Stuttgarter-Zeitung vom 17. Februar 2004

Ein "Mangelhaft" für das Burg-Gymnasium

Umwelttag an der Schorndorfer Schule - Beim Öko-Audit viele Energiesparmöglichkeiten entdeckt

Schorndorf. Statt selbst geprüft zu werden haben Schüler des Burg-Gymnasiums in Schorndorf ihr Schulgebäude einem Check unterzogen. Dieses Öko-Audit nach Industriemuster wurde jetzt im Mittelpunkt eines Projekttags der Schülerschaft vorgestellt. Ergebnis: ein "Mangelhaft".
von Gabriele Uhde

Biologielehrer Alfred Köngeter lässt die Fünftklässer, die sich in der Aula versammelt haben, schätzen: Wie viel Blatt Papier spuckt der Kopierer an der Schule alljährlich aus? Die Schüler schätzen 10 000 bis 90 000. Tatsächlich seien es vergangenes Jahr 579 500 Stück gewesen, sagt der Lehrer: "Hier könnten Rohstoffe gespart werden." Gleiches gelte für Beleuchtung und Heizenergie. Das Licht im Klassenzimmer während jeder Pause zu löschen, könnte sich beispielsweise auch zu einem netten Betrag summieren.

Köngeter ließ es nicht dabei bewenden, die Ergebnisse des Umwelt-Checks am Burg-Gymnasium nur vorzutragen. Er gab konkrete Handlungsanleitung: Die Windfangtüren schließen, den Wasserhahn zudrehen, während man die Tafel abwischt, Fenster nach Schulschluss nicht offen stehen lassen. Doch nicht nur die Schüler sind gefordert, Schulhaus und -betrieb umweltbewusster zu gestalten. Auch die Stadt, so geht aus der Untersuchung hervor, könnten mit gezielten Investitionen Energie sparen.

Auslöser für Köngeter, das Öko-Audit nach EU-Verordnung für Wirtschaftsbetriebe durchzuführen, war ein völlig überheizter Biologieraum. Im vergangenen Januar maß er dort 27,8 Grad Celsius. 20 Grad gelten als ausreichend. Neugierig geworden, setzte Köngeter die Minimessreihe fort und stellte fest, dass am Wochenende sogar noch 21 Grad in dem ungenutzten Raum herrschten. So war die Idee geboren, das gesamte Haus einmal auf seine Umweltverträglichkeit zu untersuchen - unterstützt von Acht- und Neuntklässlern aus der Umwelt AG. Die Schülermitverwaltung (SMV) hielt die Ergebnisse für so wichtig, dass sie jetzt einen Umwelttag organisierte, der Theorie und Praxis miteinander verbinden sollte. Neben Diskussionen über das Öko-Audit legten die Schüler bei der Schulhaus-Putzete selbst Hand an und unternahmen Exkursionen, bei denen es um die Nutzung alternativer Energien ging.

Den Hauptgrund für die Energieverschwendung im Burg-Gymnasium sieht Köngeter in zu großen Schaltkreisen für Beleuchtung und Heizung. In manchen Räumen seien die Heizkörper nur mit einfachen Drehreglern ausgestattet, andere hätten nicht mal diese. Auch beim Licht zeigt sich nachteilig, dass die Schule immer wieder erweitert wurde und die Versorgung lediglich an alte Systeme "angehängt" wurde. "Im Verbindungsgang Altbau/Neubau brennen ganztags die Leuchten, da sie nicht separat abschaltbar sind", sagt Köngeter. Wäre dies möglich, könnten jährlich 64 Euro gespart werden.

"Wir betrachten den Umweltschutz als einen integralen Bestandteil des Bildungs- und Erziehungsauftrags", steht in der Umwelterklärung des Burg-Gymnasiums, die SMV, Gesamtlehrer- und Schulkonferenz sowie der Elternbeirat unterschrieben haben. "Wir wollten den Schülern vermitteln, wie wir das Schulumfeld und den Schulalltag ökologisch und nachhaltig gestalten können. Wir wollten auch die Bedeutung ökologischen Denkens im alltäglichen Leben vermitteln" heißt es weiter. Schließlich verspricht man sich: "Wir werden den Verbrauch an natürlichen Ressourcen verringern."

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© Stoppel, Stuttgarter-Zeitung
 

Ein Mitglied von Greenpeace informiert die Schüler beim Umwelttag im Burg-Gymnasium über die Abholzung der Regenwälder.



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