangebot zu achten.

Darüber hinaus veranstaltete das Stuttgarter SWR-Kasino Ende Juli 2008 eine "nachhaltige Fischwoche", in der täglich eine andere, ökologisch unbedenklich Fischsorte angeboten wurde.


© Südwestrundfunk



Seelachs (Köhler): teils vertretbar
© Piecha / Greenpeace

Wenn Sie ökologisch unbedenklichen Fisch suchen, können Sie sich in unserem Fisch-Ratgeber informieren (Download siehe unten). Einen Überblick über das Angebot an Bio-Fisch in Stuttgart bietet Ihnen unsere aktuelle Bio-Fisch-Liste.


Seehecht: stark überfischt
© Piecha / Greenpeace
Ergebnis
Der Südwestrundfunk ist bereit, in seiner Kantine künftig auf ein nachhaltiges Fischangebot zu achten. Außerdem veranstaltete die Kantine des Senders Ende Juli 2008 eine "nachhaltige Fischwoche", die im hausinternen Intranet so beworben wurde:
"Das SWR-Kasino Stuttgart veranstaltet (...) in dieser Woche die Aktion "Nachhaltige Fischwoche", in der keine Arten verarbeitet werden, die derzeit vom Überfischungsproblem betroffen sind. Somit muss der Gast vorerst unter anderem auf Rotbarsch und Scholle verzichten. Neben derzeit aus ökologischer Sicht als Speisefisch aus Wildfang noch vertretbaren Arten wie Hering, Makrele oder Köhler bietet das Kasino als Alternative auch Fisch aus Bio-Aquakulturen an, beispielweise Forelle und Lachs. Im Vorfeld der Fischwoche hat sich das Kasino von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart über ökologisch akzeptablen Fischkonsum informieren lassen und das Angebot in diese Richtung soweit möglich verbessert."
Download
Im neuen Greenpeace-Fisch-Ratgeber (PDF-Datei, 538 kB) können Sie nachlesen, welche Fischarten aus ökologischer Sicht als "vertretbar" oder "nicht vertretbar" einzuordnen sind.
Sie wollen gern Fischprodukte aus Bio-Aquakultur kaufen, wissen aber nicht, wo man in Stuttgart welchen Bio-Fisch kaufen kann? Schauen Sie doch in unsere aktuelle Bio-Fisch-Liste!
Unser Infoblatt "Die Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei, 525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 23.09.2008