Riesenwal besucht Stuttgart
Hintergrund
Jahr für Jahr sterben etwa 300.000 Klein- und Großwale durch Menschenhand. Sie werden von Walfängern
harpuniert, rund 60.000 Tiere verenden als Beifang in Netzen der Fischereiflotten oder gehen an der schleichenden Vergiftung
der Meere und dem zunehmenden Unterwasserlärm zugrunde. Vom 16.-19. Juni wurde auf der Konferenz der Internationalen
Walfang-Kommission (IWC) in Berlin für oder gegen den Walfang abgestimmt und neu über Fangquoten verhandelt. Greenpeace
forderte die Teilnehmer der
IWC-Konferenz in Berlin dazu auf, sich mit allen Gefährdungen für die Wale auseinanderzusetzen und die Umwandlung der IWC von
einer Walfang- in eine Walschutz-Organisation voranzutreiben. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, setzten
wir uns am Samstag, den 7. Juni, mit einer Unterschriften-Aktion für einen umfassenden Schutz der letzten Wale ein. Lesen Sie
dazu auch unsere Presseerklärung.
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| Info-Aktion |
| Ein 15 Meter langer, aufblasbarer Wal besuchte Stuttgart - symbolisch für seine Artgenossen, die immer
noch zu Tausenden für kommerzielle Zwecke abgeschlachtet werden oder in Fischereinetzen ersticken. Greenpeace fordert -
unterstützt von dem Riesenwal - ein Netz von Schutzgebieten, das alle Weltmeere umfassen soll. Um dies erreichen zu können,
ist eine grundlegende Umorientierung der IWC zu einer wirklichen Walschutzorganisation
notwendig.
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| Unsere Aktion fand bei den Passanten großen Zuspruch und wir konnten an diesem Tag fast 1.600
Unterschriften sammeln. Die gesammelten Unterschriften unterstützten zum einen Frau Künast, die sich bei der diesjährigen
Konferenz der IWC für einen umfassenden Schutz der Wale einsetzte und zum anderen machten sie dem Schweizer Delegierten Mut,
der "Berliner Initiative" (Näheres hierzu s.u.) bei zu stimmen. Dadurch wurde auch der Druck auf alle
Teilnehmerstaaten
erhöht, den illegalen Walfang zu stoppen und endlich mehr für den Schutz dieser Tiere zu tun. Auf dem Schlossplatz
informierten wir die Passanten über die aktuelle Situation der Wale sowie über Möglichkeiten sich für den Schutz einzusetzen.
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Bei der Aktion kam erstmals unser neuer Aktionswagen zum Einsatz, der von den Passanten auch gut
aufgenommen wurde. Die Postkarten werden in einer dreieckigen, durchsichtigen Plexiglas-Säule gesammelt, sodass jeder
sofort sehen kann, wie viele bereits gesammelt wurden. Ein Plakat auf der aufrichtbaren Stellwand des Wagens weist auf das
jeweilige Thema der Aktion hin. Da er sich so gut bewährt hat, wird man zukünftig unsere Stände auch an diesem Wagen
erkennen.
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Unsere Jugendgruppe (JAGs) hatte außerdem Kinder zum Wale-Malen eingeladen. Die dabei entstandenen
bunten Bilder wurden - ebenso wie die Postkarten - auf der IWC-Konferenz in Berlin von Greenpeace eingesetzt. Für Kinder gab
es auch spezielle Informationshefte über Wale und Delfine, die Geschichte des "kleinen Hais" aber auch allgemeine
Infohefte über Kids bei Greenpeace.
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| Ergebnis |
Wir sammelten insgesamt fast 1.600 Unterschriften und einige Bilder, die von den Kindern gemalt wurden! Viele
Passanten ließen sich gerne informieren und waren entsetzt über den schlimmen Zustand des Walbestandes. Die Stuttgarter Zeitung berichtete über unsere Info-Aktion. Die Internationale Walfang-Kommission
beschloss in Berlin gegen den Widerstand Japans und Norwegens, ihre Zuständigkeit auch auf Kleinwale auszuweiten. Eine
Freigabe des kommerziellen Walfangs konnte erneut verhindert werden.
Ein Erfolg für den Walschutz ist vorallem die Durchsetzung der "Berliner Initiative". Diese ist ein Zusammenschluss
von 18 Nationen, die gemeinsam einen Antrag gestellt haben, der die Schutzrolle der IWC stärken soll. Der Antrag will auf
den bisherigen Schutzbemühungen der IWC aufbauen und über eine neue Arbeitsgruppe und über die Fachkenntnisse des
Wissenschaftskomitees für einen umfassenden Walschutz sorgen.
Misserfolge gab es vor allem aber für den Antrag von Schutzgebieten!
Die IWC lehnte einen Antrag von Brasilien und Argentinien zur Einrichtung einer Schutzzone für Wale im Südatlantik ab. 24
Staaten stimmten bei der IWC-Tagung für den Vorschlag, 19 dagegen. Für seine Annahme wäre eine Dreiviertelmehrheit der 49
Mitglieder erforderlich gewesen.
Ebenso scheiterten Neuseeland und Australien mit einem Antrag für eine Walschutzzone im Südpazifik.
Als Zusammenfassung der Ergebnisse der IWC-Konferenz kann man sagen, dass durch die Resolution ein erster Schritt getan ist,
auf den aber nun konkrete Maßnahmen folgen müssen. |

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Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
21.06.2003
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