Umweltengel werben für Recycling-Papier

Hintergrund

Auch in Europa gibt es noch Urwälder, zum Beispiel im nördlichen Finnland. Dort sind diese letzten zusammenhängenden Urwaldgebiete - eine Gesamtfläche von etwa 500.000 Hektar intaktem Urwald - durch industrielle Abholzungen bedroht. Das Holz wird zum Großteil zu Zellstoff verarbeitet und landet unter anderem als Schreibpapier, Klopapier, Taschentücher und Verpackungen auch in Deutschland.
Die umweltfreundliche Alternative, das Recyclingpapier, hat sich über die letzten Jahrzehnte qualitativ stark verbessert und erfüllt bereits seit vielen Jahren die DIN-Normen für den Gebrauch als Druck- und Kopierpapier. Doch das Vorurteil, dass Recyclingpapier nichts tauge, hält sich hartnäckig. Deshalb traten die blauen Umweltengel am 26.11.05 auf der Marienstraße in Stuttgart in Erscheinung.
Lesen Sie dazu auch unsere Presseerklärung.

Unterschriften-Aktion

Die blauen Umweltengel repräsentieren die vernünftige Alternative zum Urwaldraubbau: Sie dienen als das wichtigste Erkennungszeichen für umweltfreundliches Papier. Daher ist ihre Botschaft eindeutig: "Wenn wir die letzten Urwälder in Kanada, Russland und Finnland erhalten wollen, müssen wir mehr Recyclingpapier verwenden". Daraus hat so mancher Passant einen guten Vorsatz für das nächste Jahr entwickelt.
Doch die Umweltengel boten noch mehr:
Sie sammelten Unterschriften auf Protestpostkarten, die an den Papierhersteller Stora Enso Deutschland GmbH, gerichtet sind.


© Kuttruf



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Die Forderung: kein Holz mehr aus Urwaldzerstörung einzukaufen. Der Konzern hat es als wichtigster Holzeinkäufer in Finnland durch seine Einkaufspolitik in der Hand, ob das finnische Forstamt weiterhin in den umstrittenen Urwaldgebieten einschlägt. Aber für Stora Enso scheint Profitmaximierung Priorität zu haben.

Doch die Urwälder im nördlichen Finnland sind Rückzugsgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten und sind die Lebensgrundlage für das Volk der Sami, die dort Rentierzucht betreiben. Letzte Woche hatte das finnische Außenministerium auf Druck der Vereinten Nationen den Einschlag in zumindest einem der umstrittenen Gebiete gestoppt. Doch dies ist bei weitem noch nicht ausreichend, um den Kahlschlag der Urwälder zu verhindern und die Zerstörung zu beenden.

Ergebnis

Viele Passanten zeigten sich von der Tatsache erschüttert, dass finnischer Urwald für deutsches Papier stirbt. So gingen an diesem Samstag allein in Stuttgart rund 300 Protestpostkarten an den Geschäftsführer der Stora Enso Deutschland GmbH.
Auch medial erregte unser Stand Aufmerksamkeit: Der Fernsehsender RTV berichtete in einem längeren Sendebeitrag über unsere Aktion.
Doch die blauen Umweltengel haben bis zur Erfüllung ihrer Mission noch einen weiten Weg vor sich.


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Download
Warum Kahlschlag in Finnland auch ein Fall für das Menschenrechtskomitee ist und warum die finnischen Urwälder so wertvoll sind, erfahren Sie in unserem dreiseitigen Flugblatt "Finnischer Urwald stirbt für deutsches Papier" (PDF-Datei, 673 kB).
In unserem Greenpeace-Verbraucherführer "Holz & Papier" (PDF-Datei, 261 kB) erfahren Sie, auf was Sie aus ökologischer Sicht beim Kauf von Holz- und Papierprodukten achten sollten.
Mit unserer Checkliste "Machen Sie den Test: Bin ich urwaldfreundlich?" (PDF-Datei, 57 kB) können Sie selbst überprüfen, was Sie in Ihrem Haushalt noch tun sollten, um zum Schutz der letzten Urwälder beizutragen.
Die englisch-sprachige Greenpeace-Studie Policies of Destruction (PDF-Datei, 745 kB) untersucht, ob die UN-Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) zum Schutz von Wald-Öko-Systemen in Finnland richtig umgesetzt wird. Das Ergebnis ist, dass noch viel für den Schutz der finnischen Urwälder getan werden muss.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 04.12.2005