|
Presseerklärung vom 21. Mai 2005 Kaufen Sie keine Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau!Die Ladenkette "Butlers" nimmt Raubbau-Holz aus dem Sortiment, verkauft aber zurzeit noch Gartenmöbel aus Holz dubioser Herkunft. Stuttgart, 21.05.2005 - Aktivisten der Greenpeace-Gruppe Stuttgart informieren an diesem Samstag ab 11 Uhr vor der Filiale des Gartenmöbel-Anbieters "Butlers" in der Calwer Straße 26 / Theodor-Heuss-Straße 11 über den Verkauf von Gartenmöbeln aus Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde. Kunden und Passanten werden aufgeklärt, aus welchen bedenklichen tropischen Hölzern Möbel hergestellt werden und zeigen Alternativen auf. "Holz für Gartenmöbel kann laut Greenpeace-Recherchen aus illegalen Quellen der Urwälder beziehungsweise Plantagen in Indonesien stammen", sagt Thorsten Peters, Urwaldexperte der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. In dem südost-asiatischen Inselstaat wurden bereits zwei Drittel der Urwälder vernichtet. Diese Zerstörung geht ungebremst weiter, unter anderem weil der indonesische Staatsapparat einer der korruptesten der Welt ist. Dadurch können Holzkonzerne ungehindert "Konzessionen" für Urwaldgebiete kaufen oder den Wald gleich illegal abholzen. Selbst offizielle Naturschutzgebiete werden so vernichtet. Bis zu 90 Prozent des Holzes wird illegal eingeschlagen. Häufig werden Urwälder zugunsten von schnellwüchsigen, umweltschädlichen Plantagen abgesägt. "Wer ausschließen will, Gartenmöbel aus Raubbau zu kaufen, dem bleibt nur: Hände weg von zweifelhaften Angeboten", sagt Peters. "Wir fordern "Butlers" und alle anderen Anbieter von Gartenmöbeln auf, unzertifiziertes Tropenholz aus ihrem Sortiment zu nehmen und durch Holz mit dem Ökoholz-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) zu ersetzen." Das FSC-Zertifikat ist das einzige weltweit anerkannte Siegel für Holzprodukte aus ökologisch nachhaltiger und sozial verträglicher Waldwirtschaft. Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart untersucht seit vier Jahren Gartenmöbel-Anbieter im Raum Stuttgart auf ihr Sortiment hin und bewertet dieses nach Urwaldfreundlichkeit. Über das Ergebnis der aktuellen Gartenmöbel-Recherche im Frühjahr 2005 werden Kunden und Passanten bei der Aktion vor der "Butlers"-Filiale informiert. Dieser Gartenmöbel-Vergleich ist auch im Internet auf der Gruppen-Homepage unter www.greenpeace-stuttgart.de abrufbar. Inzwischen zeichnen sich erste Erfolge der Greenpeace-Arbeit ab: So hat die Firma "Butlers" vergangenen Dienstag gegenüber Greenpeace erklärt, dass sie nun den Verkauf von Gartenmöbeln aus Urwaldholz, das nicht das glaubwürdige FSC-Zeichen trägt, diese Saison auslaufen lassen und nächste Saison nicht wieder aufnehmen wird. Als Beglückwünschung zu diesem Schritt werden Aktivisten der Greenpeace-Gruppe Stuttgart dem Personal der "Butlers"-Filiale Cupuacu-Pralinen überreichen, die aus nachhaltiger Urwaldbewirtschaftung in Brasilien stammen. Greenpeace fordert die Käufer von Gartenmöbeln auf, kein Tropenholz ohne das FSC-Zertifikat zu kaufen. Auch sonst sollen sie auf das glaubwürdige Öko-Siegel achten. In den letzten Urwäldern der Erde leben rund 70 Prozent aller Tier-
und Pflanzenarten. Die massenhafte Nachfrage nach Tropenholz - auch für
Gartenmöbel - hat in den letzten Jahrzehnten wesentlich zur Vernichtung
der Wälder und ihrer Bewohner beigetragen. So wird es schon in wenigen
Jahren keine frei lebenden Orang-Utans mehr geben, wenn die Urwaldzerstörung
nicht sofort aufhört. Nur wenn sich der Handel mit Holz aus nachhaltiger
Waldwirtschaft weltweit durchsetzt, kann die Artenvielfalt erhalten bleiben. |