Auch Fische brauchen Schutzgebiete!

Greenpeace kämpft für echte Meeresschutzgebiete in Nord- und Ostsee.

Hintergrund

Das Leben in Nord- und Ostsee ist durch Überfischung, Raubbau und Verschmutzung stark gefährdet. Greenpeace fordert daher, mindestens 40 Prozent der Meere unter Schutz zu stellen. Ein Beispiel für ein besonders schützenswertes Seegebiet ist das Sylter Außenriff westlich der Nordsee-Insel Sylt. Dieses Riff hat eine ungewöhnlich große Artenvielfalt, weil es aus in der Nordsee seltenem, steinernem Hartgrund besteht, während der Meeresboden sonst meist sandig ist.
Deutschland hat das Sylter Außenriff zwar bereits 1994 als Schutzgebiet an die Europäische Union gemeldet, doch dieser Schutz besteht bislang nur auf dem Papier. Greenpeace kämpft deshalb zurzeit in der Nordsee mit verschiedenen Aktionen für den Schutz des Sylter Außenriffs. So hat Greenpeace in dem Seegebiet hunderte tonnenschwere Felsbrocken versenkt, um die Fischerei mit Grundschleppnetzen zu stoppen und für junge Fische zusätzlichen Schutz zu schaffen.

Mitmach-Aktion

Zugleich startete Greenpeace eine Unterschriften-Sammlung, damit sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel für echte Schutzgebiete in Nord- und Ostsee einsetzt. Auch wir haben am 06.09.2008 in der Stuttgarter Königstraße Unterschriften gesammelt. Die Passanten konnten auch auf kleinen Steinen unterschreiben, die von uns in einer Plexiglas-Kiste an den Minister geschickt werden.

Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung und unser Flugblatt "Auch Fische brauchen Schutzgebiete!" (PDF-Datei, 154 kB).


Bannergrafik des Sylter Außenriff
© Hermes



© Hermes

Auf unserem Banner mit der Aufschrift "Auch Fische brauchen Schutzgebiete!" zeigten wir Passanten die Lage des besonders schützenswerten Sylter Außenriffs vor der schleswig-holsteinischen Küste.

Wir erklärten Passanten, dass intakte Schutzgebiete wie Frischkuren für die Meere wirken. Die Fischbestände können sich dort erholen, und Fischer können außerhalb dieser Gebiete wieder höhere Fangquoten erzielen.


Karte des Sylter Außenriff
© Greenpeace
Greenpeace-Forderungen

Um die Ökosysteme in Nord- und Ostsee vor Überfischung, Raubbau und Verschmutzung zu schützen, fordert Greenpeace...
...ein Netz von Meeres-Schutzgebieten einzurichten. Mindestens 40 Prozent von Nord- und Ostsee müssen dauerhaft unter Schutz gestellt werden!
...die Plünderung der Meere zu stoppen. Für überfischte Arten muss ein völliger Fangstopp verhängt werden, bis sich die Bestände erholt haben!
...den Bergbau am Meeresboden zu beenden. Der Abbau von Sand und Kies in Nord- und Ostsee durch schwere Saugbagger muss gestoppt werden!
...die Meere nicht länger als Müllkippen zu missbrauchen. Alle Einleitungen von Erdöl, giftigen Stoffen und radioaktiven Substanzen müssen aufhören!


© Hermes

Ergebnis
Wir konnten mehr als 300 Unterschriften für den Schutz von Nord- und Ostsee sammeln und viele Passanten auf die Gefährdung der Meere hinweisen. So verteilten wir hunderte Flugblätter und andere Informationsbroschüren (Download siehe unten).
Download
In unserem Flugblatt "Alarm für Nord- und Ostsee" (PDF-Datei, 271 kB) finden Sie die Forderungen, die Greenpeace zum Schutz beider Meere an Politik und Fischerei-Industrie stellt.
Das Infoblatt "Fische in Seenot" (PDF-Datei, 200 kB) beschreibt, welches Ausmaß der Raubbau an den weltweiten Fischbestände inzwischen erreicht hat.
Unser Infoblatt "Umgepflügte Meeresböden" (PDF-Datei, 363 kB) erläutert die Zerstörung von Meeres-Ökosystemen durch unangepasste Fischerei-Methoden (wie Schlepp- oder Treibnetze).
Unser Spezial-Info "Die Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei, 525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.
Im neuen Greenpeace-Fisch-Ratgeber (PDF-Datei, 538 kB) können Sie nachlesen, welche Fischarten aus ökologischer Sicht als "vertretbar" oder "nicht vertretbar" einzuordnen sind.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 23.09.2008