Presseerklärung vom 3. Dezember 2004

Schluss mit der Urwaldzerstörung

Greenpeace empfiehlt urwaldfreundliche Weihnachtsgeschenke

Stuttgart, 03.12.2004 - Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart werben am Samstag, den 4. Dezember 2004 von 10 bis 15 Uhr in der unteren Königstraße für Produkte, die aus nachhaltig bewirtschafteten Urwäldern stammen. Sie zeigen damit eine Möglichkeit auf, wie die Zerstörung der letzten Urwälder der Erde gestoppt werden kann. So verschenkt ein Greenpeace-Aktivist im Nikolaus-Kostüm als Kostprobe Honigkekse, die mit Honig aus einem Regenwald-Schutzgebiet gebacken wurden.

"Verbraucher können durch ihre Weihnachtseinkäufe zum Schutz der Urwälder beitragen", sagt Christoph Trautwein, Urwald-Experte der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. Ob Honig aus den Bergwäldern Südchiles, koffeinhaltiges Guarana-Pulver aus dem Amazonasbecken oder Holzbürsten aus den Schneewäldern Sibiriens. Greenpeace nennt zahlreiche Beispiele für Produkte aus nachhaltig bewirtschafteten Urwäldern und hat in einem Flugblatt aufgelistet, wo man sie in Stuttgart kaufen kann. "Wenn man einen Urwald abholzt, verliert man ihn für immer", so Trautwein. "Aber wenn man diesen Urwald nachhaltig bewirtschaftet, können von ihm viele Menschen dauerhaft leben - und damit auch zahllose Tiere und Pflanzen überleben!"

Obwohl weltweit bereits vier Fünftel der ursprünglichen Urwälder vernichtet wurden, leben in den restlichen Wäldern noch rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten der Erde. Dieser Artenreichtum ist jedoch akut bedroht: Jedes Jahr werden weltweit rund 150.000 Quadratkilometer Urwald zerstört, das ist die vierfache Fläche von Baden-Württemberg. Alle zwei Sekunden fällt den Motor-sägen eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes zum Opfer.

Greenpeace fordert, die Vernichtung der letzten großen Urwälder sofort zu stoppen - in Südchile, am Amazonas und in Kanada, im Kongobecken und in Südostasien sowie in Sibirien und in Nordeuropa. Außerdem müssen die Industrie-Staaten ärmeren Wald-Ländern Geld zur Verfügung stellen, um einen Ausgleich für den Einschlagstopp zu schaffen. Darüber hinaus müssen Maßnahmen finanziert werden, die der Bevölkerung in den Urwald-Regionen eine sichere Einkommensquelle eröffnen. Eine Möglichkeit ist die umweltschonende Erzeugung und sozial gerechte Vermarktung von Urwald-Produkten.

Greenpeace empfiehlt Verbrauchern, gezielt Produkte zu kaufen, die aus nachhaltig bewirtschafteten Urwäldern kommen. Neben Lebensmitteln, wie Honig, Kaffee oder Tee, gibt es auch Kosmetikartikel und Haushaltswaren aus urwaldfreundlicher Erzeugung. Außerdem sollten sie beim Kauf von Holzprodukten auf das Öko-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) achten. Das FSC Zeichen ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel, das eine nachhaltige und zugleich sozial verträgliche Forstwirtschaft garantiert. Welche Holzarten man aus ökologischen Gesichtspunkten kaufen sollte und welche nicht, ist im Greenpeace-Verbraucherführer "Holz & Papier" aufgeführt. Eine Liste mit in Stuttgart erhältlichen Urwald-Produkten sowie den Verbraucherführer "Holz & Papier" kann man von der Homepage der Greenpeace-Gruppe Stuttgart unter http://www.greenpeace-stuttgart.de abrufen.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 13.12.2004