Presseerklärung vom 12. Dezember 1998

Greenpeace startet in 30 Städten Unterschriftenaktion für weltweiten Schutz der Wale

Japanische Waljagd im Südpolarmeer muß sofort beendet werden

Stuttgart, 12.12.1998 - Den weltweiten Schutz für Wale will Greenpeace mit einer internationalen Unterschriftenaktion voranbringen, die am Samstag in Deutschland in 30 Städten beginnt. Dort werden regionale Greenpeace-Gruppen mit Informationsständen auf die Bedrohung der Meeressäuger aufmerksam machen und Unterschriften für die Einrichtung eines Weltparks für Wale sammeln. Auch die Greenpeace-Gruppe Stuttgart wird auf der Königstraße aktiv werden. Wer sich informieren und seinen Namen auf die Liste setzen will, findet den Stand der Umweltschützer an der Ecke Königstraße/Bolzstraße von 10 bis 15 Uhr. In Hamburg wird Greenpeace mit fünf aufblasbaren Walen von 3 bis 15 Metern Länge für den "Weltpark für Wale" werben.

Erst letztes Wochenende hatten sich Greenpeace-Aktivisten über 28 Stunden lang an zwei japanische Walfangschiffe gekettet, die gerade den Hafen von Noumea auf Neukaledonien im Südpazifik verlassen wollten. Die Walfangflotte soll den japanischen Behörden zufolge immer noch zur Waljagd aufbrechen, sobald das von einem Brand beschädigte Fabrikschiff der Flotte in Japan repariert ist. Das Zielgebiet der Flotte ist ausgerechnet das Walschutzgebiet um die Antarktis, das seit 1994 besteht. Mehr als 1,4 Millionen Wale wurden in diesem Jahrhundert in der Antarktis getötet.

"Wir müssen die Wale endlich dauerhaft schützen", sagt Ursula Trucksäß von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. Der kommerzielle Walfang ist zwar seit 1986 durch ein Moratorium verboten. Doch norwegische und japanische Walfänger töten die Tiere weiterhin für kommerzielle Zwecke und setzen sich so über das Moratorium hinweg. Mit den Unterschriftenlisten sollen alle Regierungen aufgefordert werden, sich in den internationalen Gremien für den sofortigen Stop des Walfangs von Japan und Norwegen einzusetzen. Außerdem sollen sie erreichen, daß zusätzliche regionale Walschutzgebiete eingerichtet werden. Langfristig soll ein Weltpark für Wale entstehen, der alle Walarten in allen Ozeanen schützt.

"Mit dem Weltpark für Wale können wir den Walfangnationen etwas entgegensetzen. Denn die wollen den Walschutz schwächen und die Tiere wieder im großen Stil töten. Wir hoffen, daß viele Menschen mit ihrer Unterschrift den Weltpark unterstützen und die Regierungen zum Handeln auffordern", so Ursula Trucksäß. Der deutsche Außenminister Fischer hat bereits in einer Stellungnahme den japanischen und norwegischen Walfang als "nicht akzeptabel" bewertet und Gespräche in dieser Sache mit dem japanischen Außenministerium angekündigt. Auch das französische Außenministerium plant, die Japaner um die Einstellung der Waljagd zu bitten.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 09.08.2000