Stuttgarter Gartenmöbel-Projekt mit weiterem Erfolg

Wie eine Initiative der Greenpeace-Gruppe Stuttgart erneut dazu führte, dass ein bundesweiter Gartenmöbel-Anbieter auf urwaldfreundliche Produkte umstellte.

Hintergrund

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart hat im Jahr 2002 ein Gartenmöbel-Projekt begonnen, um auf den Zusammenhang zwischen Gartenmöbeln und Urwald-Zerstörung aufmerksam zu machen. Seitdem haben wir jedes Frühjahr das Angebot von Gartenmöbel-Anbietern im Raum Stuttgart überprüft, um urwaldfreundliche Produkte zu fördern und Möbel aus Raubbau-Holz anzuprangern. Die Ergebnisse dieser Recherchen finden Sie in unseren Gartenmöbel-Vergleichen.

Bei unseren Recherchen stellten wir fest, dass es neben vorbildlichen Händlern mit urwaldfreundlichen Produkten leider auch Anbieter von dubioser Ware gibt. Hierzu gehörte die Gartencenter-Kette "Pflanzen Kölle", die unter anderem Gartenmöbel aus Nyatho-Holz verkaufte, das wahrscheinlich aus Urwald-Raubbau in Indonesien stammt.
Nachdem Gespräche mit "Pflanzen Kölle" ohne Ergebnis blieben, riefen wir auch andere Greenpeace-Gruppen zu Protesten bei "Kölle" auf.


© Flierl

Kölle-Kampagne

Für die Proteste bei "Pflanzen Kölle" bereiteten wir für die anderen Gruppen verschiedene Aktionsmaterialien vor, wie Bannervorlagen, Flugblätter, Presseerklärungen und Aktionslogos (siehe rechts). Die bundesweiten Aktivitäten wurden von uns koordiniert.

Die Greenpeace-Gruppen in Berlin, Potsdam und München folgten unserem Aufruf und schlossen sich der von uns vorbereiteten und koordinierten "Kölle"-Kampagne an! Somit konnten wir 90 Prozent aller "Pflanzen Kölle"-Filialen in Deutschland abdecken.


© Flierl

Beispiel Stuttgart

Zum Auftakt der bundesweiten Gruppen-Kampagne protestierten wir am 02.06.2007 vor der Filiale in Stuttgart-Zuffenhausen. Unsere Protest-Aktion unter dem Motto "Stoppt Urwald-Raubbau - Schutzgebiete für Artenvielfalt jetzt!" wurde von einem regionalen Fernsehsender gefilmt. mehr...

"Pflanzen Kölle" weigerte sich, einen Protestbrief entgegen zunehmen, in dem wir das Unternehmen auffordern, sämtliches Raubbauholz aus dem Sortiment zu nehmen. Noch am selben Samstag drohte uns "Pflanzen Kölle" zunächst mit rechtlichen Schritten.


© Hermes


Bereits am Montag kam dann aber die bessere Einsicht und wir erhielten von "Kölle" die Zusage, dass die Nyatho-Gartenmöbel aus dem Angebot genommen und durch FSC-Produkte ersetzt werden.

Auf diese erfreuliche Kehrtwende antworteten wir am folgenden Freitag, den 08.06.2007 mit einer Positiv-Aktion vor der "Kölle"-Filiale in Fellbach und überreichten einen Glückwunschbrief. Mit dabei hatten wir ein Banner mit der Aufschrift "FSC-Holz: die urwaldfreundliche Entscheidung". mehr...


© Hermes

Beispiel Berlin

Während die Verhandlungen von uns Stuttgartern und Greenpeace Deutschland mit "Pflanzen Kölle" begannen, ging die bundesweite Öffentlichkeitsarbeit weiter. So übergaben am 09.06.2007 Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Berlin in der Filiale in Dahlwitz-Hoppegarten östlich der Bundeshauptstadt ein Glückwunsch-Schreiben.

Die "Kölle"-Mitarbeiter freuten sich sichtlich über das Lob von Greenpeace. Über die dortigen Aktivitäten erfahren Sie mehr auf der Homepage der Greenpeace-Gruppe Berlin.


© Parkyn

Beispiel München

Auch in München besuchten Greenpeace-Aktivisten die beiden dortigen "Kölle"-Filialen. Am 16.06.2007 war das Einlenken von "Pflanzen Kölle" außerdem Thema bei einem Informationsstand über Gartenmöbel in der Münchner Innenstadt.

Viele Passanten zeigten sich erfreut, dass ein großer Anbieter sein Sortiment auf urwaldfreundliche Produkte umstellt. Mehr über die dortige Arbeit können Sie auf der Homepage der Greenpeace-Gruppe München nachlesen.


© Greenpeace München

Ergebnis

Die Lifestyle-Ladenkette "Pflanzen Kölle" hat sich gegenüber Greenpeace verpflichtet, in ihren zehn Filialen in Deutschland alle Gartenmöbel aus Raubbauholz aus dem Sortiment zu nehmen und durch Produkte mit dem FSC-Siegel zu ersetzen. Wir werden die Einhaltung dieser Zusage überprüfen und notfalls wieder bundesweite Proteste gegen Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau starten.
Über unseren Erfolg gegen "Pflanzen Kölle" und über unser Gartenmöbel-Projekt berichtete die Stuttgarter Zeitung. Bereits vor dem Einlenken des Unternehmens hatte der regionale Fernsehsender R.TV mit einem ausführlichen Filmbericht über die Protest-Aktion der Greenpeace-Gruppe Stuttgart bei "Kölle" informiert.

Bereits zwei Jahre zuvor, also 2005, konnten zwei Anbieter von Gartenmöbeln durch eine von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart vorbereitete und koordinierte bundesweite Kampagne zur Umstellung ihres Sortiments bewegt werden. mehr...


Download
Im Verbraucherführer "Holz & Papier" (PDF-Datei, 261 kB) erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie im Geschäft kritisch nachfragen sollten.
In unserem Flugblatt "Kaufen Sie keine Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau" (PDF-Datei, 98 kB) erläutern wir den Zusammenhang zwischen Gartenmöbeln und Urwaldzerstörung.
Mit unserer Checkliste "Machen Sie den Test: Bin ich urwaldfreundlich?" (PDF-Datei, 57 kB) können Sie prüfen, was Sie in Ihrem Haushalt tun müssen, um zum Schutz der letzten Urwälder beizutragen.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 18.09.2007