Stuss gestoppt: "Strauss" verzichtet auf Raubbau-Holz

Hintergrund

Jährlich wird weltweit eine Urwaldfläche von bis zu 150.000 Quadratkilometern zerstört - das ist die vierfache Größe von Baden-Württemberg! In Urwäldern leben 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten. Diese Vielfalt ist in Gefahr, wenn die Vernichtung der letzten Urwälder der Erde nicht aufhört.
Wir haben deshalb das vierte Jahr in Folge das Sortiment von Gartenmöbel-Anbietern im Raum Stuttgart darauf untersucht, ob das angebotene (Tropen-)Holz aus Urwald-Zerstörung stammt. Die Ergebnisse dieser Recherchen finden Sie in unserem Gartenmöbel-Vergleich 2005. Neben vorbildlichen Händlern mit urwaldfreundlichen Produkten gibt es leider noch immer Anbieter dubioser Ware.

Stuss stoppen

Zu ihnen gehörte bislang auch die Ladenkette "Strauss Innovation", die in dieser Saison unter anderem Gartenmöbel aus Nyatho-Holz verkaufte, das wahrscheinlich aus Urwald-Raubbau in Indonesien stammt.

Dieser Stuss muss gestoppt werden! Deshalb hatten wir schon Anfang Juni vor der Stuttgarter "Strauss"-Filiale in der Tübinger Straße protestiert. Für Ende Juli planten wir eine zweite Aktion, die wir auch in einer Presseerklärung ankündigten.


© Hermes


Am selben Tag lenkte "Strauss" ein! Die Geschäftsleitung erklärte sich bereit, mit Greenpeace über eine Umstellung ihres Gartenmöbel-Sortiments zu reden. In der Stuttgarter Filiale wurden die Nyatho-Möbel entfernt und durch Teak-Produkte mit dem FSC-Öko-Siegel ersetzt.

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart begrüßt diese Entscheidung! Ursprünglich hatten wir bei "Strauss" eine weitere Protest-Aktion unter dem Motto "Stuss stoppen!" geplant. Stattdessen machten wir am 23.07.2005 nur einen Informationsstand über Gartenmöbel.


© Flierl

Info-Aktion

Um "Strauss" darin zu bestärken, künftig auf Raubbau-Holz zu verzichten, schenkten wir dem Leiter der Stuttgarter Zweigstelle, Haffner (Foto rechts Mitte), Cupuacu-Pralinen. Diese stammen aus einem Regenwald in Brasilien und symbolisieren, welche Schätze die letzten Urwälder bei nachhaltiger Bewirtschaftung zu bieten haben.

Zugleich wiesen wir Passanten mit unserem Gartenmöbel-Vergleich 2005 und dem Greenpeace-Verbraucherführer "Holz & Papier" (siehe auch Download unten) auf urwaldfreundliche Produkte hin.


© Hermes



© Hermes

Mit beiden Informationsblättern können Sie ökologisch empfehlenswerte und problematische Holzarten unterscheiden. Sie können durch ihr Kaufverhalten dazu beitragen, den Raubbau an den letzten Urwälder zu beenden.

Tropenholz ist nur unbedenklich, wenn es das FSC-Öko-Siegel trägt. Bei so genanntem Plantagenholz sollten Sie vorsichtig sein. Heimische Laubhölzer sind eine urwaldfreundliche Alternative.


© Hermes
Urwaldfreundliche Produkte

Tropenholz sollten Sie nur kaufen, wenn es das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trägt. Dieser "Welt-Forst-Rat" wurde 1993 als internationale regierungsunabhängige Organisation gegründet, um eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Waldnutzung zu fördern. Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel, das eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert.

Auch Holzprodukte, die das Naturland-Siegel für ökologische Waldnutzung tragen, sind aus unserer Sicht empfehlenswert.


© FSC

Ergebnis

Nach bundesweiten Protesten, die von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart angestoßen wurden, erklärte sich "Strauss Innovation" (wie bereits "Butlers" im Mai) bereit, in ihren fast neunzig Filialen unzertifizierte Tropenhölzer aus dem Sortiment zu nehmen. Auch "Strauss" will demnach künftig nur noch Gartenmöbel mit dem FSC-Siegel oder aus heimischen Hölzern verkaufen.
Unser Gartenmöbel-Vergleich ist wie in den letzten Jahren ein Publikums-Renner! Allein bei dieser Info-Aktion verteilten wir rund 200 Exemplare unseres Flugblatts "Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich". Auch von unserer Gruppen-Homepage wurde das Flugblatt bislang mehrere hundert mal abgerufen.

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart gewinnt für ihr Gartenmöbel-Projekt (und für das Projekt "Rezepte gegen Überfischung") bei einem internen Wettbewerb unter den deutschen Greenpeace-Gruppen den Preis für die beste Öffentlichkeitsarbeit.


Download
In unserem Flugblatt "Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich" (PDF-Datei, 104 kB) finden Sie auch die Tabelle, in der wir die Ergebnisse unserer diesjährigen Recherchen im Raum Stuttgart zusammenfassen.
Im Verbraucherführer "Holz & Papier" (PDF-Datei, 261 kB) erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie im Geschäft kritisch nachfragen sollten.
In unserem Flugblatt "Kaufen Sie keine Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau" (PDF-Datei, 98 kB) erläutern wir den Zusammenhang zwischen Gartenmöbeln und Urwaldzerstörung.
Mit unserer Checkliste "Machen Sie den Test: Bin ich urwaldfreundlich?" (PDF-Datei, 57 kB) können Sie prüfen, was Sie in Ihrem Haushalt tun müssen, um zum Schutz der letzten Urwälder beizutragen.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 11.02.2006