Presseerklärung vom 29. November 2000

Meeresäuger in Gefahr: Greenpeace informiert über japanischen Walfang

Stuttgart, 29. 11. 2000 - Springende Wale, eine Walmutter mit Kalb, eindrucksvolle Meeresriesen in ihrem Element: Mit einer computergesteuerten Großbild-Projektion und Walgesängen machen am 29.11.2000 Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart auf den fortgesetzten Walfang der Japaner aufmerksam. Auf einer sechs Quadratmeter großen Leinwand ist aber auch die Bedrohung der Tiere zu sehen: Das blutige Schlachten durch die japanische Walfangflotte. Die Großbild-Projektion wird von 15 bis 20 Uhr an der Ecke Büchsenstraße / Kronprinzstraße aufgebaut sein. In diesen Tagen läuft die japanische Flotte wieder in die Antarktis aus. In den Gewässern am Südpol wollen die Japaner 400 Minkewale töten. Und das, obwohl die Wale seit dem Winter 1985/86 durch ein weltweites Fangverbot geschützt sind und das Südpolarmeer zum Wal-Schutzgebiet erklärt wurde.

"Die japanische Regierung schert sich nicht um diese internationalen Beschlüsse", sagt Ursula Trucksäß von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Die Japaner subventionieren diese grausame Jagd, damit Luxusrestaurants des Landes Walfleisch auf der Karte haben können. Unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Walfangs verbergen sich handfeste wirtschaftliche Interessen, die Natur spielt dabei offensichtlich keine Rolle." Schon im Sommer hatte die japanische Regierung die Diskussion um die Wiederaufnahme der kommerziellen Jagd verschärft, in dem sie im Pazifik neben Minke- auch Pott- und Brydewale zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken töten ließ.

Seit 1986 gibt es ein Waljagd-Moratorium, das von der Internationalen Walfangkommission (IWC) verabschiedet wurde. Eigentlich müsste es seit dieser Zeit viel mehr Wale in den Weltmeeren geben. Aber da die Meere verschmutzt und überfischt sind, Unfruchtbarkeit durch chemische Gifte und die Veränderung des Lebensraumes durch den Klimawandel den Walen zu schaffen machen, gibt es längst nicht genug Nachwuchs bei den Meeressäugern, um die Lücken der jahrhundertelangen Bejagung zu schließen.

"Oft ist gerade in Deutschland nicht bekannt, dass die Japaner die friedlichen Riesen weiter jagen", so Ursula Trucksäß von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Mit unserer Großbild-Tour durch ganz Deutschland wollen wir die Verantwortlichen und ihr grausames Handwerk den Menschen hier bekannt machen." Passanten, die gegen den japanischen Walfang protestieren möchten, können dies direkt am Greenpeace-Stand tun: Die Umweltschützer werden an interessierte Bürger Protestpostkarten verteilen, die sich an den japanischen Außenminister wenden mit der eindringlichen Aufforderung, den illegalen Walfang endlich einzustellen.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 25.11.2000