Presseerklärung vom 13. März 2004

Schluss mit der Urwald-Zerstörung in Finnland!

Nach der siebten Artenschutzkonferenz muss gehandelt werden - auch für Finnland

Stuttgart, 13.03.2004 - Am Samstag informiert die Greenpeace-Gruppe Stuttgart in der unteren Königstraße über die Urwaldzerstörung in Finnland. Passanten haben die Möglichkeit, Protestpostkarten zu unterschreiben,die an den finnischen Premierminister adressiert sind. Greenpeace fordert die finnische Regierung auf, durch Schaffung von Schutzgebieten die Vernichtung der letzten Urwälder Finnlands zu stoppen.

Die Vertragsstaaten der Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) haben sich im Februar diesen Jahres auf ihrer siebten Konferenz erstmals darauf geeinigt, bis 2010 ein Netzwerk von Schutzgebieten an Land einzurichten. Denn nur so kann die Artenvielfalt erhalten bleiben. Die Konvention über Biologische Vielfalt gibt es inzwischen seit 1992.

"Nach über 10 Jahren des Verhandelns ist es jetzt höchste Zeit, Urwaldschutz in die Tat umzusetzen - auch für Finnland", sagt Waldexperte Bernhard Lehr der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Als wohlhabende europäische Nation sollte Finnland im Bereich des Waldschutzes ärmeren Ländern Vorbild sein."

Weltweit wird alle zwei Sekunden Urwald in der Größe eines Fußballfeldes vernichtet. Auch die letzten Urwälder in Finnland sind bedroht. Dort ist vor allem der staatseigene Forstbetrieb Metsähallitus dafür verantwortlich, dass diese Urwälder fragmentiert, kahlgeschlagen oder in artenarme Baumplantagen umgewandelt werden. Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt für das geschlagene Holz, wo es zum Beispiel als Kopierpapier und Zeitschriften in fast jeden Haushalt gelangt.

Die Schaffung und Erhaltung von Schutzgebieten in Finnlands Urwäldern ist deshalb so wichtig, weil diese Gebiete ein einzigartiges Ökosystem darstellen. Von den dort lebenden Tier- und Pflanzenarten stehen schon über 560 auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten.

Auch die Verbraucher können sich aktiv am Urwaldschutz beteiligen durch den Kauf von FSC-zertifizierten Holzprodukten. Dieses Siegel des Forest Stewardship Council wird von Greenpeace unterstützt. Es ist das einzige weltweit anerkannte Ökosiegel für Holzprodukte, das ökologisch und sozial verantwortungsvolle, sowie wirtschaftlich tragfähige Waldwirtschaft nachweist.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 22.03.2004