Solidarität mit japanischen Walschützern

Hintergrund

Vom 21. bis 25. Juni 2010 fand in Agadir in Marokko die diesjährige Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) statt. Auf dieser Konferenz haben sich einige Staaten (geführt von den letzten drei Waljagd-Nationen Japan, Island und Norwegen) erneut dafür eingesetzt, dass das seit 1986 geltende Verbot der kommerziellen Waljagd aufgehoben wird.
Währenddessen läuft in Japan weiter der Prozess gegen die Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki, nachdem sie in ihrer Heimat einen Walfleisch-Skandal aufgedeckt hatten. Sie legten Beweise dafür vor, dass Mitglieder der japanischen Walfangflotte seit Jahren Walfleisch illegal verkauft haben. Doch statt die Diebe zu verfolgen, klagten die Behörden Sato und Suzuki an.

Unterschriften-Sammlung

Am 12.06.2010 haben wir in der Stuttgarter Königstraße gegen die Waljagd protestiert und für Solidarität mit Sato und Suzuki geworben.

Als Blickfang hatten wir zwei kleine aufblasbare Wale und ein Banner mit der Aufschrift: "Harpunen zum Schrott! - Schutzgebiete statt Waljagd!". Damit wollten wir die Bevölkerung darauf hinweisen, dass die Tourismus-Branche mit Whale Watching (also Boot-Safaris zur Walbeobachtung) mehr verdient, als die Waljäger mit dem erbeuteten Fleisch.


© Günter



© Günter

Die meisten Passanten waren über die japanische Waljagd und den Prozess gegen die beiden Walschützer empört. Sie unterschrieben gern auf unseren Unterschriften-Listen.

Japan rechtfertigt den illegalen Abschuss hunderter Wale im Jahr mit angeblich "wissenschaftlicher" Waljagd. Dies ist aber nur ein Vorwand, denn das Fleisch der Wale landet auf dem japanischen Delikatessenmarkt. mehr...


Schutzgebiete statt Waljagd!
© Flierl
Greenpeace-Forderungen

Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Wale hat Greenpeace eine Reihe von Forderungen aufgestellt:
Japan, Island und Norwegen müssen sofort und endgültig ein Ende der Waljagd verkünden.
Das weltweite Handelsverbot für Wal-Produkte muss weiterhin aufrecht erhalten bleiben.
Rund 40 Prozent der Meere müssen unter Schutz gestellt und weltweit müssen Walschutz-Gebiete eingerichtet werden.
Die Internationale Walfang-Kommission (IWC) muss sich von einer Walnutzungs- zu einer Walschutz-Organisation wandeln.

Darüber hinaus verlangt Greenpeace die Einstellung des politisch motivierten Verfahrens gegen Junichi Sato und Toru Suzuki.


© Günter


Neben der Waljagd werden Wale und Delfine auch durch viele andere Gefahren bedroht:
Durch Überfischung der Weltmeere verlieren sie ihre Nahrungsgrundlage.
Jährlich ertrinken über 300.000 Kleinwale als Beifang in Fischerei-Netzen.
In ihrer Fettschicht reichern sich Umweltgifte an, die Immunsystem und Fortpflanzung schädigen.
Außerdem stört menschlicher Unterwasserlärm ihre Orientierung und macht sie krank.
Darüber hinaus führt der Klimawandel zum Verlust der Lebensräume von Walen und Delfinen.

Ergebnis

Bei unserem Infostand am 12.06.2010 konnten wir 425 Unterschriften sammeln, mit denen sich die Bürger gegen die Waljagd und für die Freilassung der beiden japanischen Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki aussprachen. Wir haben die Unterschriften an die japanische Botschaft in Berlin geschickt. Außerdem haben wir in der Stuttgarter Königstraße mehrere hundert Flugblätter und Broschüren zum Thema an Passanten verteilt.
Die Jahrestagung 2010 der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) im marokkanischen Agadir endete erneut mit einem Patt zwischen Befürwortern und Gegnern der Waljagd. So wurde auf der einen Seite erneut die Forderung von Japan, Island und Norwegen abgelehnt, das seit 1986 geltende weltweite Verbot der Waljagd aufzuweichen. Auf der anderen Seite bleibt aber das Problem der vermeintlich "wissenschaftlichen Waljagd" bestehen.
Im Prozess gegen zwei japanische Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki hat der Staatsanwalt inzwischen eine Freiheitsstrafe von 18 Monate gefordert. Ein Urteil wird erst für September erwartet.

Download
Das Flugblatt "Bedrohte Wale im Visier" (PDF-Datei, 121 kB) sind die wichtigsten Fakten zur japanischen Waljagd noch einmal zusammengefasst.
In unserer "Walfang-Statistik Japan" (PDF-Datei, 8 kB) können Sie nachlesen, dass Japan seit dem Verbot der kommerziellen Waljagd im Jahr 1986 trotz aller Proteste bereits fast 15.000 Wale geschossen hat.
Im Infoblatt "Wissenschaftliche Kritik an japanischem Walfang" (PDF-Datei, 26 kB) sind die Ergebnisse einer neuseeländischen Studie über "wissenschaftliche" Waljagd zusammengefasst.
Das Film-Dokument "Grausame Waljagd" (AVI-Datei, 8,9 MB) zeigt, wie brutal die "wissenschaftliche" Waljagd der Japaner ist. Diese Bilder können für Betrachter seelisch belastend sein!
In unserer bebilderten Broschüre "Wale - geliebt, bedroht, gejagt. Weltpark für Wale statt Fangquoten" (PDF-Datei, 1.760 kB) finden Sie ausführliche Hintergrund-Informationen über Walarten und Waljagd.
Das Greenpeace-Infoblatt "Die Meere: Zwischen Faszination und Ausbeutung" (PDF-Datei, 525 kB) benennt die Umweltprobleme in maritimen Öko-Systemen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.


Webmaster, Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung: 03.08.2010