Tropenholz aus Urwald-Raubbau in Ihrer ZweigstelleStuttgart, den 9.6.2005 Sehr geehrter Herr Haffner! Bei einer Überprüfung Ihres Gartenmöbel-Angebots haben wir festgestellt, dass in Ihrer Filiale Produkte verkauft werden, die aus den Tropenhölzern Teak und Nyatho hergestellt wurden. Diese Holzarten sind als kritisch einzustufen, da für Teak oft gefälschte Plantagen-Zertifikate vorgelegt werden und die Holzart Nyatho es weder aus Plantagen-Anbau noch aus nachhaltiger Forstwirtschaft gibt. Sie stammt vielmehr mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit aus Raubbau an den letzten Urwäldern Indonesiens. Die Vernichtung dieser Urwälder wird durch Korruption und Kriminalität beschleunigt und führt dazu, dass zahllose vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten ausgerottet werden. Hierzu gehören der Königstiger und das Nashorn auf Sumatra sowie der Orang-Utan auf Nordsumatra und Borneo. Dem Raubbau in Indonesien fallen aber nicht nur seltene Tiere und Pflanzen zum Opfer. Auch Urwaldvölker werden aus ihrer Heimat vertrieben und verlieren mit dem Wald ihre Lebensgrundlage. Durch den Verkauf von tropischem Holz aus Urwaldraubbau macht sich Strauss mitschuldig. Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart untersucht seit vier Jahren Gartenmöbel-Anbieter im Raum Stuttgart auf ihr Sortiment hin und bewertet dieses nach Urwaldfreundlichkeit. Neben Verteilung auf Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Stuttgarter Umwelttag ist dieser Gartenmöbel-Vergleich auch im Internet auf der Gruppen-Homepage unter www.greenpeace-stuttgart.de abrufbar. Greenpeace hat Ihr Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren auf die Problematik der Urwaldzerstörung durch Fertigung von Gartenmöbeln aufmerksam gemacht. Dabei beweist Strauss selbst, dass es urwaldfreundliche Alternativen gibt. Sie hatten in der Saison 2003 noch Teak-Gartenmöbel im Sortiment, die das Öko-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trugen. Wir begrüßen das sehr, weil nur durch die Umstellung auf solche Produkte die Zerstörung der letzten Urwälder gestoppt werden kann. Zugleich fordern wir Sie auf, sämtliche Produkte aus Nyathoholz sowie alle anderen Produkte aus unzertifiziertem Tropenholz umgehend aus Ihrem Sortiment zu nehmen. Sie werben auf Ihrer Internet-Seite mit "innovativen" Produkten. Der Verkauf von Gartenmöbeln, die aus Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde hergestellt wurden, erscheint uns nicht sonderlich "innovativ". Als Unternehmen mit dem „Ohr am Puls der Zeit“, wie es auf ihrer Web-Seite beschrieben wird, sollte Ihnen das gesteigerte Interesse der Kunden an ökologisch und sozialverträglichen Produkten nicht entgangen sein. Mit der Aktion am heutigen Donnerstag möchten wir Sie und Ihre Kunden darauf hinweisen, dass Artensterben, Menschenrechtsverletzungen und Urwaldzerstörung ein Ende nehmen müssen. Wir würden die Möglichkeiten, auf urwaldfreundliche Gartenmöbel umzustellen und einen Beitrag zum Urwaldschutz zu leisten, gern mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch diskutieren. Mit freundlichen Grüßen, Greenpeace-Gruppe Stuttgart
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