Presseerklärung vom 10. April 2004

FSC-Holz: die urwaldfreundliche Entscheidung

Massivholz-Gartenmöbel mit dem FSC-Siegel für den Schutz der Urwälder gibt es laut Greenpeace auch in Stuttgart zu kaufen

Stuttgart, 10.04.2004 - Aktivisten von Greenpeace werden am Samstag, den 10. April ab 11 Uhr vor dem Geschäft von E+H Meyer in der Tübinger Straße / Ecke Krumme Straße ein Banner mit der Aufschrift "FSC-Holz: die urwaldfreundliche Entscheidung" aufspannen und einen Einkaufsleitfaden für Holzprodukte verteilen.

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart untersucht Gartenmöbelhändler in der Stadt auf ihr aktuelles Sortiment. Dabei hat sich das Geschäft von E+H Meyer dadurch hervorgetan, dass sämtliche Gartenmöbel aus Holz hergestellt wurden, das mit dem FSC-Siegel ausgezeichnet wurde. Die Möbel sind sowohl im Geschäft als auch auf einer Stellfläche davor gut gekennzeichnet.

"Wer Holz kauft, kann damit sogar die Umwelt schützen", sagt Bernhard Lehr, Waldexperte bei der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Wer aber das falsche Holz wählt oder beim Papierkauf nicht aufpasst, fördert eine der großen Umweltkatastrophen der Erde. Weltweit sind bereits vier Fünftel der Urwälder zerstört, und die Reste fallen in rasantem Tempo Kettensägen und Erntemaschinen zum Opfer - nicht nur in den Tropen, sondern auch in Kanada, Russland und Skandinavien."

Bei Gartenmöbeln ist witterungsbeständiges Holz besonders gefragt. Deshalb sind Gartenmöbel aus Tropenholz weit verbreitet. Etwa 80 Prozent des bei uns auf den Markt kommenden Tropenholzes sind aber illegal gefällt oder aus Raubbau. Dabei bräuchte es nicht unbedingt Tropenholz sein: es gibt Gartenmöbel aus heimischen Hölzern, die qualitativ nicht minderwertiger sind als Tropenholz.

Greenpeace hat für die Verbraucher auf dem heimischen Holzmarkt recherchiert und den Verbraucherführer "Holz & Papier" herausgegeben. Auf Holz zu verzichten, ist nicht nötig: Für beinahe alle Zwecke gibt es umweltschonende Alternativen, garantiert durch das Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC). Es bescheinigt ökologisch verträgliche, sozial gerechte und wirtschaftlich tragfähige Waldbewirtschaftung.

Das FSC-Siegel wird von allen großen Umweltverbänden anerkannt und unterstützt; unabhängige Untersuchungen bestätigen die Zuverlässigkeit. Mindestens ebenso gute Standards bietet das Naturland-Siegel, dem von den Umweltverbänden entwickelte Kriterien zugrunde liegen. Alle anderen Siegel bieten keine Sicherheit - es handelt sich oft um Scheinzertifikate oder einseitig von der Holzindustrie vergebene Siegel, die Raubbau an Urwäldern nicht verhindert haben.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 15.04.2004