"Pflanzen Kölle" verzichtet auf Raubbau-Holz

Die Gartencenter-Kette nimmt nach unserer Protest-Aktion vor einer Woche ihre Gartenmöbel aus Nyatho-Holz aus dem Sortiment.

Hintergrund

Bei unserem Gartenmöbel-Vergleich 2007 hatten wir festgestellt, dass es unter den von uns überprüften Geschäften nur noch einen einzigen Anbieter gab, der eindeutig Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau verkaufte. Dabei handelte es sich um die Gartencenter-Kette "Pflanzen Kölle", die in ganz Deutschland zehn Filialen betreibt, darunter auch jeweils eine in Stuttgart-Zuffenhausen und in Fellbach. In allen Filialen waren Gartenmöbel aus Nyatho-Holz im Sortiment, dass laut Greenpeace-Recherchen aus Raubbau an den letzten Urwäldern Indonesiens stammt.
Als Gespräche mit "Pflanzen Kölle" ergebnislos blieben, haben wir am Samstag, den 02.06.2007 vor der Filiale in Stuttgart-Zuffenhausen protestiert. Die Aktion war Auftakt einer von uns vorbereiteten und koordinierten bundesweiten Kampagne gegen "Pflanzen Kölle", an der sich Greenpeace-Gruppen an fast allen "Kölle"-Standorten in Deutschland beteiligten. Jetzt hat "Pflanzen Kölle" eingelenkt und zugesagt, künftig auf Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau zu verzichten. Bei dem Nyatho-Holz handelte es sich laut "Kölle" um Restbestände aus dem Vorjahr, die nicht mehr nachgekauft würden. Vielmehr wolle man das bereits vorhandene große Angebot an FSC-Gartenmöbeln schrittweise erweitern.

Positiv-Aktion

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart begrüßt diese Entscheidung, zumal "Kölle" versprach, die Nyatho-Gartenmöbel durch solche mit dem Ökoholz-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) zu ersetzen. Deshalb haben wir der Gartencenter-Kette mit einer Positiv-Aktion zur Umstellung ihres Sortiments gratuliert.

Am 08.06.2007 besuchten wir die "Kölle"-Filiale in Fellbach und überreichten den Mitarbeitern ein Glückwunsch-Schreiben. Mit dabei hatten wir auch ein Banner mit der Aufschrift "FSC-Holz: die urwaldfreundliche Entscheidung". Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung.


Glückwunsch am 8. Juni in Fellbach
© Hermes


"Pflanzen Kölle" hatte auf unsere Protest-Aktion am Samstag, den 02.06.2007 in Stuttgart-Zuffenhausen (siehe Foto rechts) noch am selben Tag zunächst mit rechtlichen Schritten gedroht. Bereits am Montag kam dann die bessere Einsicht und wir erhielten folgende Erklärung:

"Aus aktuellem Anlass teilen wir Ihnen mit, dass wir alle unsere Filialen angewiesen haben, die von Ihnen bemängelten Gartenmöbel (...) aus dem Verkauf zu nehmen." Weiter sicherte uns das Unternehmen zu, dass in Zukunft "die beanstandeten Möbel aus FSC-Eukalyptus gebaut werden."


Protest am 2. Juni in Zuffenhausen
© Hermes

Urwaldfreundliche Produkte

"Pflanzen Kölle" hat erkannt, dass man Tropenholz nur nehmen sollte, wenn es das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trägt. Dieser "Welt-Forst-Rat" wurde 1993 als internationale regierungsunabhängige Organisation gegründet, um eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Waldnutzung zu fördern. Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel, das eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert.

Nach Ansicht von Greepeace sind außerdem Holzprodukte empfehlenswert, die das Naturland-Siegel für ökologische Waldnutzung tragen.


© FSC

Ergebnis

Die Gartencenter-Kette "Pflanzen Kölle" sagt zu, in ihren zehn Filialen in Deutschland alle Gartenmöbel aus Raubbau-Holz aus dem Sortiment zu nehmen und durch solche mit dem FSC-Siegel zu ersetzen. "Pflanzen Kölle" reagiert damit nicht nur auf eine lokale Protest-Aktion, sondern auch auf eine von uns vorbereitete und koordinierte bundesweite Kampagne, an der sich Greenpeace-Gruppen an fast allen "Kölle"-Standorten in Deutschland beteiligt hatten.
Am 11.06.2007 berichtete die Stuttgarter Zeitung über unseren Erfolg gegen "Pflanzen Kölle" und über unser Gartenmöbel-Projekt. Bereits vor dem Einlenken des Unternehmens hatte der regionale Fernsehsender R.TV mit einem ausführlichen Filmbericht über die Protest-Aktion der Greenpeace-Gruppe Stuttgart bei "Kölle" informiert.

Bereits 2005 konnten zwei Anbieter von Gartenmöbeln durch eine von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart vorbereitete und koordinierte bundesweite Kampagne zur Umstellung ihres Sortiments bewegt werden. mehr...


Download
Unser diesjähriges Flugblatt "Gartenmöbel-Anbieter im Vergleich" (PDF-Datei, 139 kB) enthält auch die Tabelle, in der wir die Ergebnisse unserer diesjährigen Recherchen zusammenfassen.
In unserem Verbraucherführer "Holz & Papier" (PDF-Datei, 261 kB) erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie im Geschäft kritisch nachfragen sollten.
In unserem Flugblatt "Kaufen Sie keine Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau" (PDF-Datei, 98 kB) erläutern wir den Zusammenhang zwischen Gartenmöbeln und Urwaldzerstörung.
Mit unserer Checkliste "Machen Sie den Test: Bin ich urwaldfreundlich?" (PDF-Datei, 57 kB) können Sie prüfen, was Sie in Ihrem Haushalt tun müssen, um zum Schutz der letzten Urwälder beizutragen.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 21.07.2007