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Presseerklärung vom 29. November 2003 Augen auf beim Fischkauf!Greenpeace informiert über bedrohte Fischarten und fordert Ende der ÜberfischungStuttgart, 29.11.2003 - Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart macht am Samstag in der unteren Königstraße von 11 bis 16 Uhr eine Informationsaktion zum Thema Überfischung. Aktivisten, die Masken in Form von Augäpfeln über den Kopf gestülpt haben, machen die Passanten auf den Infostand aufmerksam. Dort befindet sich ein Banner mit der Aufschrift „Leere Meere, leere Teller – Nachhaltige Fischerei jetzt!“. Die Greenpeace-Aktivisten tragen Tafeln mit der Aufschrift „Augen auf beim Fischkauf!“ bei sich. Sie verteilen Einkaufsführer, welche die Verbraucher beim Fischkauf nach ökologischen Kriterien beraten, und Flugblätter mit Informationen zur Überfischung an die Passanten. „Ein Großteil der Fischbestände steht kurz vor dem Zusammenbruch. Das ist eine ökologische Katastrophe! Die Fischerei wird nicht nur kaum kontrolliert, sie wird auch mit riesigen Summen subventioniert. Diese unverantwortliche Politik, die die Überfischung tatkräftig unterstützt, muss sich dringend ändern!“, sagt Tamara Däumling, Meeresexpertin bei Greenpeace Stuttgart. Greenpeace fordert die Einrichtung von Meeresschutzgebieten, in denen der Fischfang strikt verboten ist, und ein nachhaltiges Fischereiprinzip, nach dem strenge Kontrollen die Überfischung der Bestände verhindern. Außerdem soll die Überfischung nicht mehr subventioniert und die weltweite Fischereiflotte um die Hälfte verkleinert werden. Etwa drei Viertel aller Fischarten, die vom Menschen genutzt werden, sind bereits überfischt oder stehen am Rand der Überfischung. Gleichzeitig ist in den letzten Jahrzehnten die Fischereiflotte weltweit stark angewachsen. Fischereisubventionen, die sich auf etwa 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr belaufen, sind für diese Entwicklung mitverantwortlich. Wenn nicht die Hälfte der Fischereischiffe stillgelegt wird, werden sich die Bestände vieler Fischarten laut Greenpeace nicht erholen können und aussterben. Auch andere Meerestiere sind von der intensiven Fischerei bedroht. Jedes Jahr werden rund 30 Millionen Tonnen Meerestiere, darunter Schildkröten, Fische und Wasservögel, als Beifang wieder über Bord geworfen. Die Aquakultur, also die Fischzucht in Teichen, Becken oder Käfigen im Wasser, ist laut Greenpeace keine vertretbare Alternative. „Aquakultur ist nichts anderes als Massentierhaltung im Wasser.“, so Greenpeace-Meeresexpertin Tamara Däumling. „Für die Aquakultur werden wertvolle Mangrovenwälder skrupellos abgeholzt. Außerdem produziert sie schädliche Abwässer und die Antibiotika im Fischfutter sind eine Gefahr für die Verbraucher. Nur die Bio-Aquakultur ist für Menschen und Umwelt empfehlenswert.“ Die Greenpeace-Aktivisten wenden sich am Samstag an die Verbraucher, denn sie können durch ihr Kaufverhalten das Fischangebot beeinflussen. Die Umweltschützer verteilen deshalb den Greenpeace-Fischführer, in dem die Bestandslage, die Haltung und die Fangmethoden der bekannten Speisefischarten knapp beschrieben sind. Die Arten sind in drei Kategorien eingeteilt, je nachdem, ob ihre Lage als akzeptabel, kritisch oder katastrophal beurteilt wird. Greenpeace empfiehlt den Verbrauchern, nur Fisch der Kategorie „akzeptabel“ zu kaufen. Dies sind zurzeit leider nur Karpfen, Makrele und Hering - sowie Fische aus Bio-Aqua-Kultur. Von Kabeljau und Scholle sollte man laut Greenpeace dagegen die Finger lassen.
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