Finger weg von Gartenmöbeln aus Urwaldzerstörung!

Hintergrund

Gartenmöbel werden häufig aus Tropenholz hergestellt, weil dieses Holz sehr hart und witterungsbeständig ist. Jedoch wird jährlich eine Urwaldfläche von bis zu 150.000 Quadratkilometern zerstört - das ist etwa die vierfache Größe von Baden-Württemberg! Durch Raubbau ist die enorme Artenvielfalt der Urwälder akut bedroht, in denen etwa 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten leben.
Das heißt aber nicht, dass Verbraucher völlig auf Gartenmöbel aus Hartholz verzichten müssen. Wir haben das dritte Jahr in Folge das Sortiment von Gartenmöbel-Anbietern im Raum Stuttgart darauf untersucht, ob das angebotene Holz urwaldfreundlich ist. Eine Zusammenfassung unserer Recherche-Ergebnisse finden Sie in unserem Gartenmöbel-Vergleich 2004. Leider gibt es neben vorbildlichen Händlern mit urwaldfreundlichen Produkten auch immer noch Anbieter mit dubioser Ware.

Protest-Aktion

So verkauft das Geschäft "Butlers" in der Hirschstraße nach wie vor Gartenmöbel aus Bangkirai- und Nyatho-Holz, das wahrscheinlich aus Urwaldraubbau in Südostasien stammt. Dies hatten wir schon im vergangenen Jahr bei einer Protest-Aktion angeprangert.

Um erneut auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, protestierten wir auch in diesem Jahr bei "Butlers". Am 12.06.04 kennzeichneten wir die dubiosen Gartenmöbel mit Warnaufklebern, die die Aufschrift "Finger weg! Urwaldzerstörung!" trugen.


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Bangkirai- und Nyatho-Holz werden in Indonesien, Kambodscha, Laos oder Myanmar (ehemals Burma) gefällt - und das oft illegal. Dieses Holz wird häufig in Malaysia oder Vietnam zu "Plantagenholz" umdeklariert.

Ein Teil des Profits fließt an kriminelle Banden und korrupte Regime, wie die brutale Militär-Diktatur in Myanmar. Aber auch Unternehmen wie "Butlers" verdienen am Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde.


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Dubiose Ware

"Butlers" behauptet, dass sein Bangkirai- und Nyatho-Holz aus Plantagen stammt, konnte dies aber weder letztes noch dieses Jahr durch Zertifikate oder andere Dokumente belegen. Wir übergaben der Geschäftsführung deshalb einen Protestbrief, in dem wir "Butlers" auffordern, keine Gartenmöbel mit dubioser Herkunft mehr zu verkaufen. Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung.

"Butlers" ging wie im vergangenen Jahr auf unsere Argumente nicht ein und rief stattdessen die Polizei - die wir übrigens vorab über unsere Aktion informiert hatten. Entsprechend gelassen reagierten die Beamten: Weder sahen sie eine "Sachbeschädigung" (weil sich unsere Aufkleber ohne Spur entfernen ließen), noch eine "Störung der öffentlichen Ordnung" (da wir mit unserer Aktion niemanden behinderten).


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Während unserer Protest-Aktion informierten wir Kunden und Passanten über die Bedrohung der letzten Urwälder. Wir verteilten unseren Verbraucherführer "Holz & Papier" und unseren Gartenmöbel-Vergleich 2004 (beide Dokumente finden Sie auch unten zum Download). Diese helfen dabei, urwaldfreundliche und ökologisch bedenkliche Ware zu unterscheiden.

Übrigens: Dass "Butlers" mit etwas Sorgfalt auch urwaldreundliche Gartenmöbel anbieten kann, beweist das Unternehmen selbst. Es verkauft nämlich auch Gartenmöbel aus unbedenklicherm Robinienholz. Außerdem hat "Butlers" Ware aus Eukalyptusholz im Sortiment, die mit dem Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert wurden. Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel, das eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert.


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Download
In unserem Verbraucherführer "Holz & Papier" (PDF-Datei, 261 kB) erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie im Geschäft kritisch nachfragen sollten.
Unser Flugblatt "Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich" (PDF-Datei, 73 kB) enthält auch eine Tabelle, in der wir die Ergebnisse unserer diesjährigen Recherchen zusammenfassen.
Mit unserer Checkliste "Machen Sie den Test: Bin ich urwaldfreundlich?" (PDF-Datei, 57 kB) können Sie prüfen, was Sie in Ihrem Haushalt tun müssen, um zum Schutz der letzten Urwälder beizutragen.
Auf der Homepage von FSC Deutschland finden Sie ständig aktualisierte Auflistungen mit Anbietern und Verarbeitungsbetrieben von FSC-zertifizierten Produkten.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 13.06.2004