Greenpeace fordert: "Harpunen zum Schrott!"

Unterschriften-Aktion gegen Japans kommerzielle Waljagd

Hintergrund

Vom 22. bis 25. Juni 2009 fand die Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) auf der Insel Madeira (Portugal) statt. Da sich Waljagd-Befürworter und -gegner weiterhin unversöhnlich gegenüberstehen, wurden auch diesmal keine wirksamen Beschlüsse zum Schutz der Wale getroffen. Die Bestände leiden mittlerweile nicht nur unter der Jagd, sondern sind in wachsendem Maß auch durch die fortschreitende Zerstörung des Meeres-Ökosystems bedroht.
Die Abschussquote des Waljagdstaats Japans beläuft sich 2009 auf über 1100 Wale, darunter auch so bedrohte Arten wie der Finnwal, der auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) steht. Trotz des seit 1986 geltenden IWC-Moratoriums der Jagd auf Großwale setzt Japan das kommerzielle Abschlachten der Meeressäuger auch dieses Jahr unbeeindruckt fort, unter dem Vorwand der sogenannten "wissenschaftlichen" Waljagd.

Unterschriften-Sammlung

Am 04.07.2009 sammelten wir in der Stuttgarter Königstraße Protest-Unterschriften gegen die kommerzielle Waljagd Japans. Fast 400 Bürgerinnen und Bürger haben sich an der Aktion beteiligt und damit ihr Missfallen gegenüber der Haltung Japans zum Ausdruck gebracht. Darüber hinaus konnten wir mehrere Hundert Flugblätter und Broschüren zum Thema an interessierte Passanten verteilen und den Menschen anhand unseres Wale-Quiz einen Eindruck von der Schönheit und Vielfalt der Walarten vermitteln.

Die Unterschriftensammlung stand unter dem Motto "Harpunen zum Schrott! - Schutzgebiete statt Waljagd!", das die nicht mehr zeitgemäße Einstellung Japans zum Ausdruck bringt und die Alternative aufzeigt. Die Unterschriften werden zusammen mit dem nochmaligen Aufruf, die unsinnige Waljagd zu stoppen, an das japanische Konsulat in München gerichtet.

Lesen Sie auch unser Flugblatt "Harpunen zum Schrott!" (PDF-Datei, 102 kB).


© Häusser


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Waljagd trotz IWC-Moratorium

Japan nutzt mit seiner sogenannten wissenschaftlichen Waljagd ein Schlupfloch im Text des Moratoriums, das die Waljagd zu Forschungszwecken sogar in Schutzgebieten erlaubt. Die dürftigen Ergebnisse der japanischen Aktivitäten rechtfertigen allerdings in keiner Weise das Töten insbesondere auf der Roten Liste stehender Walarten. Dies gilt umso mehr, da die Resultate nach Ansicht zahlreicher Wissenschaftler auch mit nicht-tödlichen Forschungsmethoden gewonnen werden könnten.

Aufgrund der zunehmenden Meeresverschmutzung sind Walprodukte stark mit Schadstoffen belastet. Trotzdem erzielen sie in Japan immer noch hohe Erlöse, die Nachfrage ist allerdings stark rückläufig und die Jagdflotte muss von der Japanischen Regierung finanziell gestützt werden.

Neben Japan nutzt auch Island den Deckmantel der sogenannten wissenschaftlichen Waljagd und setzt jährlich mehrere hundert Wale auf die Abschussliste. Norwegen kennt das Moratorium der IWC generell nicht an, die Jagdquote des Landes beläuft sich auf mehr als tausend Tiere pro Jahr.
Groteskerweise bietet die Tourismus-Branche in beiden Ländern auch sogenanntes "Whale Watching" an, mit dem heute bereits höhere finanzielle Umsätze erzielt werden als mit der Waljagd. Diese aufzugeben sind die Staaten unverständlicherweise trotzdem nicht bereit.
Mittlerweile gibt es auch Absichtserklärungen anderer Länder, die kommerzielle Jagd auf Wale wieder aufzunehmen und damit gegen das Moratorium zu verstoßen, ein Kandidat ist hier z.B. Südkorea.

Da sich das Verbot der IWC nur auf Großwale bezieht, bleiben die teilweise stark bedrohten Kleinwal- und Delphinbestände diesbezüglich ohne jeden Schutz und dürfen weiterhin kommerziell bejagt werden.


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Neben der Waljagd werden Wale und Delfine auch durch viele andere Gefahren bedroht:

Durch die Überfischung der Weltmeere verlieren sie ihre Nahrungsgrundlage.
Jährlich ertrinken mehr als 300.000 Kleinwale als Beifang in Fischerei-Netzen.
In ihrer Fettschicht reichern sich Umweltgifte an, die Immunsystem und Fortpflanzung schädigen.
Außerdem stört menschlicher Unterwasserlärm ihre Orientierung und macht sie krank.
Darüber hinaus führt der Klimawandel zum Verlust der Lebensräume von Walen und Delfinen.

Greenpeace-Forderungen

Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Wale hat Greenpeace eine Reihe von Forderungen aufgestellt:

Norwegen, Island und Japan müssen sofort und endgültig das Ende der kommerzielle Waljagd beschließen.
Das weltweite Handelsverbot für Wal-Produkte muss weiterhin aufrecht erhalten bleiben.
Rund 40 Prozent der Meere müssen unter Schutz gestellt und weltweit müssen Walschutz-Gebiete eingerichtet werden.
Die Internationale Walfang-Kommission (IWC) muss sich von einer Walnutzungs- zu einer Walschutz-Organisation wandeln.

Download
In unserem Flugblatt "Harpunen zum Schrott!" (PDF-Datei, 102 kB) sind unsere Argumente gegen das Abschlachten der Meeressäuger noch einmal zusammengefasst.
In unserer bebilderten Broschüre "Wale - geliebt, bedroht, gejagt. Weltpark für Wale statt Fangquoten" (PDF-Datei, 1.760 kB) finden Sie ausführliche Hintergrund-Informationen über Walarten und Waljagd.
Das Film-Dokument "Grausame Waljagd" (AVI-Datei, 8,9 MB) zeigt, wie brutal die "wissenschaftliche" Waljagd der Japaner ist. Diese Bilder können für Betrachter seelisch belastend sein!
Das Greenpeace-Infoblatt "Die Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei, 525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 23.07.2009