Stuttgarter Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich 2006

Hintergrund

Gartenmöbel werden häufig aus Tropenholz hergestellt, weil dieses Holz sehr hart und witterungsbeständig ist. Rund vier Fünftel des in Deutschland verkauften Tropenholzes wurde illegal gefällt oder stammt aus Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde. Jedes Jahr wird eine Urwaldfläche von bis zu 150.000 Quadratkilometern zerstört - das entspricht etwa der vierfachen Größe von Baden-Württemberg!
In Urwäldern leben rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten. Diese Artenvielfalt wird vernichtet, wenn der Raubbau an den letzten Urwäldern nicht aufhört. So könnten Orang-Utans oder Schimpansen (die nächsten Artverwandten des Menschen) schon in wenigen Jahren in freier Natur ausgerottet sein.

Gartenmöbel-Recherche

Wenn Sie beim Schutz der Urwälder helfen wollen, müssen Sie aber nicht auf Gartenmöbel aus Hartholz verzichten, denn es gibt auch urwaldfreundliche Produkte. Um Ihnen eine Orientierungshilfe zu bieten, überprüfen wir seit fünf Jahren Gartenmöbel-Anbieter im Raum Stuttgart.
Im vergangenen Jahr haben wir eine bundesweite Kampagne mit über zwanzig deutschen Greenpeace-Gruppen vorbereitet und koordiniert, durch die zwei Anbieter dubioser Gartenmöbel dazu bewegt wurden, auf Raubbau-Holz zu verzichten. mehr...
Aber auch dieses Jahr fanden wir neben vorbildlichen Händlern erneut Anbieter, die zweifelhafte Ware verkaufen.

Das Logo des Gartenmöbel-Projekts der Greenpeace-Gruppe Stuttgart.
© Flierl


Die Ergebnisse unserer Recherchen finden Sie in der folgenden Tabelle und zum Download unten. Grundsätzlich sollten Sie Tropenholz nur kaufen, wenn es das Öko-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trägt (siehe unten). So genanntes Plantagenholz ist dagegen bedenklich, heimische Hölzer sind eine urwaldfreundliche Alternative.
Lesen Sie hierzu auch den Greenpeace-Verbraucherführer "Holz & Papier" (siehe auch Download unten).

Gartenmöbel-Anbieter
Gartenmöbel-Anbieter unzerti-
fiziertes
Urwaldholz
FSC im
Sortiment
Tendenz Gesamt-
bewertung
Anmerkungen
Butlers
Hirschstr. 28 + Calwer Str. 26, Stuttgart-Mitte
nein
nein
0
Im Sortiment sind Gartenmöbel aus "australischem Teak" (Acacia Mangium), das laut Anbieter von vietnamesischen Plantagen kommt.
Dehner
Schwieberdinger Str. 7, Stuttgart-Zuffenhausen
ja
ja
+
0
Das Unternehmen bietet die Holzarten Bellinga, "chinesische Eiche", Eukalyptus, Kiefer, Robinie und Teak an.
Verkauft werden vor allem Gartenmöbel mit FSC-Siegel (Bellinga, Eukalyptus, Robinie und Teak).
Der Anbieter weiß nach eigenen Angaben nicht, woher die "chinesische Eiche" kommt, Greenpeace vermutet Raubbau an sibirischen Urwäldern.
Laut dem Unternehmen stammt das Kiefernholz aus Wirtschaftswäldern in Skandinavien.
Das Depot
Königstr. 5 + Kronprinzstr. 11, Stuttgart-Mitte
nein
nein
neu
-
Im Angebot sind Gartenmöbel aus Teakholz.
Das Holz soll laut Anbieter aus Plantagen stammen,er kann dies aber nicht belegen.
E+H Meyer
Tübinger Str. 10, Stuttgart-Mitte
nein
ja
0
+ +

Im Sortiment sind Gartenmöbel aus FSC-zertifiziertem Eukalyptus-, Teak- und Yellow Balau-Holz.

Habitat
Calwer Str. 39, Stuttgart-Mitte
ja
ja
0
-
Es sind "mongolische Eiche" und Teak sowie Einzelstücke aus Eukalyptus mit FSC-Siegel im Angebot.
Laut Anbieter kommt die "mongolische Eiche" aus chinesischen Wirtschaftswäldern, Greenpeace vermutet jedoch Raubbau an sibirischen Urwäldern.
Das Teak soll aus indonesischen Plantagen stammen.
InNatura
Heilbronner Str. 8, Leinfelden-Echterdingen
nein
nein
-
-
Die verkauften Gartenmöbel sind vor allem aus Teak, außerdem gibt es Einzelstücke aus Yellow Balau.
Das Holz soll laut dem Unternehmen aus Plantagen stammen, es kann dies aber nicht belegen.
Kölle
Schwieberdinger Str. 230, Stuttgt-Zuffenhausen
ja
ja
0
0
Im Sortiment sind "malaysisches Hartholz", Robinie (Akazie, Rotimber), Teak und Yellow Balau.
Das Akazien- und Rotimber-Holz sind FSC-zertifiziert.
Teak- und Yellow Balau sollen laut Anbieter aus Plantagen kommen; die Einzelstücke aus "malaysischem Hartholz" stammen vermutlich aus Raubbau.
Möbelum
Ulmer Str. 174, Stuttgart-Ost
nein
nein
0
0
Es sind heimische Hölzer im Sortiment (Buche, Erle und Kiefer); das Kiefernholz kommt laut dem Unternehmen aus skandinavischen Wirtschaftswäldern.
Schildknecht
Kriegsbergstr. 40, Stuttgt-Mitte
nein
nein
0
-
Im Angebot sind Gartenmöbel aus Teakholz.
Das Holz soll laut Anbieter aus einer Plantage in Südostasien stammen, er kann dies aber nicht belegen.
Strauss
Cannstatt Carré, Königstr. 28 + Tübinger Str. 11, Stuttgart-Mitte
nein
ja
+ +
mehr...
+
Das Unternehmen verkauft vor allem Gartenmöbel mit FSC-Siegel (Eukalyptus und Teak) und außerdem unzertifiziertes Teak-Holz, das laut Anbieter aus Plantagen stammt.

Zeichenerklärung:

    + + = sehr gut
    + = gut
    0 = neutral
    - = schlecht
    - - = sehr schlecht

Urwaldfreundliche Holzprodukte

Tropenholz sollte man nur kaufen, wenn es das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trägt (siehe Bild rechts). Dieser "Welt-Forst-Rat" wurde 1993 als internationale regierungsunabhängige Organisation gegründet, um eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Waldnutzung zu fördern.

Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel, das eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert. Man findet es inzwischen auch in zwei Fassungen:

Das Öko-Siegel des Forst Stewardship Council.
© FSC



© FSC

Zum einen gibt es das FSC-Siegel für Produkte, deren Holz komplett aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern stammt. Und zum anderen gibt es das Siegel für Produkte, die auch aus anderer kontrollierter Herkunft sind.

Produkte, die das Naturland-Siegel für ökologische Waldnutzung tragen, sind ebenfalls empfehlenswert.


© FSC

Auch Tropenholz aus Plantagen ist bedenklich, weil diese in der Regel Monokulturen sind, die intensiv mit Düngern und Pestiziden behandelt werden. Außerdem wird zur Schaffung von Plantagen häufig Urwald gerodet. Darüber hinaus wird Holz aus Urwaldraubbau oft als angebliches Plantagenholz deklariert. Tropenholz aus Plantagen ist nur dann akzeptabel, wenn es mit dem FSC-Siegel zertifiziert ist.

Gartenmöbel aus heimischen Hölzern sind eine Alternative. So ist das Holz der aus Nordamerika stammenden, aber inzwischen auch in Europa wachsenden Robinie (auch "falsche Akazie" genannt) ähnlich hart und wetterfest wie Tropenholz. Bei guter Pflege halten auch Gartenmöbel aus Eiche ein Leben lang.


Download
Unser diesjähriges Flugblatt "Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich" (PDF-Datei, 150 kB) enthält auch die Tabelle, in der wir die Ergebnisse unserer diesjährigen Recherchen zusammenfassen.
In unserem Verbraucherführer "Holz & Papier" (PDF-Datei, 261 kB) erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie im Geschäft kritisch nachfragen sollten.
In unserem Flugblatt "Kaufen Sie keine Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau" (PDF-Datei, 98 kB) erläutern wir den Zusammenhang zwischen Gartenmöbeln und Urwaldzerstörung.
Mit unserer Checkliste "Machen Sie den Test: Bin ich urwaldfreundlich?" (PDF-Datei, 57 kB) können Sie prüfen, was Sie in Ihrem Haushalt tun müssen, um zum Schutz der letzten Urwälder beizutragen.
Auf der Homepage von FSC Deutschland finden Sie ständig aktualisierte Auflistungen mit Anbietern und Verarbeitungsbetrieben von FSC-zertifizierten Produkten.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 12.05.2006