Presseerklärung vom 04. Juni 2003

Die Wale sterben leise

Unterschriften- und Malaktion zum Schutz der Wale

Stuttgart, 07.06.2003 - Am Samstag, den 7.Juni, setzen sich Mitglieder der Greenpeace Gruppe Stuttgart mit einer Unterschriften Aktion für einen umfassenden Schutz der letzten Wale ein. Ein 15 Meter langer, aufblasbarer Wal steht symbolisch für seine Artgenossen, die immer noch zu Tausenden für kommerzielle Zwecke abgeschlachtet werden oder in Fischereinetzen ersticken. Am Infostand auf dem Schlossplatz informieren Mitglieder der Gruppe Stuttgart von 10 bis 16 Uhr über die aktuelle Situation der Wale sowie über Möglichkeiten sich für den Schutz einzusetzen. Die gesammelten Unterschriften sollen gezielt für die IWC (Internationale Walfang Kommission) Konferenz vom 16. - 19. Juni in Berlin eingesetzt werden, um den Druck auf die Teilnehmerstaaten zu erhöhen, den illegalen Walfang zu stoppen und endlich mehr für den Schutz dieser Tiere zu tun. Die Jugendaktivisten der Gruppe Stuttgart, laden außerdem Kinder zum Malen ein. Die Bilder sollen ebenfalls in Berlin überreicht werden.

Jahr für Jahr sterben ca. 300.000 Klein- und Großwale durch Menschenhand. Sie werden von Walfängern harpuniert oder erstochen, ca. 60.000 Tiere verenden als Beifang in Netzen der Fischereiflotten oder gehen an der schleichenden Vergiftung der Meere und dem zunehmenden Unterwasserlärm zugrunde.
Obwohl die IWC 1982 den kommerziellen Walfang verboten hat, wurden allein im Jahr 2002 1318 Pottwale geschossen. Einige Mitglieder der IWC halten sich nicht an das Moratorium oder weichen es durch Fänge, angebliche für Forschungszwecke, wieder auf. Ab dem 16. Juni wird auf der IWC Konferenz für oder gegen Walfang abgestimmt und neu über Fangquoten verhandelt. Derzeit arbeitet die IWC an einem neuen Bewirtschaftungssystem. Das Fangquotensystem soll die Bestände schützen. Die Wale-Expertin der Greenpeace Gruppe Stuttgart Annette Reiber sieht darin einen Irrweg: "Die Diskussion um Fangquoten ist längst überholt. Wir brauchen einen unmittelbaren und umfassenden Schutz für die größten Säuger der Erde."
Greenpeace fordert ein Netz von Schutzgebieten, das alle Weltmeere umfassen soll. Um ein größeres Netz von Schutzgebieten errichten zu können, ist eine grundlegende Umorientierung der IWC zu einer wirklichen Walschutzorganisation notwendig. "Der illegale Walfang muss sofort unterbunden werden. Zudem sind der Beifang und die Meeresverschmutzung zu den Hauptproblemen für das Überleben der Wale geworden", betont Reiber.

Greenpeace fordert die Teilnehmer der IWC Konferenz in Berlin dazu auf, sich mit allen Gefährdungen für die Wale auseinanderzusetzen und den Wandel in eine Walschutzorganisation voranzutreiben. "Das Überleben der größten Säugetiere ist akut gefährdet. Die Kommission muss sofort entscheidende Schritte einleiten, sonst könnte es für die Wale zu spät sein", warnt Reiber.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 22.06.2003