Stuttgarter Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich 2004

Hintergrund

Gartenmöbel werden häufig aus Tropenholz hergestellt, weil dieses Holz sehr hart und witterungsbeständig ist. Rund vier Fünftel des in Deutschland verkauften Tropenholzes wurde illegal gefällt oder stammt aus Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde. Jedes Jahr wird eine Urwaldfläche von bis zu 150.000 Quadratkilometern zerstört - das entspricht etwa der vierfachen Größe von Baden-Württemberg!
In Urwäldern leben rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten. Diese Artenvielfalt ist akut bedroht, wenn der Raubbau an diesen Wäldern nicht aufhört. So könnten Orang-Utans oder Schimpansen (die nächsten Artverwandten des Menschen) schon in wenigen Jahren in freier Natur ausgerottet sein.

Gartenmöbel-Recherche

Wenn Sie zum Schutz der letzten Urwälder beitragen wollen, müssen aber nicht auf Gartenmöbel aus Hartholz verzichten, denn es gibt auch urwaldfreundliche Produkte. Damit Sie nicht so ratlos sind wie Kunde Krause (siehe Bild rechts), haben wir das dritte Jahr in Folge das Sortiment von Gartenmöbel-Anbietern im Raum Stuttgart untersucht.
Wir fanden vorbildliche Händler, die ihr Sortiment komplett auf urwaldfreundliche Produkte umgestellt haben, aber leider auch Anbieter mit dubioser Ware.

Die Ergebnisse unserer Recherchen finden Sie in der folgenden Tabelle und zum Download unten (PDF-Datei, 73 kB). Grundsätzlich gilt, dass man Tropenholz nur kaufen sollte, wenn es das Ökoholz-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trägt (siehe ebenfalls unten). So genanntes Plantagenholz ist dagegen meist bedenklich, heimische Hölzer sind eine Alternative.
Lesen Sie hierzu auch unseren Verbraucherführer "Holz & Papier" (siehe auch Download unten).

Es schien, als wären Krauses Gartenmöbel aus Regenwald-Hölzern gebaut. © Karsten Weyershausen
Es schien, als wären Krauses Gartenmöbel aus Regenwald-Hölzern gebaut. © Weyershausen

Gartenmöbel-Anbieter
Gartenmöbel-Anbieter unzerti-fiziertes Tropen-holz FSC im Sorti-ment Tendenz Gesamt-bewer-tung Anmerkungen
Butlers
Hirschstr. 28, Stuttgart-Mitte
ja
ja
0
-
Im Sortiment sind Gartenmöbel aus Bangkirai-, Nyatho-, Robinien- und Eukalyptus-Holz.
Die Eukalyptus-Möbel sind FSC-zertifiziert.
Das Bangkirai- und Nyatho-Holz stammt sehr wahrscheinlich aus Urwald-Raubbau in Südostasien.
Dehner
Schwieberdinger Str. 7, Stuttgart-Zuffenhausen
ja
ja
+
0/+
Im Sortiment sind vor allem Kiefer und Robinie.
FSC-zertifizierte Gartenmöbel sind aus Eukalyptus erhältlich, auf Anfrage auch aus Kiefernholz.
Restbestände mit Nyatho- und Yellow Balau laufen aus und werden durch Produkte aus Robinie ersetzt.
E+H Meyer
Tübinger Str. 10, Stuttgart-Mitte
nein
ja
+
++
Das Sortiment enthält ausschließlich Gartenmöbel aus FSC-zertifiziertem Eukalyptus-Holz.
Habitat
Calwer Str. 39, Stuttgart-Mitte
ja
ja
0
0

Im Sortiment sind Eiche, Robinie und Teak.
FSC-zertifiziertes Teak-Holz gibt es nur in geringen Mengen als Restbestand.
Tropenholz wurde teilweise durch unbedenkliches Eichen- und Robinien-Holz ersetzt.

InNatura
Heilbronner Str. 8, Leinfelden-Echterdingen
ja
ja
0
-
Im Sortiment sind Gartenmöbel aus Teak- und Yellow Balau-Holz.
Der Anbieter kann nur teilweise Zertifikate dafür vorlegen, dass das Holz aus Plantagen kommen soll.
Interio
Rotebühlpl. 23, Stuttgart-Mitte
nein
ja
+
++
Das Sortiment enthält ausschließlich Gartenmöbel aus FSC-zertifiziertem Eukalyptus- und Teak-Holz.
Kölle
Schwieberdinger Str. 230, Stuttgt-Zuffenhausen
ja
ja
+
0
Im Sortiment ist viel Tropenholz (Teak, Yellow Balau), das laut Anbieter aus Plantagen kommen soll.
Das Unternehmen hat FSC-zertifiziertes Kiefern- und Teak-Holz neu ins Sortiment genommen.
Möbelum
Ulmer Str. 174, Stuttgart-Ost
nein
nein
0
0
Es sind ausschließlich heimische Hölzer im Sortiment (Buche, Erle, Kiefer und Robine).
Das Kiefernholz kommt laut Anbieter aus skandinavischen Wirtschaftswäldern.
Schildknecht
Kriegsbergstr. 40, Stuttgart-Mitte
ja
nein
0
-
Das Gartenmöbel-Sortiment besteht ausschließlich aus Teak-Holz.
Der Anbieter kann nur zum Teil Zertifikate dafür vorlegen, dass das Holz aus indonesischen Plantagen stammen soll.
Strauss&Co.
Tübinger Str. 11, Stuttgart-Mitte
ja
nein
-
-
Der Anbieter verkauft ausschließlich Gartenmöbel aus Teak-Holz, das aus Plantagen kommen soll.
Leider wurde FSC-zertifiziertes Holz seit der letzten Saison aus dem Sortiment genommen.

Zeichenerklärung:

    ++ = sehr gut
    + = gut
    0 = neutral
    - = schlecht
    -- = sehr schlecht

Urwaldfreundliche Holzprodukte

Tropenholz sollte man nur kaufen, wenn es das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trägt. Dieser "Welt-Forst-Rat" wurde 1993 als internationale regierungsunabhängige Organisation gegründet, um eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Waldnutzung zu fördern. Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel, dass eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert.

Holzprodukte, die das Naturland-Siegel für ökologische Waldnutzung tragen, sind aus unserer Sicht ebenfalls empfehlenswert.


© FSC


Urwald-Raubbau, © Steffi Flierl
Urwald-Raubbau, © Flierl

Auch Tropenholz aus Plantagen ist bedenklich, weil diese in der Regel Monokulturen sind, die intensiv mit Düngern und Pestiziden behandelt werden. Außerdem wird zur Schaffung von Plantagen häufig Urwald gerodet. Darüber hinaus wird Holz aus Urwaldraubbau oft als angebliches Plantagenholz deklariert. Tropenholz aus Plantagen ist nur akzeptabel, wenn es das FSC-Siegel trägt.

Gartenmöbel aus heimischen Hölzern sind eine Alternative. So ist das Holz der aus Nordamerika stammenden, aber inzwischen auch in Europa wachsenden Robinie ähnlich hart und wetterfest wie Tropenholz. Bei guter Pflege halten auch Gartenmöbel aus Eiche ein Leben lang. Wenn man die Gartenmöbel nicht im Regen stehen lässt und wenn man die Tisch- und Stuhlbeine durch Metallfüße vor Bodenfeuchtigkeit schützt, kann man auch weichere Holzarten nehmen.


Download
Unser Flugblatt "Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich" (PDF-Datei, 73 kB) enthält auch die Tabelle, in der wir die Ergebnisse unserer diesjährigen Recherchen zusammenfassen.
In unserem Verbraucherführer "Holz & Papier" (PDF-Datei, 261 kB) erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie im Geschäft kritisch nachfragen sollten.
Mit unserer Checkliste "Machen Sie den Test: Bin ich urwaldfreundlich?" (PDF-Datei, 57 kB) können Sie prüfen, was Sie in Ihrem Haushalt tun müssen, um zum Schutz der letzten Urwälder beizutragen.
Auf der Homepage von FSC Deutschland finden Sie ständig aktualisierte Auflistungen mit Anbietern und Verarbeitungsbetrieben von FSC-zertifizierten Produkten.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 16.03.2005