Das sollten Sie beim Holzkauf beachten!

Hintergrund

In den letzten Urwäldern in Amazonien, Zentralafrika und Südostasien, in Kanada und Chile sowie in Nordeuropa und Sibirien leben etwa 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten. Diese Artenvielfalt ist aber akut bedroht, denn alle zwei Sekunden wird eine Urwaldfläche zerstört, die die Größe eines Fußballfeldes hat. Wenn dieser Raubbau nicht aufhört, werden zum Beispiel Orang-Utans oder Schimpansen (die nächsten Artverwandten des Menschen) in wenigen Jahren in freier Natur ausgerottet sein.
Ein Großteil der Urwälder fällt der Holz- und Papier-Industrie zum Opfer. Deshalb können Sie als Verbraucher mit ihrem Kaufverhalten entscheidend zum Schutz der letzten Urwälder der Erde beitragen. Wir erklären Ihnen einige Grundsätze, welches Holz wir aus ökologischer Sicht empfehlen können und welches Sie besser nicht kaufen sollten.

"Holz & Wald"

Empfehlenswert sind heimische Laubholzarten, wie Ahorn, Birke, Buche, Eiche, Esche und Kirsche. Auch das Holz der Robinie ist empfehlenswert und sogar für Gartenmöbel geeignet, die sonst häufig aus Tropenholz gemacht werden.

Tropenholz, wie Mahagoni und Teak, stammt häufig aus Raubbau und sollte gemieden werden. Angebliches Plantagenholz ist ebenfalls bedenklich, weil es trotz "Zertifikaten" oft doch aus Raubbau stammt. Außerdem entstehen viele Plantagen erst nach Urwaldrodungen.

Mahagoni
© Kornstädt/Greenpeace



© FSC

Tropenholz sollten Sie nur kaufen, wenn es das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trägt. Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Zeichen für ökologisch produziertes Holz.

Auch Holz mit dem Naturland-Siegel für anerkannt ökologische Waldnutzung ist empfehlenswert.

Buche
© Kornstädt/Greenpeace

Urwälder werden jedoch nicht nur in den Tropen zerstört. Auch in Finnland, Russland und Kanada gibt es noch große ursprüngliche Waldgebiete, die geplündert werden. Deshalb muss man auch bei Produkten aus Nadelbäumen wie Kiefer, Fichte und Lärche genau darauf achten, wo das Holz herkommt - und im Zweifelsfall die Finger davon lassen.

Fragen Sie Ihren Händler, woher das Holz seiner Produkte stammt und verlangen Sie Holz mit dem FSC- oder Naturland-Siegel!

Fichte
© Kornstädt/Greenpeace


Die Urwälder der Erde werden nicht nur für Holzprodukte geplündert, sondern auch zu Papier verarbeitet. Dabei ließe sich durch die Nutzung von Recyclingpapier der Papierverbrauch deutlich verringern. Leider haben manche Hersteller fragwürdige Zeichen und Siegel auf den Markt gebracht, die keinen Schutz für Urwälder gewährleisten. In Deutschland bietet vor allem das Zeichen des blauen Umweltengels die Garantie, dass es sich um Recyclingpapier handelt.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 18.01.2012