Stuttgarter Gartenmöbel-Projekt mit bundesweiter Wirkung

Wie eine Initiative der Greenpeace-Gruppe Stuttgart dazu führte, dass Gartenmöbel-Anbieter in ganz Deutschland auf urwaldfreundliche Produkte umstellten.

Hintergrund

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart hat im Jahr 2002 ein Gartenmöbel-Projekt begonnen, um auf den Zusammenhang zwischen Gartenmöbeln und Urwald-Zerstörung aufmerksam zu machen. Seitdem haben wir jedes Frühjahr das Angebot von Gartenmöbel-Anbietern im Raum Stuttgart überprüft, um urwaldfreundliche Produkte zu fördern und Möbel aus Raubbau-Holz anzuprangern. Die Ergebnisse dieser Recherchen finden Sie in unseren Gartenmöbel-Vergleichen.

Bei unseren Recherchen stellten wir fest, dass es neben vorbildlichen Händlern mit urwaldfreundlichen Produkten leider auch Anbieter von dubioser Ware gibt. Hierzu gehörte die Lifestyle-Ladenkette "Butlers", die unter anderem Gartenmöbel aus Nyatho-Holz verkaufte, das wahrscheinlich aus Urwald-Raubbau in Südostasien stammt.
Weil lokale Aktionen in Stuttgart in den Jahren 2003 und 2004 ohne Erfolg blieben, riefen wir auch andere Greenpeace-Gruppen zu Protesten bei "Butlers" auf.


© Flierl

Butlers-Kampagne

Für die Proteste bei "Butlers" bereiteten wir für die anderen Gruppen verschiedene Aktionsmaterialien vor, wie Bannervorlagen, Flugblätter, Presseerklärungen und Aktionslogos (siehe rechts). Die bundesweiten Aktivitäten wurden mit Hilfe eines eigenen E-Mail-Verteilers und eines Kampagnen-Newsletters koordiniert.

Insgesamt folgten mehr als zwanzig Greenpeace-Gruppen in ganz Deutschland unserem Aufruf und schlossen sich der von uns vorbereiteten und koordinierten "Butlers"-Kampagne an!


© Flierl

Beispiel Hannover

Am 09.04.2005 machte Greenpeace in Hannover mit interessierten Bürgern eine ökologische Stadtführung. Unter anderem wurden Möbel-Geschäfte "besichtigt", die Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau verkaufen - darunter auch "Butlers".

Der Filialleiter erklärte den Besuchern, er habe auf das Sortiment keinen Einfluss und verwies an die Unternehmenszentrale in Köln. Weitere Einzelheiten über diese Aktion finden Sie auf der Homepage der Greenpeace-Gruppe Hannover.


© Henne

Beispiel München

Am 07.05.2005 kennzeichneten Greenpeace-Aktivisten in München bei der dortigen "Butlers"-Filiale alle Gartenmöbel aus Nyatho-Holz. Die Warn-Aufkleber wiesen mit der Aufschrift "Finger weg! Urwaldzerstörung!" auf das Raubbau-Holz hin.

Der stellvertretende Filialleiter sagte, dass er auch gegen den Verkauf solcher Hölzer sei, aber das gesamte Sortiment von der Zentrale vorgeschrieben bekomme. Mehr über diese Aktion erfahren Sie auf der Homepage der Greenpeace-Gruppe München.


© Nieschke

Beispiel Köln

Am 14.05.2005 demonstrierten Greenpeacer in Köln direkt vor der "Butlers"-Zentrale. Bei der Protest-Aktion informierten sie Kunden und Passanten über die dubiose Herkunft des von der Ladenkette verkauften Nyatho-Holzes.

Einige Tage zuvor hatte die "Butlers"-Geschäftsführung eingelenkt, eine Änderung ihres Sortiments jedoch erst ab Frühjahr 2006 zugesagt. Einen Bericht über die Aktion finden Sie auf der Homepage der Greenpeace-Gruppe Köln.


© Krautstein

Beispiel Stuttgart

Am 21.05.2005 besuchten wir in Stuttgart die "Butlers"-Filiale in der Calwer Straße und übergaben den Verkäuferinnen ein symbolisches Geschenk, um "Butlers" im Verzicht auf Raubbau-Holz zu bestärken. Vor dem Geschäft informierten wir Passanten, dass die Ladenkette ihre Nyatho-Möbel noch "abverkauft", statt sie auszulisten. mehr...

Die Verkäuferinnen freuten sich sehr über unsere Cupuacu-Pralinen, die aus einem Regenwald in Brasilien stammen und zeigen, welche Schätze weitgehend intakte Urwälder zu bieten haben.


© Hermes

Strauss-Kampagne

Nach dem Erfolg bei "Butlers" begannen einige an der Kampagne beteiligte Gruppen mit Aktionen gegen "Strauss Innovation". Auch diese Lifestyle-Ladenkette hatte unter anderem Gartenmöbel aus Nyatho-Raubbau-Holz im Sortiment.

Wir Stuttgarter bereiteten für die Proteste bei "Strauss" ein neues Aktionslogo vor (siehe rechts). Auch andere Aktionsmaterialien wurden von uns, soweit notwendig, aktualisiert und anderen Gruppen zur Verfügung gestellt.


© Flierl

Beispiel Hannover

Am 21.05.2005 machten Greenpeace-Aktivisten in Hannover vor der dortigen "Strauss"-Filiale eine Demonstration. Auf Bannern und Schildern forderten sie: "Keine Gartenmöbel aus Urwaldzerstörung" und warnten Passanten vor Gartenmöbeln aus Raubbau-Holz.

Obwohl die Kundgebung von der Stadt genehmigt war, rief die Filialleiterin die Polizei und erstattete Anzeige wegen angeblichen Hausfriedensbruchs. Weitere Informationen zur Aktion können Sie auf der Homepage der Greenpeace-Gruppe Hannover nachlesen.


© Henne

Beispiel Stuttgart

Am 09.06.2005 übergaben wir in Stuttgart in der "Strauss"-Filiale ein Protest-Schreiben mit der Forderung, das Gartenmöbel-Sortiment sofort auf urwaldfreundliche Produkte umzustellen. Außerdem demonstrierten wir vor dem Geschäft mit einem Banner und verteilten Flugblätter. mehr...

Der Filialleiter versprach, unseren Brief an die Unternehmenszentrale von "Strauss" in Langenfeld weiterzuleiten. Zugleich betonte er aber, dass er auf das Sortiment keinen Einfluss habe.


© Hermes


Am 23.07.2005 hatten wir eine weitere Protest-Aktion vor der Stuttgarter "Strauss"-Filiale geplant. Doch am selben Tag, an dem wir von der Stadt die Genehmigung erhielten und eine Presseerklärung veröffentlichten, lenkte "Strauss" ein! Deshalb begnügten wir uns mit einem Informationsstand und schenkten dem Filialleiter als Symbol für die Schätze der Urwälder brasilianische Cupuacu-Pralinen. mehr...

Die "Strauss"-Zentrale erklärte sich bereit, mit Greenpeace über eine Umstellung ihres Gartenmöbel-Sortiments zu reden. In der Stuttgarter Filiale wurden die Nyatho-Möbel entfernt und durch Teak-Produkte mit dem FSC-Öko-Siegel ersetzt.


© Hermes

Ergebnis

Die Lifestyle-Ladenkette "Butlers" hat sich gegenüber Greenpeace verpflichtet, ab 2006 in ihren mehr als vierzig Filialen in Deutschland unzertifizierte Tropenhölzer aus dem Sortiment zu nehmen und nur noch Gartenmöbel mit dem FSC-Siegel oder aus unbedenklichen Hölzern zu verkaufen. Wir werden die Einhaltung dieser Zusage überprüfen und notfalls wieder bundesweite Proteste gegen Gartenmöbel aus Raubbau-Holz starten.

Auch die Ladenkette "Strauss Innovation" hat sich bereit erklärt, in ihren fast neunzig Filialen unzertifizierte Tropenhölzer aus dem Sortiment zu nehmen. "Strauss" will demnach künftig ebenfalls nur noch Gartenmöbel mit dem FSC-Siegel oder aus heimischen Hölzern verkaufen. Auch die Einhaltung dieser Zusage werden wir überprüfen und notfalls wieder gegen Gartenmöbel aus Raubbau-Holz protestieren.

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart gewinnt für ihr Gartenmöbel-Projekt (und für das Projekt "Rezepte gegen Überfischung") bei einem internen Wettbewerb unter den deutschen Greenpeace-Gruppen den Preis für die beste Öffentlichkeitsarbeit. Das Projekt und seine Erfolge wurden auch in den Greenpeace-Nachrichten vorgestellt.

Zwei Jahre später, also 2007, konnte ein weiterer Anbieter von Gartenmöbeln durch eine ebenfalls von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart vorbereitete und koordinierte bundesweite Kampagne zur Umstellung seines Sortiments bewegt werden. mehr...


Download
Im Verbraucherführer "Holz & Papier" (PDF-Datei, 261 kB) erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie im Geschäft kritisch nachfragen sollten.
In unserem Flugblatt "Kaufen Sie keine Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau" (PDF-Datei, 98 kB) erläutern wir den Zusammenhang zwischen Gartenmöbeln und Urwaldzerstörung.
Mit unserer Checkliste "Machen Sie den Test: Bin ich urwaldfreundlich?" (PDF-Datei, 57 kB) können Sie prüfen, was Sie in Ihrem Haushalt tun müssen, um zum Schutz der letzten Urwälder beizutragen.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 18.09.2007