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Stuttgarter Zeitung vom 09. Juni 2003 Kampf um die letzten WaleStraßenaktion von GreenpeaceMitglieder von Greenpeace haben am Samstag auf dem Schlossplatz um die Unterstützung beim Schutz von Walen geworben. Mit den 1586 gesammelten Unterschriften soll bei der Konferenz der Internationalen Walfangkommission in Berlin Druck ausgeübt werden. Es klingt sarkastisch, aber vielleicht ist der riesige aufblasbare Blauwal, der am Wochenende auf dem Rasen an der Planie lag, bald das weltweit letzte - wenn auch nicht lebendige - Exemplar seiner Gattung. Denn Blauwale sind vom Aussterben bedroht. Es würden nur noch ein paar hundert Tiere in den Ozeanen leben, betonte Annette Reiber von der Greenpeace-Gruppe in Stuttgart. Am Samstag hat der 15 Meter lange Kunststoffwal in Stuttgart die Aufmerksamkeit der Passanten erregt, gestern demonstrierten Umweltschützer mit der gleichen Attrappe auf dem höchsten Berg Deutschlands, auf der Zugspitze. Ziel sei, auf die Staaten, die noch immer Walfang dulden, Druck auszuüben, so Reiber. Der Bundesministerin Renate Künast, die auf der Seite der Umweltschützer steht, soll mit Unterschriftenlisten zudem der Rücken gestärkt werden. An die Walfangkonferenz vom 16. bis zum 19. Juni in Berlin richtet Greenpeace die Forderung, einen umfassenden Schutz für die Meeressäuger zu vereinbaren und nicht über Fangquoten zu streiten. Auch Deutschlands einzige Walart ist stark gefährdet. Mindestens 7500 Schweinswale aus der Nordsee verfangen sich jährlich in Fischernetzen und ertrinken jämmerlich. Bei der Jagd auf Speisefisch würden die Netze der Fischer zur Todesfalle. Allein 60 000 Wale kämen so jedes Jahr ums Leben. Zusätzlich würden rund 300 000 Tiere von Walfängern umgebracht. Große Probleme bereiten laut Greenpeace auch U-Boot-Tests. Die Wale würden auf Grund der Signale die Orientierung verlieren. Die Folge sei, dass sich immer wieder einzelne Tiere in die flachen Küstenregionen verirren und dort qualvoll verenden. Christian Klenk Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 09.06.2003 |