"Kölle" verkauft Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau

Die Gartencenter-Kette "Pflanzen Kölle" ist laut unseren Recherchen der einzige Anbieter von Gartenmöbeln aus Raubbauholz in Stuttgart.

Hintergrund

In diesem Frühjahr haben wir das sechste Jahr in Folge das Sortiment von Gartenmöbel-Anbietern im Raum Stuttgart darauf untersucht, ob das angebotene Holz aus Urwald-Zerstörung stammt. Die Ergebnisse dieser Recherchen finden Sie in unserem Gartenmöbel-Vergleich 2007. Erfreulicherweise sind urwaldfreundliche Produkte immer mehr verbreitet - nicht zuletzt auch deshalb, weil 2005 zwei Anbieter von Gartenmöbeln durch eine von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart vorbereitete und koordinierte bundesweite Kampagne zur Umstellung ihres Sortiments bewegt wurden. mehr...
Inzwischen gibt es unter den von uns überprüften Geschäften nur noch einen einzigen Anbieter, der eindeutig Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau verkauft: "Pflanzen Kölle"! Die Gartencenter-Kette betreibt in ganz Deutschland zehn Filialen, darunter auch jeweils eine in Stuttgart-Zuffenhausen und in Fellbach.

Protest-Aktion

"Pflanzen Kölle" verkauft bundesweit Gartenmöbel aus Nyatho-Holz, das eindeutig aus Urwald-Raubbau in Südostasien stammt. Nyatho ist nämlich weder aus Plantagen noch aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu bekommen.

Nachdem Gespräche mit "Pflanzen Kölle" ohne Ergebnis blieben, haben wir am 02.06.2007 vor der Filiale in der Schwieberdinger Straße in Stuttgart-Zuffenhausen protestiert. Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung. Die Aktion war Auftakt einer von uns angeregten bundesweiten Kampagne gegen "Pflanzen Kölle".


© Hermes



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Unsere Aktion unter dem Motto "Pflanzen Kölle - Urwald Killer" stieß auch auf das Interesse der Medien. So verfolgte ein Kamera-Reporter des regionalen Fernsehsenders R.TV unsere Aktion (siehe Foto unten rechts). Noch am selben Tag wurde ein ausführlicher Filmbericht ausgestrahlt.

Blickfang war unser Banner mit der Aufschrift "Stoppt Urwald-Raubbau - Schutzgebiete für Artenvielfalt jetzt!".


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Außerdem verteilten wir an Kunden und Mitarbeiter unter anderem unser Flugblatt "Kaufen Sie keine Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau!" (PDF-Datei, 98 kB) und den Verbraucherführer "Holz & Papier" (siehe auch Download unten).

Mit dem Verbraucherführer können Sie ökologisch empfehlenswerte und problematische Holzarten unterscheiden. Tropenholz ist nur unbedenklich, wenn es das FSC-Öko-Siegel trägt. Dagegen sollte man bei so genanntem Plantagenholz vorsichtig sein. Heimische Laubhölzer sind eine urwaldfreundliche Alternative.


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Urwaldfreundliche Produkte

Tropenholz sollten Sie nur kaufen, wenn es das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trägt. Dieser "Welt-Forst-Rat" wurde 1993 als internationale regierungsunabhängige Organisation gegründet, um eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Waldnutzung zu fördern. Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel, das eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert.

Auch Holzprodukte, die das Naturland-Siegel für ökologische Waldnutzung tragen, sind aus unserer Sicht empfehlenswert.


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Ergebnis
"Pflanzen Kölle" weigerte sich, unseren Protestbrief entgegen zunehmen, in dem wir die Gartencenter-Kette auffordern, sämtliches Raubbauholz aus dem Sortiment zu nehmen. Der regionale Fernsehsender R.TV dokumentierte unsere Aktion sowie die starrsinnige Reaktion des Unternehmens und berichtete in einem ausführlichen Filmbericht darüber.
Noch am selben Samstag drohte uns "Pflanzen Kölle" zunächst mit rechtlichen Schritten. Bereits am Montag kam dann aber die bessere Einsicht und wir erhielten die Zusage, dass die Nyatho-Gartenmöbel aus dem Angebot genommen und durch FSC-Produkte ersetzt werden. Bei dem Nyatho-Holz handelte es sich laut "Kölle" um Restbestände aus dem Vorjahr, die nicht mehr nachgekauft würden. Vielmehr wolle man das bereits vorhandene große Angebot an FSC-Gartenmöbeln schrittweise erweitern.
Auf diese erfreuliche Kehrtwende von "Pflanzen Kölle" antworteten wir am darauf folgenden Freitag mit einer Positiv-Aktion vor einer anderen "Kölle"-Filiale. Dies nahm die Stuttgarter Zeitung zum Anlass, um über unseren Erfolg gegen "Pflanzen Kölle" und unser Gartenmöbel-Projekt zu berichteten.
Download
Unser diesjähriges Flugblatt "Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich" (PDF-Datei, 139 kB) enthält auch die Tabelle, in der wir die Ergebnisse unserer diesjährigen Recherchen zusammenfassen.
In unserem Verbraucherführer "Holz & Papier" (PDF-Datei, 261 kB) erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie im Geschäft kritisch nachfragen sollten.
In unserem Flugblatt "Kaufen Sie keine Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau" (PDF-Datei, 98 kB) erläutern wir den Zusammenhang zwischen Gartenmöbeln und Urwaldzerstörung.
Mit unserer Checkliste "Machen Sie den Test: Bin ich urwaldfreundlich?" (PDF-Datei, 57 kB) können Sie prüfen, was Sie in Ihrem Haushalt tun müssen, um zum Schutz der letzten Urwälder beizutragen.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 21.07.2007