Das Stuttgarter Gartenmöbel-Projekt

Hintergrund

Gartenmöbel werden häufig aus Tropenholz hergestellt, weil dieses Holz sehr hart und witterungsbeständig ist. Vier Fünftel des in Deutschland verkauften Tropenholzes wurden illegal gefällt oder stammen aus Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde. Jedes Jahr wird eine Urwaldfläche von bis zu 150.000 Quadratkilometern zerstört - das entspricht etwa der vierfachen Größe von Baden-Württemberg!
Um auf den Zusammenhang zwischen Gartenmöbeln und Urwaldzerstörung aufmerksam zu machen, begann die Greenpeace-Gruppe Stuttgart im Jahr 2002 ein Gartenmöbel-Projekt, das zum erfolgreichsten Projekt unserer Gruppe wurde. Seitdem haben wir jedes Jahr das Sortiment von Gartenmöbel-Anbietern im Raum Stuttgart überprüft, um urwaldfreundliche Produkte zu fördern und Möbel aus Raubbauholz anzuprangern.

Recherche-Ergebnisse

Wenn Sie zum Schutz der letzten Urwälder beitragen wollen, müssen Sie nicht auf Gartenmöbel aus Hartholz verzichten, denn es gibt viele urwaldfreundliche Produkte. Die Ergebnisse unserer Recherchen der vergangenen Jahre finden Sie hier:

Stuttgarter Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich 2007
Stuttgarter Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich 2006
Stuttgarter Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich 2005
Stuttgarter Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich 2004
Stuttgarter Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich 2003
Stuttgarter Möbel-Anbieter im Vergleich 2002/2003
Stuttgarter Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich 2002

Lesen Sie hierzu auch den Verbraucherführer "Holz & Papier" (siehe auch Download unten).

Das Logo des Gartenmöbel-Projekts der Greenpeace-Gruppe Stuttgart.
© Flierl

Urwaldfreundliche Holzprodukte

Tropenholz sollte man nur kaufen, wenn es das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trägt (siehe Bild rechts). Dieser "Welt-Forst-Rat" wurde 1993 als internationale regierungsunabhängige Organisation gegründet, um eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Waldnutzung zu fördern.

Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel, das eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert. Man findet es inzwischen auch in zwei Fassungen:

Das Öko-Siegel des Forst Stewardship Council.
© FSC



© FSC

Zum einen gibt es das FSC-Siegel für Produkte, deren Holz komplett aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern stammt. Und zum anderen gibt es das Siegel für Produkte, die auch aus anderer kontrollierter Herkunft sind.

Produkte, die das Naturland-Siegel für ökologische Waldnutzung tragen, sind ebenfalls empfehlenswert.


© FSC

Urwald-Raubbau, © Steffi Flierl
© Flierl

Auch Tropenholz aus Plantagen ist bedenklich, weil diese in der Regel Monokulturen sind, die intensiv mit Düngern und Pestiziden behandelt werden. Außerdem wird zur Schaffung von Plantagen häufig Urwald gerodet. Darüber hinaus wird Holz aus Urwaldraubbau oft als angebliches Plantagenholz deklariert. Tropenholz aus Plantagen ist nur akzeptabel, wenn es das FSC-Siegel trägt.

Gartenmöbel aus heimischen Hölzern sind eine Alternative. So ist das Holz der aus Nordamerika stammenden, aber inzwischen auch in Europa wachsenden Robinie ähnlich hart und wetterfest wie Tropenholz. Bei guter Pflege halten auch Gartenmöbel aus Eiche ein Leben lang. Wenn man die Gartenmöbel nicht im Regen stehen lässt und wenn man die Tisch- und Stuhlbeine durch Metallfüße vor Bodenfeuchtigkeit schützt, kann man auch weichere Holzarten nehmen.

Erfolge

2007:
Die Gartencenter-Kette "Pflanzen Kölle" sagt zu, in ihren zehn Filialen in Deutschland alle Gartenmöbel aus Raubbau-Holz aus dem Sortiment zu nehmen und durch solche mit dem FSC-Siegel zu ersetzen. mehr... "Pflanzen Kölle" reagiert damit nicht nur auf eine lokale Protest-Aktion, sondern auch auf eine von uns vorbereitete und koordinierte bundesweite Kampagne, an der sich Greenpeace-Gruppen an fast allen "Kölle"-Standorten in Deutschland beteiligt hatten. mehr...
Über unseren Erfolg gegen "Pflanzen Kölle" und über unser Gartenmöbel-Projekt berichtete die Stuttgarter Zeitung. Bereits vor dem Einlenken des Unternehmens hatte der regionale Fernsehsender R.TV mit einem ausführlichen Filmbericht über die Protest-Aktion der Greenpeace-Gruppe Stuttgart bei "Kölle" informiert.

2005:
Die Lifestyle-Ladenkette "Butlers" verpflichtet sich, in ihren über vierzig Filialen in Deutschland unzertifizierte Tropenhölzer aus dem Sortiment zu nehmen und künftig nur noch Gartenmöbel mit dem FSC-Siegel oder aus unbedenklichen Hölzern zu verkaufen. mehr... "Butlers" reagiert damit nicht nur auf unsere seit drei Jahren laufenden lokalen Aktionen, sondern auch auf eine von der Gruppe Stuttgart vorbereitete und koordinierte bundesweite Kampagne, der sich mehr als zwanzig Greenpeace-Gruppen in ganz Deutschland angeschlossen hatten. mehr...

Nach weiteren bundesweiten Protesten, die ebenfalls von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart angestoßen wurden, erklärt sich auch die Ladenkette "Strauss Innovation" bereit, in ihren fast neunzig Filialen unzertifizierte Tropenhölzer aus dem Sortiment zu nehmen. Auch "Strauss" will demnach künftig nur noch Gartenmöbel mit dem FSC-Siegel oder aus heimischen Hölzern verkaufen. mehr...

2004:
Der Möbelhändler "E+H Meyer" setzt sich nach unserer Überzeugungsarbeit auch bei Geschäftspartnern für das FSC-Siegel ein. Als Folge unserer Initiative stellen mehr als zwanzig Händler in Deutschland und den Niederlanden ihr Gartenmöbel-Sortiment vollständig auf FSC-Holz um. mehr...

2002:
Der Gartenmöbel-Anbieter "Habitat" erklärt sich nach Gesprächen mit uns bereit, künftig nur noch Produkte mit dem FSC-Siegel oder aus heimischen Hölzern anzubieten. mehr... Diese Vereinbarung wird von "Habitat" zurzeit leider nur teilweise eingehalten.

Ergebnis

Aufgrund des Projekts stellten also bisher insgesamt mehr als 160 Geschäfte in ganz Deutschland und den Niederlanden ihr Gartenmöbel-Sortiment auf urwaldfreundliche Produkte um. Das Gartenmöbel-Projekt ist damit das erfolgreichste in der Geschichte der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. Mit dem Projekt konnten wir zahlreiche Möbelhändler und Verbraucher auf das Problem der Zerstörung der letzten Urwälder aufmerksam machen. Unser Projekt und seine Erfolge wurden auch von den Greenpeace-Nachrichten und den Stuttgarter Nachrichten sowie vom regionalen Fernsehsender R.TV und von der Stuttgarter Zeitung vorgestellt.

Im Jahr 2005 gewinnt die Greenpeace-Gruppe Stuttgart für ihr Gartenmöbel-Projekt (und für das Projekt "Rezepte gegen Überfischung") bei einem internen Wettbewerb unter den deutschen Greenpeace-Gruppen den Preis für die beste Öffentlichkeitsarbeit.


Download
In unserem Verbraucherführer "Holz & Papier" (PDF-Datei, 261 kB) erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie im Geschäft kritisch nachfragen sollten.

In unserem Flugblatt "Kaufen Sie keine Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau" (PDF-Datei, 98 kB) erläutern wir den Zusammenhang zwischen Gartenmöbeln und Urwaldzerstörung.
Mit unserer Checkliste "Machen Sie den Test: Bin ich urwaldfreundlich?" (PDF-Datei, 57 kB) können Sie prüfen, was Sie in Ihrem Haushalt tun müssen, um zum Schutz der letzten Urwälder beizutragen.
Auf der Homepage von FSC Deutschland finden Sie ständig aktualisierte Auflistungen mit Anbietern und Verarbeitungsbetrieben von FSC-zertifizierten Produkten.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 18.09.2007